Nach der Wahl ist vor der Wahl
Alle paar Jahre zu Bundes- oder Landtagswahlen ist man, für den kurzen Augenblick des Kreuzchen machens, gern gesehen und wird als ‘Souverän’ tituliert. Am Abend nach den ersten Hochrechnungen sieht es dann schon wieder anders aus: Je nach Lager wird man beschimpft oder irgendetwas in das Ergebnis hinein interpretiert, was so nie gemeint war.
Anschließend hat man als Bürger das Gefühl nur noch zu stören, sei es als Einheit in der Arbeitslosenstatistik oder weil er nicht sehr überzeugend findet, das Politker ohne Sinn und Verstand das Geld verjubeln und unentwegt mehr fordern. Ich bin es auch Leid von wechselnden Innenministern wie ein Krimineller behandelt zu werden und zudem tatenlos zusehen zu müssen, das eigentlich jedes Konzept, das zu mehr Sicherheit führen soll a) wirkungslos ist b) meine Rechte einschränkt und c) am Tag nach der Umsetzung hören zu müssen, das das ganze noch nicht ausreicht.
Intressant ist, das eigentlich niemand verloren hat. Angie nicht, obwohl sie (zurecht) ein denkbar schlechtes Ergebniss abgeliefert hat - der Verleich mit Maggie Thatcher dürfte damit endlich passé sein. Sie hätte ihn sowie nie standgehalten, dazu stand die Partei zu wenig hinter ihr. Der Bundes-Gerd hat verloren - die Mehrheit und wohl die Macht. Genauso die Grünen, deren Politik in der letzten Zeit so aufregend wie eingeschlafene Füsse und so notwendig wie Fusspilz war. Bei den sogenannten Linken stieß mir gleich das Wort von der ‘konstruktiven Opposition’ übel auf. Letztendlich ein deutliches Zeichen dafür, das sie keinerlei Ahnung haben wie erfolgreiche Politik jenseits des Hochhaltens eines ‘Dagegen’-Schildes gemacht wird. Sie richten sich auf 4 Jahre nichtstun zu Spitzen-Diäten und Super-Altersversorgung ein
- richtig Links sein muss man sich eben leisten können.
Verloren haben nur wir Bürger, weil sich nun die Damen und Herren dem Lecken ihrer Wunden und dem schieden von Koalitionen widmen werden - wer erwartet das vor Anfang nächsten Jahres wieder irgendwie konstruktive Politik gemacht wird, ist ein Träumer.
Veröffentlicht am 18.September 2005 | Kommentare: keine | Artikel 1011mal angeschaut