DVB-T unter Linux – Teil 2

Im ersten Teil ging es nur darum die Hardware unter Linux zum laufen zu bekommen, diesmal geht es um Software die man braucht um DVB-T nutzen zu können. Dabei werde ich das Thema VDR aussenvorlassen, da es meiner Meinung nach mehr als genug Informationen dazu gibt.

Zuerst will ich aber nochmal auf die Hardware zurückkommen. Mittlerweile habe ich Kernel 2.6.8 im Einsatz, bei dem das patchen der Sourcen entfällt, damit das Module tda1004x richtig geladen werden kann. Auch haben sich meine Tuning-Probleme in Wohlgefallen aufgelöst.

Zu allererst braucht man die Frequenz-Daten der Sender. Bei den dvb-utils sind zwar diverse Dateien in /usr/share/doc/dvb-utils/examples/scan/dvb-t dabei, aber nicht für Bremen und so habe ich mir eine eigene Datei mit Hilfe der Daten des Media-Channels zusammengestellt. Was nun folgt wird Wasser auf die Mühlen eines jeden Linux-Hassers sein.

Mit scan de-Bremen > channels.conf durchsucht man die Frequenzen nach Programmen (meist je 4 pro Kanal) und schreibt die Daten in eine Konfigurations-Datei. Anschließend erstellt man das Verzeichniss .tzap und verschiebt die channels.conf dort hinein. tzap ist, wie der Name schon sagt, ein Programm zum Umschalten der Sender (die dvb-utils stellen zusätzlich noch czap für DVB-C und szap für DVB-S zur Verfügung), wozu man den Namen des Senders benötigt, so wie er in der Senderkennung steht. Ein Blick in die channels.conf zeigt Einträge wie Info/3sat oder SAT.1, die man nur vernünftig gequotet in die bash eingeben sollte, wie z.b. tzap “Super RTL” -r. Hat man das gemacht sieht man in der Shell Einträge durchlaufen, ein Zeichen dafür das tzap arbeitet. Wer nun eine full-featured Karte sein eigen nennt könnte mit xawtv TV gucken, während Leute wie ich mit einer Budget-Karte eine MPEG-Software wie mplayer benötigen, damit mplayer – < /dev/dvb/adapter0/dvr0 ein Bild auf den Bildschirm zaubert. Es funktioniert auch mit xine stdin://mpeg2 < /dev/dvb/adapter0/dvr0 oder einer xine-basierenden Software wie kaffeine.

All dies hat den Nachteil nicht sonderlich komfortabel zu sein, wobei es mit kaffeine oder xine noch halbwegs geht. Ein grosser Schritt ist kaxtv, welches nicht nur gut aussieht, sondern auch recht einfach zu bedienen ist. kaxtv benötigt nicht die channels.conf, sondern ~/kaxtv/trans.kax in welcher die Frequenzen verzeichnet sind. Nur leider scheint das EPG nicht zu funktionieren, aber das ist wohl kein Problem seitens kaxtv. Wer ein Paket für Debian Unstable sucht, es ist hier erhältlich.

Nachtrag 30.12.2005: kaxtv wird seit längerer Zeit nicht mehr weitergepflegt, es in im Programm Kaffeine aufgegangen und dort seit Version 0.7 enthalten. Im dritten Teil geht es um DVB-T Karten die auf den saa7134-Chipsatz basieren.

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3 Comments.

  1. Würde mich mal interessieren, wie zapping damit klar kommt.

  2. diesen scan befehl gibts bei mir nicht (hab gentoo).
    kann mir jemand sagen, was ich emrgen muss, damit ich den auch bekomm?

  3. ok habs selbst gefunden:
    emerge linuxtv-dvb-apps
    der befehl heißt dann:
    dvbscan