Und ewig nervt die Hardware

Neue Hardware ist eine schöne Sache, neues Spielzeug quasi. Die Ernüchterung kommt aber, wenn man Linux darauf installieren möchte. Meistens ist der Kernel zu alt und so fängt man an sich einen passenden zu bauen. Das skaliert bei einen, vielleicht 10 Rechnern, aber nicht mehr bei sehr vielen. Verschärfend kommen noch ältere Systeme und Architekturen hinzu und man sieht sich einen Haufen von Anforderungen bezüglich der unterstützten Hardware gegenüber. Natürlich versucht man das alles unter einen Hut zu bekommen, wählt evtl. eine Standard-Distribution, nur um 6 Monate festzustellen, das auch diese sich auf neuester Hardware nicht ohne Krämpfe installieren lässt.

Man fängt also wieder von vorne an und ist man kein Kernel-Entwickler wächst einen das schnell über den Kopf. Neueste Features gibt es nur in neuesten Kernel-Versionen oder als Patche für Enterprise-Ditributionen. Ubuntu Dapper läuft bestimmt auch mit 2.6.20, aber irgendwann gibt es keine Fixes mehr für 2.6.20 und die Sache geht mit der nächten Version in die nächste Runde. Irgendwie kann es das nicht sein.

Ubuntu selbst scheint sich dem Problem noch nicht bewusst zu sein. Wenn sie wirklich vor haben Dapper 5 Jahre zu supporten, werden sie dort nachlegen müssen in Form von Backports oder ähnlichen. Auch andere kommerzielle Linux-Anbieter pflegen entsprechend ihre Kernel. Es selbst zu tun ist viel zu grosser Aufwand.

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7 Comments.

  1. Wenn Du Dir “sehr viele” Rechner anlachst, die nicht mit dem Standardkernel Deiner für dieses Projekt vorgesehenen Distribution laufen wollen, hast Du aber mal ganz massiv in die falsche Richtung gearbeitet.

  2. Grüne Wiesen und langjährige Lieferbarkeit von Hardware haben sich leider nicht durchgesetzt.

  3. Das kann ich nachvollziehen bzw. konnte es beinahe 10 Jahre unter Linux ;) – unter *BSD ist das Problem im Prinzip noch verschärfter, allerdings ist man dort erst einmal angelangt denkt man auch um und rennt nicht jeder unausgegorenen Hardwarespielerei hinterher.
    ArchLinux ist da z.B. immer auf der Höhe der Zeit, allerdings auch zu lasten der Stabilität, denn viele Dinge die auch in einen stabilen Kernel fließen können und werden Probleme bereiten – auf Produktivsystemen undenkbar. Für letztere, bleibe ich bei Linux, wäre da auch Debian die erste Wahl und um einigermaßen aktuell zu sein, vielleicht noch testing auf dem Desktop.
    Die Ernüchterung bei neuer Hardware kann dich auch unter Windows ereilen, denn in der Regel sind die mitgelieferten Treiber nicht einmal fähig alle beworbenen Fähigkeiten korrekt zu unterstützen bzw. brauchbare Stabilität zu liefern.

  4. Langjährige Lieferbarkeit von Hardware? Du willst doch nicht jahrelang die selbe Distribution installieren.

    In dem Zusammenhang würde mich allerdings brennend interessieren, wann Canonical gedenkt, mit dem nächsten “LTS”-Ubuntu rauszukommen. Das sollte eigentlich spätestens Ende diesen Jahres schon wieder an der Reihe sein.

  5. @Oli: BSD war für mich noch nie eine Lösung. Das hat keine tieferen Gründe, ausser das Linux (meistens) tut was ich von ihm erwarte und den Programmen die ich nutze, ist es egal ob sue nun unter Linux oder BSD laufen.

    @Martin: Also 2 Jahre sollte schon hinreichend aktuelle sein, um sie installieren zu können.

  6. Ich weiss ja nicht, welche Systeme Joern da genau meint und will auch nicht “Jehova” rufen, aber dieses Problem löst man durch Verwendung eines Systems, das von den HW-Hersteller supportet wird. Ich habe jedenfalls nicht schlecht gestaunt, wie gut die Installation und die vollständige HW-Erkennung von CentOS/RHEL auf neuesten Maschinen von HP funktioniert (im Ggstz. zur letzten Debian-Stable), und das trotz Kernel-Version 2.6.9.

    Dafür handelt man sich natürlich andere Nachteile ein, das perfekte System gibt’s eben nicht. :)

    cu,
    kaasboer

  7. tja da fäält mir nur folgender Spruch zu ein – mit PS´s werden Probleme gelöst die wir ohne sie nicht hätten – oder so ähnlich …