Jahr 2011 vorbei, also Zeit für einen Rückblick und praktischerweise kann ich dort weitermachen wo ich letztes mal aufgehört habe, denn seit September mache ich eine Weiterbildung zum Informatik-Betriebswirt. Die Gründe hierfür sind vielschichtig. Ich bin mittlerweile 25 Jahre raus aus der Schule und habe vermutlich noch 26 Jahre Arbeit vor mir, als normaler Realschüler muss ich da irgendwie nachlegen. Andererseits habe ich in der letzten zwei Jahren Abends viel auf der Couch gesessen. Das hatte alles seine Gründe, die es nun so vielleich tnicht mehr gibt oder vielleicht gehe ich jetzt anders damit um, jedenfalls hatte ich keine Lust mehr auf der Couch zu sitzen.

Nun fahre ich also dreimal die Woche nach der Arbeit nach Bremen und habe dort Vorlesungen zu allen möglichen Themen. Anfangs dachte ich, dass es ganz schön anstregend sein muss, aber ich habe schnell die Erfahrung gemacht, dass ich vollkommen entspannt aus den Vorlesungen kam, obwohl ich nichts verstanden hatte und auch, dass es Spaß macht etwas mal wieder etwas Neues zu lernen. Es fing an mit Wirtschaftsmathematik wofür ich privat den Schulstoff der 6 bis 10 Klasse wiederholen musste. Polynomdivision und Differentialgleichungen hatte ich iirc nie in der Schule, aber die Klausur ging doch sehr glatt für mich. BWL/VWL lief nicht so toll, aber das gehört wohl irgendwie dazu auch mal daneben zu liegen. Als nächstes steht Privatwirtschaftsrecht mit einem Haufen Paragraphen an – mal schauen was das wird.
Freizeit ist zur Zeit jedenfalls rar geworden, ich hoffe am Anfang des zweiten Semesters Mitte Februar mal wieder etwas Ruhe zu haben. Ohne die Unterstützung von Meike wäre das alles natürlich nicht möglich und ich bin ihr sehr dankbar dafür.
Spannend finde ich wie sich die Sache so langsam auszahlt und man Dinge besser versteht. Darunter waren nicht nur Sachen die in der Firma so passieren, sondern auch als ich mir den 28c3 Vortrag Bitcoin – An Analysis (btw sehr, sehr guter Vortrag den sich jeder, der meint in Bitcoin investieren zu wollen, anschauen sollte) anschaute und dort über Preiselastizität geredet wurde. Ich hörte mir das an und verstand – fühlte gut.
Ganz nebenbei habe ich auch noch die ITILv3 Foundation Zertifizierung gemacht. Mir gefällt V3 wesentlich besser als V2. Es ist weit weniger dogmatisch und an einigen wichtigen Punkten wurde gesunder Menschenverstand eingezogen. Wirklich spannend zu sehen ist aber, dass es von ein paar hauptsächlich technischen Prozessen nun mittlerweile allumfassend ist, was IT-Services angeht. Es geht immer um die Fragen, was ist der Nutzen und was kostet es. Besonders Service-Strategy und Service-Design, Dinge die hauptsächlich in den Planungsabteilungen stattfinden, klären schon im Vorfeld die wichtigsten Fragen so das das Operating später fast nichts mehr falsch machen kann – so zumindest die Theorie.
Urlaub hatte ich natürlich auch. Wir waren eine Woche im ungarischen Kecskemét Freunde besuchen. Haben uns (mal wieder) Budapest angeguckt, im Pool geplanscht und haben uns Abends in Liegestühle gelegt und am Himmel die Perseiden-Sternschnuppen angeschaut. Ich mag ja Ungarn und Österreich, da kann man ruhig öfters hinfahren.
Beruflich mache ich, auch nach einer weiteren Umstruktuierung, weitgehend das Gleiche. Hinzu ist allerdings das Thema Online-TV gekommen. Eine spannende Sache, da es mit dem was man normalerweise unter IPTV versteht nicht viel zu tun hat. Das hat Vorteile (niedrige Komplexität) und Nachteile (etwas längere Umschaltzeiten), aber auf eine längere Sicht halte ich es für die bessere Idee, da es sich viel einfacher an beliebige Endgräte anpassen lässt.
Und der Ausblick? Gute Frage. Allein durch die Weiterbildung werde ich mich beruflich neu orientieren – was auch immer das heißen mag. Ich habe aber noch 5 Semester Zeit damit, dann sollte es allerdings klar sein. In der Zwischenzeit wird es sicher viel spannende Arbeit geben.




