Ein Easter-Etch und Ubuntu-Kritik
Juhu, Debian Etch ist endlich fertig! Ein echter Grund sich zu Freuen wie ich finde, denn Debian ist sich über die Jahre immer treu geblieben und haben sich vom Geschrei um die Release-Politik nicht wild machen lassen – das nenne ich Kontinuität. Debian auf Servern ist einfach unschlagbar.
In dem Zusammenhang ist auch ein Golem-Interview mit dem Debian Release-Manager Andreas Barth ganz intressant. Neben der üblichen und durchaus zulässigen Selbstbeweihräucherung gibt es ein paar Worte zu Ubuntu:
Ubuntu hat gar nicht so viel Erfolg; Ubuntu schafft es nur sehr gut, sich selbst zu verkaufen. Bei Messen kommen viele Leute zu uns und erzählen, dass sie erstmals Linux mit Ubuntu probiert haben und dann zu Debian gegangen sind wegen der weitaus besseren Qualität. Debian bietet beispielsweise Sicherheitsunterstützung für weitaus mehr Pakete als Ubuntu.
So Unrecht hat er nicht, wie ich finde. Die Desktop-Varianten sind eine gute Sache, aber im Server-Bereich ist Ubuntu bis jetzt eine Null-Nummer. Einfach eine Distribution auf den Markt werfen und fünf Jahre Supporten ist sicher eine nette Sache, aber ich hätte einige Aktualisierungen erwartet. Tatsächlich ist es mitunter schwierig Dapper auf neuerer Hardware zu installieren – das können Redhat und Suse viel besser.
“Schönes” Beispiel für Ubuntu auf dem Server ist Clam. Hatte Ubuntu Dapper Server installiert und wollte Clam für Amavis-New verwenden. Leider musste ich mich erst die Config-Datei unter /etc für Clam selbst bauen.
Die gleiche Installation habe ich dann (weil es noch mehr so komische “Probleme” gab) unter Debian durchgeführt. Es wurde eine saubere, funktionsfähige Config für Clam erstellt. Ich musste nur noch zwei Parameter umstellen.
Debian ist und bleibt bei Server meine Nr. 1!
Tom
Nun ja, da kann man viel erzählen. Dummerweise gehen die meisten dieser Kommentare aber am Kern der Dinge vorbei.
Ubuntu als Desktop läßt sich eben sehr einfach installieren, hat eine anständige HW-Erkennung und läßt sich recht gut benutzen. Es funzt auch auf dem MacBook ziemlich gut. Am Desktop (leider) immer wieder erforderliches proprietäres Geraffel wie von Adobe das Flash und den Reader, aber auch Java (noch nicht OpenSource) oder M$s Fonts lassen sich recht leicht hinzu installieren.
Am Desktop und für die private Kiste at home ist Ubuntu recht gut geeignet – exakt die Zielgruppe von Ubuntu. Die “Ubunter” behaupten selbst nicht, irgendeine wichtige Rolle am Server zu spielen, wenn sie auch so etwas wie “Ubuntu Server” im Angebot haben. Dieses Zeugs steht freilich noch ganz am Anfang.
Ja, am Server, da würde ich es eher mit CentOS oder Debian versuchen (die neue Etch freilich erst nachdem sie mindestens zwei Monate “Reifezeit” hinter sich gebracht hat). Und wenn es denn unbedingt zertifiziert sein soll, dann gibt es die bekannten Player wie RedHat mit RHEL oder Novell mit SLES.
Sicher, ich kann die “Debians” verstehen – all zu viele schnappen sich ‘ne Debian, modeln sie um, und machen sich damit einen Namen oder gar eine goldene Nase (siehe z.B. ->Xandros). Dieses Schicksal teilen sie sich mit RedHat; die hat es mit den dreisten Typen von Oracle noch wesentlich härter getroffen. Doch schon zuvor gab es von RedHat jede Menge “Derivate”, z.B. Mandrake äh Mandriva entstand auf die gleiche Art und Weise …
Debian 4.0 veröffentlicht…
So, nun ist es vollbracht! Debian 4.0 wurde veröffentlicht. Mit nur knapper Verspätung ;)
Was bringt das neue Debian denn so mit:
- grafischer Installer
- Kernel 2.6.18
- GCC 4.1.1 & Glibc 2.3.6
- Xorg 7.1, Compiz, Aiglx
- reichlich aktualisierte…
>die neue Etch freilich erst nachdem sie mindestens zwei Monate “Reifezeit” hinter sich gebracht hat
also bei mir auffem server hat etch schon eine reifezeit von einem jahr hinter sich und ich kann mich nicht beklagen ;)
wäre das ein produkt welches “frisch” rauskommt und vorher noch keinem wirklich zur verfügung stand (wie z.b. vista, nur da reichen wohl auch keine zwei monate ;) ) dann würde ich dir ja zustimmen, aber wenn ein debiansystem von testing zu stable wird dann hat das meistens durchaus seine berechtigung.