Alte Zöpfe

Nach fast 20 Jahren habe ich vor ein paar Tagen meinen Ohrring rausgenommen. Nicht das ich sagen könnte warum ich mir damals die beiden Löcher hab schiessen lassen, so wenig könnte ich heute warum ich nun den Letzten rausgenommen habe. Vielleicht wollte ich nicht enden wie Peter Maffay oder Hartmut Engler, aber das ist auch eigentlich nicht wichtig. Ich hab ihn rausgenommen und damit war die Sache erledigt (Neudeutsch: never looked back).

Was mir viel mehr zu schaffen macht ist die zunehmende Digitalisierung um mich herum. Früher war das ganz einfach: Man setzte sich vor den Fernseher und wenn man auf Klo musste verpasste man etwas, musste man weg endetet der Film ohne einen. Das erste Problem löste das Werbefernsehen und das zweite eigentlich der Videorecorder. Mit dem wurde ich aber nie warm – zuviele Filme die ich aufgezeichnet habe wurden nie angeguckt. Heute ist das alles anders. Mein TV-Programm hat einen Pausen-Knopf an den ich mich einfach nicht gewöhnen kann. Man drückt drauf und kann später an der gleichen Stelle weitergucken, vorspulen oder den Kram auf DVD brennen. Natürlich weiss ich um das Feature, aber es fliesst einfach nicht in meine Lebensgewohnheiten ein. Vielleicht ist mir Fernsehen zu beliebig und langweilig geworden oder die Gewissheit das alles sowieso in ein paar Tagen/Wochen wiederholt wird sitzt im Hinterkopf, würde mir als Ursache wünschen. Ich fürchte aber eher es könnte die jahrzehntelange Konditionierung durch das starre Fernsehe-Progamm sein, das mich einfach nicht loslässt und es ist verdammt schwierig das wieder los zu werden.

2 Kommentare zu „Alte Zöpfe“

  • Ich kann mittlerweile beim leisesten Zeichen von Müdigkeit an der spannendsten Stelle des Films auf den Ausschaltknopf klicken und mich ins Bett legen. Ich fühle mich eh nur noch als Zielgruppe.

  • Vielleicht wollte ich nicht enden wie Peter Maffay oder Hartmut Engler … made my day.

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