Weise Worte
3. Juni 2006
Wir können nicht mehr sicher sein, ob die gerade angezeigte Top-News bei Yahoo allen derzeitigen Besuchern angezeigt wird oder doch nur mir, weil Yahoos Profilanalyse das so für richtig gehalten hat.
Tim Schlotfeldt in einen Kommentar zu Martin Rölls Die meisten Privacy-Ängste sind unbegründet. Martin fordert uns darin auf keine Angst zu haben Privates im Internet preiszugeben, denn diese Dinge würden sowieso nur einen kleinen Personenkreis intressieren. Diese Argumentation ist hoch naiv und in etwa auf der Welle von Leuten die bei Umfragen zum Thema Überwachgung sagen, das es ihnen egal wäre, sie hätten eh nichts zu verbergen.
Eine sehr lesenswerte Diskussion.
ja, die interessieren auch nur einen kleinen Teil. Personal Profiler loves Bloggers :-D
“Überwachung” ist etwas ganz anderes. Wenn mein Staat damit anfinge, mich anders zu behandeln, weil ich etwas publiziere (dazu müsste er die Verfassung verletzen), dann würde ich auch anders argumentieren.
Aber selbst wenn ich mich auf das Yahoo-Szenario einlasse: Fein. Nehme ich halt ein anderes Portal, wenn mich die Personalisierung stört und ich sie nicht abschalten kann. Und wenn sie gut ist: Um so besser. Ich würde mich freuen, wenn mehr Internetdienste mein Blog durchsuchen würden, um mir besser weiterzuhelfen.
Martin, Du gehst das Thema von der idealistischen Seite an, die auch solange funktioniert wie sich alle lieb haben. Sobald sich aber jemand findet der etwas in deinen Leben wühlt, weil Du z.B. ein politisches Amt anstrebst, kann eine Handlung die heute noch als vollkommen harmlos aussieht ziemlich nach hintenlosgehen. Das muss nicht immer Holzhammermäßig passieren, sondern auch viel subtiler wie z.B. das Yahoo-Szenario. Natürlich könntest Du eine andere Seite nehmen, dazu müsstet Du aber ersteinmal in der Lage sein und es entdecken.