Panda Linux DesktopSecure

Woran erkennt man, das Linux nun Mainstream ist? Genau, die Hersteller von Placebo-Software fangen an ihre Software nach Linux zu portieren. Vielleicht ist Panda Soft sogar die erste Firma die diesen Schritt geht, man muss ihnen aber lassen das sie ihn sehr konsequent gehen. Bei Pro-Linux bin ich auf ihr DesktopSecure gestossen und dachte mir ‘Oh, das guckste dir mal an’.

Man sollte sich nicht von den Vorgaben abhalten lassen, denn obwohl nur

SuSE 9.2; Fedora Core 2; Fedora Core 3; Fedora Core 4; Ubuntu 5.10; Debian 3.1; Red hat Enterprise Desktop 4.

Supported sind funktioniert die Installation (kdesu desktopsecuresh.sh) unter Ubuntu Dapper ohne Mucken. Überhaupt ist die Präsentation, also das Aussehen während der Installation und die spätere GUI, gut und durchdacht. Alles ist klar strukturiert und mit ein paar Klicks erledigt – man fühlt sich an Windows erinnert (Klick to enlarge):

Ein Bild des Installers

Schaut man nach der Installation mal unter die Haube sieht man eine riesige Anzahl unterschiedlicher Prozesse (bei mir waren es 50), warum auch immer. Zum Glück hat man sich nicht entschloßen für die Firewall irgendwelchen Voodoo zu veranstalten, sondern setzt auf Iptables.

Der Hauptbildschirm
Das Hauptfenster

Ist DesktopSecure ersteinmal installiert geht es Windows-like weiter. Möchte man das Hauptprogramm starten, muss man das Root-Passwort angeben und im KDE-Tray sitzt ein kleines Symbol auf dem immer mal wieder Warnfenster hochpoppen, um nachzufragen ob dann diese oder jene Applikation ins Internet darf.

Ein Warnfenster a la Windows

Klickt man sich durch Interface trifft man in den Einstellungen auf das gesamte Buzzword-Repertoire des Businesses:

- Anti-Spyware
- Dialers
- Jokes
- Heuristic

Nun die Frage: Was soll das ganze? Tja, in Zeiten wo es noch immer keinen In-The-Wild Virus für Linux gibt, geschweige denn Spyware oder Dialer und eigentlich jede (vernünftige) Desktop-Distribution keinen offenen Port hat, ist das ganze flüssiger als Flüssig – nämlich Überflüssig. Aber etwas gutes hat es doch: Der Uninstaller lässt (bis auf ein paar Prozesse) nichts zurück.

Verwandte Artikel

  • No Related Post
Leave a comment

5 Comments.

  1. > Aber etwas gutes hat es doch: Der Uninstaller lässt (bis auf ein paar Prozesse) nichts zurück.

    Jo, da fühlt man sich so richtig Windows-like verarscht. So wie ich, der ich gerade in der Registry rumfummeln muss, damit ein Lexmark-Treiber (der Download war 120MB groß – nur den Treiber gabs nicht) wirklich und völlig aus dem System verschwindet und die beiden Prozesse ebenso.

    Was würden wir nur machen, wenn wir keine Computer hätten ;-)

  2. So finde ich das nicht – eine Applikation-Firewall habe ich unter Linux immer vermisst

  3. DesktopSecure ist aber keine “Applikation-Firewall”.

  4. Hoffentlich portiert MS bald ihr stehts topaktuelles “Tool zum entfernen bösartiger Software” Richtung Linux:

    “Unter /boot/vmlinuz-tralala wurde bösartige Software gefunden, Microsoft empfiehlt diese zu entfernen.”

  5. Stefan Held

    Ehm wer auch immer schonmal _gezwungen_ wurde die Windows Version davon aufm Arbeitsplatzrechner zu haben der wird mit den Linux Usern mitleiden.

    Wenn das Ding wirklich genau wie unter Windows ist, würd ichs nichtmal meinem eigenen Feind wünschen. Nichtmal geschenkt wollte ich das haben.

    Das Ding sollte man wirklich bei dreckstool.de einführen. Ich nannte den Rotz immer Tamagotchi Virusscanner. Wirklich das Ding hat gelebt.

    ……