Update auf Ubuntu Feisty Fawn

Bis letzte Woche haben mich alle Meldungen über den Fortschritt der neuen Ubuntu Version 7.04 (Feisty Fawn) kalt gelassen. Doch als sich der erste Release Candidate abzeichnete wurde ich Unruhig und hab dann wider besseren Wissens mit dem Update begonnen. Meine Update-Erlebnisse waren bis jetzt alle sehr durchwachsen (1, 2, 3). Für mich, der auf etliche Jahre Erfahrungen mit Debian und Linux zurückgreifen kann, waren das nie wirkliche Showstopper und ich war Neugierig ob sich da in der Zwischenzeit etwas getan hat.

Um es kurz zu machen: Nein. Mein Desktop-Rechner zuhause (Athlon 3400+, 1GB RAM, Nvidia 6800GT, NV4-Chipsatz) machte mit Kubuntu den Anfang. Zwischendurch blieb einmal die Grafische Oberfläche stehen und ich musste noch einmal beginnen. Ansonsten lief das Update durch, allerdings bootete der Rechner anschließend nicht mehr. Ein bischen gucken liess auf ein Kernel-Problem schließen und als das System mit dem Edgy Kernel bootete war das auch klar. Es war spät und ich hatte keinen Bock mehr. Am nächsten Tag kam zum Glück ein Kernel-Update und siehe da es bootete. Beryl funktionierte auch Out-of-the-Box. Zugegeben: Die ersten Minuten sitzt man staunend vor diesen ganzen Effekten und kann sich nicht satt sehen, aber irgendwann kommt die Frage nach den tieferen Sinn und dann ist das Staunen schnell weg.

Mein altes Notebook (Celereon 700, 256MB Ram, Intel irgendwas) mit Xubuntu war als nächstes dran. Mitten im Update stand das Ding still. Nach dem Reboot ging ersteinmal nichts – kein X, kein WLAN, der Kernel bootet nur in Single-User Mode. Nach ein bischen apt- und dpkg-Akrobatik lief dann das Update weiter und dann auch durch.

Mein Rechner in der Firma (Intel Dual-Core mehralsgenug, 2GB RAM, ATI-Radeon irgendwas, Software-Raid 1) kam zuletzt und auf hier das gleiche Bild. Mitten im Update stand alles, nach dem Reboot meckerte der Devicemapper über Partitionen die eigentlich zum RAID gehörten. Wieder ein bischen auskommentieren und dpkg-/apt-Akrobatik dann lief das Update weiter. Mir lief dabei die /boot-Partition voll, 100 MiBi für 6 Kernel sind anscheinend nicht mehr ausreichend. Der Vmware Server wollte auch nicht, aber da hilft das Vmware-Any-Any-Update.

Fazit: Für mich nichts Neues. Für Anfänger geht Ubuntu in Richtung Suse, wo schon immer galt lieber neu zu installieren als ein Update zu wagen. Von geschmeidigen Updates a la Debian ist Ubuntu meilenweit entfernt. Schade eigentlich, denn man sollte die vielen neu gewonnenen Ubuntu-Benutzer nicht mit derartigen Sachen wieder vergrätzen.

Leave a comment

10 Comments.

  1. Tönt ja nicht grad überzeugend. Bei mir hat der Update aufs Beta problemlos geklappt (habe so ne Dell-Kiste). Hoffe mal, das Final läuft ebenso über die Bühne…
    Apropo Beryl: Mir ging es ähnlich; zuerst staunen und dann die Ernüchterung – mit diesen lästigen Spielerei kann man kaum noch arbeiten. Überall schwabbelnde Fenster und drehende Würfel… Zum Glück ist das Deaktivieren ebenso einfach wie das Aktivieren!

  2. Zum thema beryl + compiz: dito. deswegen hab ich bei meinem arbeitsrechner in der firma auch davon abgesehen, so einen unfug einzusetzen. stattdessen stinknormale Kubuntu (6.10) mit fröhlicher Nutzung von Synaptic und dselect.

    “Never touch a running system” – weshalb ich auch erst einmal ein paar Wochen bis Monate warten werde, bis sich genug Tipps zum Umstieg im Forum von Ubuntuusers.de angesammelt haben. Solche Aussetzer, wie du sie beschreibst, möcht ich ehrlich gesagt vermeiden.

    cu, w0lf.

  3. Ich kann mich Zenblé nur anschließen, das Update auf die Beta-Version lief problemlos und auch alle kleinen Updates die im Moment so tagtäglich eintrudeln machen keine Probleme. Das ganz bei einem Kubuntu welches auf einem IBM z60t läuft. Und die Supportgemeinde hat jetzt auch schon viele Hilfestellungen für Feisty Fawn in den Foren.

    Beim letzten “kleinen” Update auf den 15ner Kernel gab es Probleme mit dem Fingerprint-Reader, aber sowas ist nunmal auch noch exotisch :o)

    MfG Till

  4. Gestern habe ich über den System-Updater ein Upgrade von Ubuntu Edgy auf Feisty Fawn durchgeführt. Es hat alles prima geklappt. Ich habe Beryl mit Kiba-Dock und über den Beryl-Manager kann ich auch andere Desktops auswählen. Ich bin mit dem System in jeder Hinsicht sehr zufrieden. Der Umstieg hat sich für mich gelohnt. Auf meinem Durchschitts-Spezi läuft jetzt alles um einiges schneller ab. Auch die midi-Files werden jetzt abgespielt. Was will man mehr ;) ?

  5. > Von geschmeidigen Updates a la Debian ist Ubuntu meilenweit entfernt.

    Ganz und gar nicht, das einzige was wieder mal nicht funktionierte war natürlich der ATI Treiber, aber alles andere funktionierte auch nach dem Update noch Problemlos (inklusive tv karte & fernbedienung).
    Habe das Update normal über das GUI gemacht.

    Zugegeben, ich staunte sicher 10 Minuten lang über dieses kleine Wunder ;)

  6. Ich hatte noch ein Breezy aufm Laptop, vom Updaten wurde mir abgeraten.
    1. Versuch: ubuntu-7.04-desktop-i386.iso
    Braucht ungefähr 30min zum Starten ins GUI, dann sind alle Zeichen nur kleine Blöcke und man kann nix lesen. Konsole lässt sich nicht öffnen
    2. Versuch: ubuntu-7.04-alternate-i386.iso
    Partitionierung erkennt die Festplatte irgendwie nicht ganz, ich bekomme nur die Möglichkeit, alles zu verwenden, die vorhandenen ext3/swap-partitionen werden ignoriert. Also Windows booten, manuell löschen. Lustigerweise wird eine FAT32-Partition die dahinter liegt gleich mitgelöscht. WTF? Naja, war eh quasi leer. Reboot und Partitionierung im Textmodus funktioniert wieder. Installation des Grundsystems klappt, allerdings bleiben die Pakete reproduzierbar bei 6% hängen. Keine Lust, schon bei der Installation wieder Kommandozeilen-KungFu zu betreiben.
    3. Versuch:ubuntu-6.10-desktop-i386.iso und Upgrade
    Ja, brenn ich grad, dauert noch…
    Fazit: Breezy war toll, aber irgendwas mag Feisty an meinem Laptop nicht…

  7. Also, ich habe heute (ach nee, heute ist ja schon gestern) mein Lappi von Edgy auf Feisty gehoben. Das Ganze hat bis auf die NDISWrapper-WLAN-Anbindung (was zu erwarten war), die 3D-Beschleunigung sowie Beryl (was einige Bastelei erforderte) eigentlich ganz gut funktioniert.

    Was macht man nicht alles, wenn man keinen Bock mehr auf’s Arbeiten hat…

    Gruß
    Stefan

  8. Hm, ich habe mein Notebook, Dell Inspiron 8200 – Gforce 440 – P4M 2,2 – 1GB RAM, von edgy auf feisty upgedated indem ich die sources.list angepasst habe. Der Rest lief ziemlich problemlos mit apt. Allerdings habe ich auch nicht viel besonderes drauf, das ist eine reine Textverarbeitung/Mail/surf Maschine.

    Gruß

    Socke

  9. Ich kann dem bericht nur zustimmen.
    Seit dem Update konnt ich nicht einmal mehr normal booten ;)
    aber da ich alles wichtige gesichert habe, frage ich mich, ob ich mir das wieder zurechtbiegen will, oder einfach neu installiere.

Trackbacks and Pingbacks:

  • Stefan - Trackback on 2007/04/17/ 15:45