Warum kommerzielle Software lähmt und Open Source ehrlicher ist
Ich finde den Unterschied zwischen proprietärer/kommerzieller Software und Open Source manchmal recht frappierend. Man merkt es den Leuten an welche Art der Software sie bevorzugen. Da sind die, die scheinbar auf Nummer sicher gehen. Grosse Hersteller-Firma, grosse Versprechen von Support, das typische Cover-your-Ass Business. Sie sind zögerlich im Umgang mit der Software, nur nichts falsch machen und lieber dreimal den Lieferanten fragen oder besser gleich ihn machen lassen. Entschädigt werden sie dafür aber kaum, denn das Support-Versprechen hat oft eine Fussnote die in etwa mit denen in Handy-Werbungen vergleichbar ist. Kleine Schrift und viele Fussangeln. Da ist dann die Rede von Support-Matrizen, es wird geprüft ob überhaupt ein Fehler vorliegt, immer neue Daten oder Konfigurationen angefordert. Das dauert, es lähmt. Denn Reaktions- und Wiederherstellungszeiten sind äußert dehnbare Begriffe und das am Ende ein Lösung steht ist auch nicht immer gegeben.
Auf der andere Seite gibt es Menschen die ganz bewusst auf Open Source setzen. Sie kennen sich aus, haben keine Berührungsängste mit ihrer Software, gehen mit Fehlern anders um. Für sie gibt es kein Support-Versprechen, denn sie wissen von Anfang an: Wenn Du ein Problem hast dann ist es dein Problem. Das macht Open Source ehrlicher, berechenbarer.
Veröffentlicht am 22.September 2007 | Kommentare: 11 | Artikel 1059mal angeschaut
Tags: kommerziell,Open Source,Rant,Support
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2. Kommentar von gnokii | Datum: 23.September 2007
fehlt der allerwichtigste Faktor, die Flexibilität die man beim Einsatz von quelloffener Software bekommt. Sie ist an alle Situationen anpassbar ;-)
3. Kommentar von Pharao | Datum: 23.September 2007
du vergisst die Gruppe von Geschäftskunden die keine eigene IT-Abteilung haben, einmal ein funktionierendes Setup brauchen, dass sich auf Knopfdruck updatet mit der Aussicht, dass da keine Fehler entstehen und fertig.
Für die wären diese Versprechen - sofern sie ohne Fußnote wären, ideal.
4. Kommentar von matthias | Datum: 23.September 2007
Hört Hört!
Sehr schön gesagt und meine volle Zustimmung!
5. Kommentar von martin | Datum: 23.September 2007
@Pharao: Gerüchtweise soll’s auch käufliche Dienstleister geben, die zum Massieren und Entspannen der EDV bis ins Büro kommen.
7. Kommentar von Klaudio | Datum: 23.September 2007
Oft ist es auch so, dass der Support fast nie benötigt wird, obwohl weiss Gott wieviel Geld dafür ausgegeben wurde.
8. Kommentar von Joern | Datum: 23.September 2007
@martin: Die Argumentation deines Kunden erinnert mich ein wenig an die Argumentation der NRA.
@gnokii: Ich habe Absichtlich nicht darauf abgehoben, das man sich die Software selber anpassen kann, da es die Mehrzahl nicht kann und daher für diese Leute auch kein Argument ist Open Source einzusetzen.
@Pharao: Support ohne Fussnote habe ich noch nicht gesehen.
9. Kommentar von she | Datum: 24.September 2007
Kommt drauf an… meiner Meinung nach liegt der grösste Teil in DOKUMENTATION. Ich finde einfach, ein gutes Open Source Projekt braucht eine gute on-line Doku.
Und zwar auch auf C Ebene - nicht jeder ist ein genialer C Programmierer, aber mit sehr guter Doku kann man SO viel leichter machen… zur Zeit suche ich ob jemand Gimp Filter aufruft… wenn Gimp die Doku selbst anbieten würde, wäre schon sehr geholfen
10. Kommentar von martin | Datum: 24.September 2007
Jörn: Wie? “Software doesn’t kill people. Admins do” - Oder was? ;-)
11. Trackback von [juergen-luebeck.de] | Datum: 29.September 2007
Open Source Verweigerer…
Mir wurde gestern glaubhaft versichert, dass es tatsächlich ITler gibt, die es ablehnen, mit Open Source Software zu arbeiten – bezogen auf Tools und den eigenen Code-Output. Ich nahm es mit einiger Verwunderung auf, ging es doch erstens nicht u…
1. Kommentar von martin | Datum: 22.September 2007
Genau meine Rede: Wenn man bereit ist, die Verantwortung zu übernehmen, kommt bei Open Source praktisch immer der streßärmere Job mit einem total berechenbaren System raus.
Ich setze bei einem großen Kunden einen kommerziellen Spamfilter für über 10000 User ein. Das Ding spinnt am laufenden Band, ich habe die Hotline vom Hersteller auf Kurzwahl und habe von denen, wenn’s wirklich kompliziert wurde, noch nie eine vernünftige Lösung bekommen.
Die Begründung von $KUNDE war, daß er auf keinen Fall Verantwortung für die Filterergebnisse des Spamfilters übernehmen will. So schmerzfrei will ich in einem zukünftigen Leben auch mal werden.