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Usenet-Beamte

6. April 2007

Ich habe mich immer gewundert wo die ganzen Usenet-Beamten geblieben sind, die im deutsche Teil der Newsgruppen eine strenge Herrschaft der Regularien aufgebaut hatten die jedem Finanzamt zur Ehre gereicht hätte. Nun weiss ich es: sie sind bei der deutschen Wikipedia untergekommen.

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  1. 6. April 2007, 13:39 | #1

    und natürlich beim Karlsruher Stadtwiki. Weswegen ich – und sicherlich eine Menge andere Leute auch – keine Lust mehr habe, mich dort aktiv zu beteiligen.

    cu, w0lf.

  2. 6. April 2007, 13:39 | #2

    ah ja, link vergessen:

    Stadtwiki Karlsruhe – wo das Erbsenzählen haust …

    cu, w0lf.

  3. 6. April 2007, 15:30 | #3

    Haha, full ACK! Die deutschen Exludisten haben mal wieder zugeschlagen …

    Warum können die Regeln für eine Online-Enzyklopädie, bei der kein Papier bedruckt werden muss, bei der ein mehr an Informationen keine Nachteile hat, nicht andere sein als bei einer herkömlichen Enzyklopädie? Ich versteh’s einfach nicht …

  4. 6. April 2007, 16:58 | #4

    An den deutschen Wikipedianern nagt halt, das man sie nicht für voll nimmt. Nun versuchen sie das durch päpstlicher sein als der Papst wieder aufzufangen. Sie wollen halt von Wissenschaftlern ernstgenommen werden, anstatt einfach den ‚vom-Volk-fürs-Volk‘ Ansatz weiterzuverfolgen.

  5. 6. April 2007, 19:29 | #5

    es wäre aber auch beides zu erreichen

  6. 6. April 2007, 21:42 | #6

    RTFM!
    Mir wird ganz warm ums’s Herz, denke ich an die Eröffnung jedes zweiten Postings.

  7. stefan
    7. April 2007, 08:04 | #7

    Ohja… die Regelfaschisten
    Sie sind schon ein stehter Quell der Freude. Ich gehoer zwar auch durchaus zu denen, die sich wohl fuehlen, wenn es strikte Regeln gibt und sich auch jemand um deren Einhaltung kuemmert, aber leider muessen es einige ja immer uebertreiben.
    Ganz ehrlich: Das Usenet ist eine der tollesten Moeglichkeiten online zu diskutieren, nicht zuletzt wegen der oftmals uebertrieben wirkenden Regularien. Aber spaetesten wenn man mal eines der unzaehligen Webforen gesehen hat, ist man zum einen froh, zur Abwechslung mal nicht das Gefuehl zu haben, der Einzige Teilnehmer zu sein, der die Pubertaet schon hinter sich hat, und merkt zum anderen das sich hier das Beamtentum zwar in seiner schoensten Form manifestiert zum anderen man dadurch aber eher mehr, als weniger Freiheiten hat. Selbstherrliche Moderatoren, die das eigene Thema beenden, weil es ihnen nicht gefaellt, sowas gibts im Usenet nicht…
    Peinlich wirds immer dann, wenn die Regeln zum Selbstzweck werden. Der Deutsche sagt dann gerne, es ginge ja schliesslich ums Prinzip.
    Genau daran ist leider auch wikipedia gerade am kaputtgehen. Ich kann jetzt leider keine Quelle mehr nennen, erinnere mich aber an eine Statistik in der festgestellt wurde, das die Mehrzahl der fachlich relevanten Aenderungen von unregestrierten, unregelmaessigen Benutzern gemacht wird. Das Stammpersonal zieht sich dann an Feinheiten auf und schafft die „korrekte“ Formatierung, kuerzt eigenmaechtig oder formuliert „besser“…
    Dummerweise nehmen sie damit aber genau denen den Spass an der Mitarbeit, die eigentlich zum Erfolg beitragen. Aber es ist doch so schoen, wenn man selbst schon von der Thematik keine Ahnung hat, dann doch wenigstens bezueglich der Einteilung der Absaetze und der korrekten Zeichensetzung das letzte Wort zu haben. Juchu! Ein weiteres Paradies fuer Wichtigtuer

  8. 7. April 2007, 13:46 | #8

    Ich habe mal eine kurze Zeit lang versucht, auf linuxwiki.de mitzuschreiben, aber die Korrekturkasper waren unerträglich. Wenn keine fünf Minuten nach dem Abspeichern „UNIX-Systeme“ zu „Unices“ (das größte Reizthema meines Lebens) umgebaut wird und alle möglichen vermeintlichen Rechtschreibfehler verschlimmbessert werden, kann einem der Spaß nur vergehen.

  9. Torsten
    7. April 2007, 19:00 | #9

    Ach Gott. Wenn es denn so schlimm ist, dann forkt die Wikis doch.

    Dabei gibt es ein Problem: jeder Fork mit nur ein wenig Erfolg merkt früher oder später, dass es doch eine Rolle spielt, ob man alles abdecken will oder irgendwo eine Grenze zieht. Wer keinerlei Grenzen zieht, geht einfach unter, wird von belanglosem Quatsch zugemüllt, bis keiner mehr auf die Idee kommt, hier nach nützlichen Infos zu suchen. Oder er bekommt eine Abmahnung weil auf einem Artikel den seit Jahren niemand außer Google aufgerufen hat, was falsches steht.

    In der englischen Wikipedia wird die Grenze viel niedriger gesetzt. Das hat aber einen Grund: die können auf ein Vielfaches von Mitarbeitern zählen. Wenn dort etwas über Ugahaasdhkj steht, dann ist die Wahrscheinlichkeit erheblich höher, dass jemand den Artikel liest und gegebenenfalls korrigiert.

    Um die Abdeckung von Linux-Distributionen in der Wikipedia zu erhöhen gibt es ein einfaches Mittel: Arbeitet mit an dem Wikipedia-Protal Linux http://de.wikipedia.org/wiki/Portal:Linux – Mit genug Mitstreitern ist es auch sicher kein Problem, eine Redaktion Linux zu gründen. http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Redaktionen

  10. 8. April 2007, 19:02 | #10

    Nur weil man Kritik übt gleich das Projekt forken? Bischen dünnhätig was Kritik angeht was?

    Das Portal funktioniert nicht, weil es dem wie für mich die Wikipedia funktioniert widerspricht. Man muss nämlich wissen das es das Portal gibt, im Artikel über Linux steht der Hinweis im letzten Drittel, ein konkreter Hinweis was das alles soll gibt es nicht. Ich möchte bei einer Suche im linken Suchfeld viele Ergebnisse finden, ich möchte bei Google nach etwas suchen und die Wikipedia finden – das wird mit dem Portal schlecht gehen.

  11. Torsten
    9. April 2007, 07:30 | #11

    Nein, mich stört Kritik gar nicht, mich stört es lediglich, wenn unreflektiert zu Begriffen wie „Wissensfaschisten“ und „Regelfaschisten“ gegriffen wird. Wer mit solchen Kanonen auf Spatzen schießt, kann einen Realitätsabgleich IMHO ganz gut gebrauchen.

    Ich weiß, dass solche Portale schwer zu finden sind – die Wikipedia ist zwar im Prinzip offen, aber der innere Zirkel hat sich in den Belangen der Verwaltung des Wissens stark abgekapselt. Die Abstimmungsprozesse sind erst nach Wochen durchschaubar – und das ist IMHO durchaus Absicht, um vermeintliche Störenfriede abzuschrecken. Deshalb habe ich die Links ja hier hinterlassen. Wer an Sacharbeit interessiert ist, kann ihnen folgen.

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