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Herr Seemann sucht das Distri-Glück

Irgendwie habe ich Ubuntu im Moment über, ich muss mich mal dringend nach Alternativen umschauen. Es sind immer wieder Kleinigkeiten die mich wahnsinnig nerven. Dabei ist es nicht der Fehler an sich, sondern der für mich zu grosse Unterschied zwischen Anspruch von Ubuntu und Wirklichkeit.

Meine Anforderungen sind eigentlich gar nicht so gross. Sie (die Distribution) sollte halbwegs aktuell sein, KDE (alternativ XFCE) und Firefox bereit halten. Ich möchte mit meiner DVB-T Karte TV gucken können, wobei die Karten nicht das Problem ist, sondern eine brauchbare Applikation wie z.B. klear. Damit hört es auch schon auf. Prinzipiell präferiere ich deb-basierende Distributionen gegenüber RPM, trotzdem wird es wohl mal Zeit für mich meine jahrelang gepflegte Abneigung neu aufleben zu lassen oder aufzugeben. Hier die Kandidaten:

  • Archlinux - a simple, lightweight distribution klinkt verlockend
  • Debian - Thats were my heart belongs ;)
  • Fedora - Irgendwas müssen die Leute daran finden
  • Mandriva - Hab ich mir noch nie Ernsthaft angeschaut, wird wohl mal Zeit
  • Sidux - Hatte früher eine Zeit mal Kanotix, vielleicht ist Sidux ja besser

Ich wurde heute auf der Arbeit auch schon gefragt ‘Wieso nicht Windows?’. Dazu kann ich nur wiederholen: So schlecht geht es mir nicht und so übel ist Ubuntu wiederum auch nicht.

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1. Kommentar von core | Datum: 5.November 2007

Windows ist bei der Such nach dem Glück keine Aternative ;-)
Vielen Dank für die Liste. Werde mir auch mal wieder eine andere Distribution anschauen. Ubuntu ist so in aller Munde, dass es schon fast wieder nervt.

2. Kommentar von matthias | Datum: 5.November 2007

Ich wollte demnächst mal PC-BSD testen. So lange du keine exotische Hardware (z.B. aktueller Laptop) hast, sollte es keine Probleme geben.

Vielleicht wäre PC-BSD ja auch was für dich - auch wenn es keine Linux Distribution sein (aber Hauptsache *NIX :)

3. Kommentar von fwolf | Datum: 5.November 2007

Ubuntu wird auch durch die halbjährigen Roll-Outs nicht unbedingt stabiler.
Sieht man ja an der aktuellen Version. Habe sowohl in der Arbeit wie auch daheim noch nicht das Upgrade durchgeführt und werde es wohl auch noch länger nicht machen.

=> Never Touch A Running System!

mir persönlich wäre ja eine Distribution, so zwischen Debian und Ubuntu am liebsten. D.h. nicht penetrant aktuell, aber auch nicht penetrant überaltet, wie das gerne bei Debian passiert. Ein guter Mittelweg also.

cu, w0lf.

4. Kommentar von pfleidi | Datum: 5.November 2007

Also ich schwoere auf dem Desktop auf ArchLinux. Ist schlank, schnell und stabil und fuer die Pakete, die nicht im grossen und sehr aktuellen Repository zu finden sind, gibt es im AUR ein PKGBUILD um sich schnell selbst ein Paket zu kompilieren. Ich kenne auch ein paar Weitere Arch-User und denen gefaellt es ebenso wie mir. :)

So lange du nicht auf grafische Konfigurationstools oder einen DAU-kompatiblen Installer wert legst, ist Arch auf jeden Fall mal einen Blick wert.

Hier mal noch ein paar Links aus dem Arch Wiki:
The Arch Way
Arch vs. others

5. Kommentar von Usul | Datum: 5.November 2007

Ich bin seit Mai mit Archlinux unterwegs und habe den Umstieg bis jetzt nicht bereut. Der Grund für mich war im Wesentlichen das Prinzip des Rolling Release. Es gibt zwar bei Arch auch normale Releases, allerdings sind das praktisch nur Installations-CDs, welche quasi einen Snapshot des gerade aktuellen Systems darstellen. Arch installiert man in der Regel einmal und aktualisiert es dann permanent, aber es gibt nie einen Releasesprung, bei dem es eine etwas höhere Hürde zu überspringen gilt.

Das hat auch den Vorteil, dass man unabhängig von Releasezyklen immer recht zeitnah die aktuellste Software hat. Auf neue Software wie OpenOffice, Firefox, Pidgin oder einen neuen Kernel wartet man so zwischen 0-14 Tage nach derem offiziellen Release, je nach Komplexität, Interesse der Maintainer etc. Probleme beim Update hatte ich bisher nicht, aber ich schätze mal, sowas wird auch mal vorkommen und das gibt es auch bei jeder Distro. Sogar Ubuntu hat mal seine Jünger nach einem Update ins Konsolen-Nirvana geschickt.

Arch ist bei der Installation etwas anspruchsvoller, da man vieles noch zu Fuß in einer Konfigurationsdatei editieren muss. Aber das macht man in der Regel genau einmal, die Installation dauert damit vielleicht nicht eine halbe Stunde wie bei Ubuntu, sondern vielleicht 2 oder 3. Wer Übung hat, braucht natürlich auch bei Arch nur eine halbe Stunde :)

Ansonsten war ich jahrelang bei Mandriva zugange, eigentlich auch keine schlechte Distro. Hab sie zugunsten von Arch wegen der Rolling Releases verlassen, dass spart viel Hampelei mit Backports, externen Repositorien etc. Ansonsten auch keine schlechte Distro, auf jeden Fall komfortabler als Ubuntu.

Debian, nun ja, hab ich hier aufm Router/Server zum laufen. Dafür genau das richtige. Die aktuellste Software muss es nicht sein, dafür soll der Kram rockstable laufen. Alle 1-2 Jahre gibts dann mal ein dist-upgrade, was schon mal nen halben Tag dauern kann, bis alles wieder so läuft wie es laufen soll. Für den Desktop in meinen Augen nicht geeignet, dazu entwickeln sich Desktopprogramme zu schnell. Backports sind für mich keine Lösung.

6. Kommentar von Andreas | Datum: 5.November 2007

Ich weiß ja, dass Du nach einer deb Distri suchst… aber trotzdem kann ich Dir Gentoo nur ans Herz legen - bestimmt nicht jedermanns Sache, aber mich hat’s total überzeugt! Endlich wieder die absolute Kontrolle über mein System ;-)

7. Kommentar von Foo | Datum: 5.November 2007

Also wenn Du was anderes als Ubuntu testen willst solltest Du kein Debian nehmen. Ubuntu hat so viele Debianpackete das man erstmal die reinen Ubuntpackete finden muss.
Ubuntu ist nichts anderes als ein Debian unstable mit mehr Nutzerfreundlichkeit, keiner kranken wir-nehmen-nur-100%-freie-Lizenzen und lassen unsere Anwender all ihre Treiberprobleme (Centrino Chipsaetze & Co) mit extra Zeitaufwand selbst beheben.

8. Kommentar von Pharao | Datum: 6.November 2007

Mit ArchLinux ist man IMHO immer gut dran - zumindest sofern man in der Lage ist mit einem Wiki zu arbeiten und $editor zu bedienen.
Immer schön aktuell und keine nicht “zwanghaft frei”.

Aber warum nicht mit dem Trend der Zeit gehen und FreeBSD verwenden? (ZFS kommt direkt mit) oder noch trendiger und *Solaris*. Auf Linux fixiert oder keine Gedanken über Alternativen gemacht?

9. Kommentar von martin | Datum: 6.November 2007

Da geht’s Dir genau wie mir, nur mit dem Unterschied, daß ich die dauernde Suche durchs Macbook ein wenig abgemildert habe. ;-) - Das letzte Linux, mit dem ich _wirklich_ glücklich war, war LFS. Leider ist die Beziehung aus Zeitmangel schon vor Jahren in die Brüche gegangen.

Mandriva kannst Du IHMO gleich im Vorhinein als “zu kommerziell” von der Liste streichen.

Bei mir kommt demnächst wieder eine stationäre Workstation auf den Schreibtisch, da werde ich mir mal dieses Archlinux anschauen. Rotierende Releases, ohne den Compilerquatsch von Gentoo, das klingt doch reichlich vielversprechend.

10. Kommentar von Moellus | Datum: 6.November 2007

Immer wieder faszinierend, wie sich beim gemeinen geek (bei mia ooch!) hin und wieder dieser Distri-Depri einstellt und er mittels Griff in die iso-Kiste Abhilfe zu schaffen gedenkt.

Ich nutze diesen Kommentar-slot, um unverblümt meine Gentoo-Hassliebe zu gestehen.

Nächtle!

=)

11. Kommentar von jan | Datum: 6.November 2007

Ubuntu 7.10 macht für mich einen super Eindruck. Und das sage ich als Fedora User. Aber F8 wird bestimmt auch gut.

12. Kommentar von kero | Datum: 6.November 2007

Ich wuerde einfach alles als VM auf einer Maschine laufen lassen und dann je nach benoetigter Anwendung zwischen den Distributionen hin und her schalten. Falls moeglich pro Distri eine Applikation. Als Hostsystem wuerde ich Windows Advanced Ultimate Unlimited Unbelievable Server 2008 SP3 nehmen ;-).

13. Kommentar von chrisg | Datum: 6.November 2007

Also ich nutze Kaffeine unter Edgy Edge fast täglich zum aufnehmen von DVB-S und bin glücklich damit ;-)

14. Kommentar von Sil53r Surf3r | Datum: 7.November 2007

Für einen ersten Test würde ich anhand Deiner Liste am ehesten zu Archlinux neigen. Die bisherigen Kommentare verstärken diesen Impuls. Selbst habe ich aber noch keine Erfahrungen damit.
@w0lf: Für den Pfad zwischen Ubuntu und Debian hat sich bei mir bewährt, ab 6+ Monaten von stable auf testing umzuschwenken, da letzteres sich bisher als dann hinreichend stabil erwiesen hat. Man gewinnt deutlich Aktualität, muß dafür aber mit relativ großen Updates rechnen und sollte täglich aktualisieren. Außerdem muß man mit Vorkommnissen der Art leben, daß der Window-Manager auch mal für einen Tag ausfällt oder sonst irgendetwas temporär nicht geht.
Ansonsten - aber ich bin in dieser Hinsicht alles andere als neutral - erfüllt Debian stable die genannten Anforderungen IMHO bislang ebenfalls noch. Dabei gehe ich davon aus, daß man jeweils einen aktuellen Kernel verwendet. Viel Arbeit entsteht dadurch wirklich nicht, und der Upgrade-Pfad funktioniert zuverlässig - das ist der Punkt, der mich bisher auf diesem Weg bleiben ließ. Mit anderen Distributionen habe ich in der Hinsicht bereits alles erlebt, bis hin zur Notwendigkeit einer Neuinstallation.

15. Trackback von Pharao’s World | Datum: 7.November 2007

Betriebssystem - wie siehts denn aus?…

Eine meiner Lieblingsdiskussionen. Bei Joern im Blog lese ich gerade die Kommentare als mir ein Freud über die Schulter schaut. Da kam die Diskussion - wie es leider kommen musste - auf Linux und Windows. OSX ist IMHO das System das zu wenig Beachtung…

16. Kommentar von Joern | Datum: 7.November 2007

@Matthias: Mit BSD stand ich immer auf Kriegsfuss, daran wird auch eine Desktop-Variante nichts ändern.

@fwolf: Debian mit Backports :)

@Andreas: Gentoo ist für mich der Inbegriff des Frickelns. Da hab ich keine Lust drauf.

@kero: Nein, ich mach meine Ubuntu-Installation und installiere dafür das entsprechende Linux.

@chrisg: kaffeine ist mir zu gross auf dem bildschirm. Ich möchte nur das Fernsehbild und ne Umschaltmöglichkeit, genau das bietet mir Klear.

17. Kommentar von Abraxa | Datum: 8.November 2007

Hey - ich fang gerade an mich mit Ubuntu anzufreunden. Es läuft endlich mal so wie ich das will ;)

Aber gut, ich bin gerade umgestiegen, du kennst dich da eben schon etwas länger aus. Ich habe noch keinen langjährigen Linux-nutzer gefunden, der nicht alle Nase lang die Lieblingsdistribution wechselt *grins*

18. Kommentar von JaKi | Datum: 9.November 2007

Ich benutze seit Dezember letzten Jahres sidux (nachdem die Zukunft von Kanotix zu unklar war), eine dieser (Zitat Vorgänger) “kranken wir-nehmen-nur-100%-freie-Lizenzen” Distributionen, und habe den Umstieg bis jetzt nicht bereut. Bei der Nachinstallation unfreier Treiber wird man absolut nicht alleine gelassen. Ich genieße den Komfort, einfach per Script-Aufruf (smxi) alle Updates auf sichere Art und Weise durchführen lassen zu können (dist-upgrade mit erforderlichen Fixes, neuen Kernel installieren lassen ohne sich um irgendetwas kümmern zu müssen, Grafiktreiber, vbox-Modul bauen etc.). Insbesondere auch das rolling release Prinzip gefällt mir sehr gut (wie auch bereits jemand anderes hier über Arch geschrieben hat). Man muß halt regelmäßig sein dist-upgrade machen, wöchentlich sollte das schon sein. Und dank der hervorrangenden Arbeit des Teams ist das ganz trotz sid einfach nur stabil, stabil und nochmal stabil - und schnell.

Auf meinem Notebook habe ich seit einiger Zeit wieder zusätzlich Kanotix installiert (die 2007 Thorhammer RC6, die auf Debian Etch und einem angepaßten Ubuntu Kernel basiert) und bin ebenfalls sehr angetan davon: es hat was für sich, zu wissen, daß man an dem System einfach nichts kaputtmachen kann ;-). Für KDE würde ich mir allerdings schon eine aktuellere Version als 3.5.5 wünschen.

Womit man mich jagen kann, das sind Ubuntu und Suse. Viel zu kompliziert… ;-)

19. Kommentar von mati | Datum: 10.November 2007

auch von mir klare Empfehlung von Arch.

Ein System, das Du dir von Grund auf _wirklich_ nach gusto einrichten kannst und dabei den Überblick behälst.
Ubuntus Synaptic wird immer so gelobt. Pacman, die Paketverwaltung von Arch ist dagegen wirklich elegant.
Arch-Grundprinzip: keep it simple and small
Ergebnis: Schnell - Schlank - Stabil

20. Kommentar von Oliver | Datum: 10.November 2007

Ich werde zwar nie deine BSD-Ambivalenz verstehen *g* ;-) aber für DVBT hätte ich dir auch nie eines empfohlen, da gibts nämlich nichts. Ich würde auch für ArchLinux plädieren, welches trotz seines teils bleeding edge status doch erstaunlich stabil daherkommt, natürlich nicht vergleichbar mit Debian, aber es ist imho das beste Mittel zwischen Aktualität und Stabilität. Gentoo kann ich mich anschließen, zwar ist es imho weitaus weniger Gefrickel als man denkt, jedoch sind die Compilerzeiten selbst mit ccache, distcc etc. immer noch recht grausam. Und pacman, pacman ist eine Wucht und nicht nur für Anwender, sondern auch für Developer :-)

21. Kommentar von SierraXTC | Datum: 10.November 2007

@Andreas: Gentoo ist für mich der Inbegriff des Frickelns. Da hab ich keine Lust drauf.

Dieses Vorurteil hält sich nach wie vor hartnäckig *seufz* ;)

22. Kommentar von Joern | Datum: 11.November 2007

@Oliver: Ich sehe für mich keinen Nutzen oder Vorteil in BSD. Das BSD-Userland nervt mich schon genug auf der Arbeit, nehm ich GNU kann ich gleich bei Linux bleiben.

23. Kommentar von Olaf | Datum: 12.November 2007

Und keiner traut sich, die HeulSuSE zu nennen. Dabei ist doch Ubuntu inzwischen die Linux-CD-Beilage von PC-Welt & Co. ;)