Ich brauche gar nicht lange nachzudenken um für mich als Fazit zu ziehen, das die Höhepunkte in diesen Jahr ausschließlich im privaten Bereich lagen und damit kein falscher Eindruck entsteht, meine Eindrücke zum Jahr in chronologischer Reihenfolge.
Eigentlich das gesamte erste Halbjahr war bestimmt vom Hauskauf und der Renovierung. Während es in den ersten Monaten fast nur Ärger mit den neuen Typen in der Mietwohnung unter uns gab und die Vorfreude auf die Schlüsselübergabe täglich anstieg, waren März, April und ein bischen Mai von der Haus-Renovierung und den Geschehnissen drumherum geprägt. Es gab dabei viele Highlights, aber auch trauriges. Zu den traurigen Dingen zählt das Meike bereits im Februar/März wieder Schwanger war, es aber nicht bei uns bleiben wollte, ein sehr zweischneidiges Schwert. Die eine Seite sagt ‘Gut so, es wollte nicht bei euch bleiben, vielleicht gab es ja ein Problem und es ist besser so’, während man sich doch manchmal fragt was für ein Mensch es wohl geworden wäre. Auch das Meike kurze Zeit später wieder schwanger wurde und Max nun hier auf der Couch liegt und schläft, ändert an den Gedanken nichts. Traurig oder vielmehr nicht so schön war, das sich mein Schwiegervater Uli beim Renovieren fast die Gesundheit ruiniert hätte, das wäre die Sache nicht wert gewesen.
Nun aber genug der trüben Gedanken. Beim Renovieren haben wir alle viel Spass, Arbeit und ich meist einen Muskelkater gehabt. Schön ist es im Nachhinein daran zu denken, wie wir Abends auf den Gartenmöbeln gesessen haben, überall Staub, kein Ende in Sicht und gegessen haben. Paul hat in der Zeit richtig laufen und hinfallen gelernt zwischen all den Kabeln und Trümmern. Dabei erwies er sich früh als gebohrener Handwerker und Beobachter. Einmal hatte er Helmut beim Verputzen der Wände zugeschaut und war später samt Reibebrett verschwunden. Er wurde später im Nebenzimmer gefunden, wo er an der frisch tapezierten Wand kreisende Bewegungen mit dem Brett machte, gerade so als wolle er sie verputzen, zu dem Zeitpunkt war er 15 Monate alt.
Da ich schon beim Thema Paul bin. Kinder haben mir nie viel bedeutet, das hat sich mit Paul grundlegend geändert, wobei ich es immer noch mit Anke Engelke halte, die einmal gesagt hat ‘Kinder sind wie Fürze, die eigenen sind noch am erträglichsten’. Paul erstaunt mich immer wieder zutiefst. Er hat eine Auffassungsgabe die mir unheimlich für so ein kleines Kind scheint. Zudem hat er den Schalk im Nacken und versorgt uns mit genug Stories um sie später genüsslich seiner Freundin erzählen zu können. Auf das er mit roten Kopf im Boden versinkt :-)
Aber zurück zum Renovieren. Wenn ich jetzt vor dem Rechner sitze scheint es unwirklich, denn es gab Zeiten im Haus, wo der Strom nur aus dem Bauverteiler im Keller kam und dicke Kabelstränge aus den offenen Wänden hingen. Wenn ich richtig gezählt habe, gib es nur zwei Wände im gesamten Haus die wir nicht aufgemacht haben. Für mich grenzt es immer noch an ein Wunder was unsere ganzen Helfer in der kurzen Zeit erreicht haben, so das wir nach drei Wochen zumindest das Schlaf- und Kinderzimmer fertig hatten und umziehen konnten. Wir haben in der Zeit und bis heute 700m Elektro-Kabel verbaut, 1,5 Tonnen Sand und 500Kg Estrich-Zement in der Küche als Fussboden versenkt, den Hof und Garten von einen Friedhof zu etwas ausbaubaren umgebuddelt, das Dach isoliert, die Heizkörper erneuert und viele kleine Dinge erledigt, an die man sich nur erinnert wenn man draufschaut. Ich habe bei den meisten Sachen nur eine Nebenrolle gespielt, da ich nur die ersten 3 Wochen Urlaub hatte und Abends lediglich bestaunen konnte was den Tag über fertiggworden ist.
Dafür möchte ich mich bei meinen Schwiegereltern Uli und Birgit bedanken, die uns an allen Ecken geholfen haben und es immer noch tun. Beide haben hier so unendlich viele Dinge getan, das ich sie kaum aufzählen kann. Dann sei Helmut erwähnt, der nach 6 Wochen Umbau das erstemal einen Tag nicht auf dem Bau war und das nur, weil er etwas für uns erledigen musste. Ich hoffe das ich in seinem Alter (67) auch noch so fit bin. Nico, der oft nach der Arbeit vorbeikam und half. Till, Beate, Christian, Kalle, Mark, Eike und Dennis, die Steckdosen und Lampen anbauten und beim Umzug schleppen halfen. Oder Rüdiger der in einer Nacht und Nebelaktion die Küche flieste. Natürlich muss ich auch meiner Frau Meike danken. Zuerst dachte ich, das der Umbau eine ziemliche Zerreisprobe für uns würde, aber es ist glatter gelaufen als erwartet. Natürlich gab (und gibt) es Reibungspunkte und wir könnten uns oft genug an die Gurgel gehen, aber wir wissen wohl beide sehr genau was wir aneinander haben und das es kein zurück mehr gibt. Fast hätte ich Sebastian unseren Chef-Elekriker vergessen, ohne den wir wohl immer noch in einen Haus mit 3 Schraub-Sicherungen und einer Steckdose pro Raum hausen würden. Nun haben wir einen richtigen Sicherungskasten, eine vernünftige Verteilung, ca. 70 Steckdosen im ganzen Haus und meine EDV im Keller ist selbstredend vor den FI-Schaltern mit eigener Sicherung und USV. Unseren Nachbarn Roland darf ich auch nicht vergessen, der zusammen mit Helmut die Stromversorgung im Keller gerichtet hat und natürlich Olaf, dem ich eine astreine Ethernet-Pachtverteilung zu verdanken habe.
Der Sommer in diesen Jahr war erträglich und wir nutzten ihn zur Entspannung und Paul beim Buddeln im Sandkasten zuzuschauen. Unsere Kanninchen vermehrten sich wie eben solche und Meike war wieder in froher Erwartung (ich natürlich auch). Zudem stellte sich bei mir,als Hausbesitzer, ein Gefühl tiefster Zufriedenheit ein. Endlich keine Idoten mehr in der Wohnung unter uns, welche mit der Playstation die Nacht zum Tag machten und das vollkommen Ok fanden, das andere nicht schlafen konnten. Sicher habe ich auch diese Parodie auf den Sparkassen Fernsehspot mit dem Auto-Proll gelesen, aber es hat bei mir nur zu einen müden Grinsen geführt. Ich bin gerne Bausparer und Ihr habt keine Ahnung – basta!
Die letzten Monate waren geprägt von der Vorfreude auf das neue Kind. Wir wussten wieder nicht was es wird, da Paul bis zum ersten Schrei von 4 Ärzten als Mädchen gehandelt wurde, haben wir uns diesmal keine Gedanken gemacht. Die Geburt von Max war ganz anders, als die von Paul, obwohl beide per Kaiserschnitt zur Welt kamen. Meike hatte sich für eine Vollnarkose entschieden und da macht es nicht wirklich Sinn mit in den OP zu gehen (erlaubt ist es auch nicht) und so sahs ich mit einer Zeitung auf der Station und versuchte die Ungeduld zu vertreiben. Irgendwann kam eine Kinderärztin mit einen Brutwagen und ich schaute bei der ersten Untersuchung von Max zu. Als sie fertig war drückte sie ihn mir in den Arm und verschwand. Was folgte war Ungewissheit und Sorge um Meike, eine schlecht geschlafene Nacht und Freude als sich abzeichnete das alles ein gutes Ende nehmen würde.
Übrigends, Max sieht seinen Bruder sehr ähnlich und ist auch genauso ruhig. Er meldet sich nur, wenn er hungrig ist, die Hose voll hat oder friert, was öfters der Fall ist. Sein grosser Bruder Paul zeigt noch keinerlei Anzeichen von Eifersucht, im Gegenteil, er muss manchmal gebremst werden in seiner Führsorge für den kleinen Bruder.
Soweit der persönliche Teil, der Rest wird kurz. Beruflich würde ich dieses Jahr als Stillstand bezeichnen. Es gab einige Dinge die ich gern getan hätte, aus dem Projekt dann aber nichts wurde. Da ich Stillstand als Rückschritt sehe wird sich hier im nächsten Jahr etwas ändern müssen.
Meine Güte, was bin ich froh
Meine Güte, was bin ich froh, daß ich diesen Bausparquatsch vom Hals habe, den mir so ein Bankfuzzi mit Anfang 20 aufs Auge gedrückt hatte, kurz bevor ich meinen Job kündigte, so daß immer nur eine nominelle Handvoll Dollar im Monat eingezahlt wurde. Völlig unnütz, und es hat am Ende nach bald 10 Jahren nichtmal als Anzahlung für’n VW Golf gereicht. Ich hoffe, der Bänker konnte von der Provision, die er dafür bekommen hat, richtig auf die Sahne hauen und seiner Frau ‘ne Swatch zum Hochzeitstag schenken.
Euch vieren alles gute und viel Glück im neuen Jahr. Ich könnte mir nicht vorstellen, mit einem Kind zwischen den Füßen ein Haus zu renovieren. Das haben wir glücklicherweise noch vor der Geburt unseres Großen hinter uns gebracht. :-)
Ich wünsche euch Vieren auch
Ich wünsche euch Vieren auch alles gute, Gesundheit und zufrieden schlafende Kinder :)
Der Bausparvertrag ist Teil der Finanzierung, vorher hatte ich keinen. Eine reine Hypotheken-Fininazierung wäre auf die Laufzeit um einiges teurer geworden.