ITIL-t

So, zwei Tage ITIL Schulung hinter mir. Im Prinzip geht es um die Industrialisierung der IT. Man schafft Mechanism in dem die IT möglichst Effizient arbeitet und eine gleichbeleibend hohe Qualität der angebotenen Dienste liefern kann.

Das ist für viele sicher dröger Stoff und ein Affront für jeden Geek, da Tätigkeiten in Prozesse gepackt und formalisiert werden. Man kann nicht mehr so einfach den Helden geben, muss mehr kommunizieren und eigenes Wissen teilen. Auf der anderen Seite kann man sich diese Formalismen auch gut zu eigen machen, weil das “mehr kommunizieren und eigenes Wissen teilen” auch auf andere zutrifft. Man kommt weg vom ständigen Feuerwehr spielen hin zu mehr planbaren Abläufen und geordneten Zuständigkeiten mit Rechten und Pflichten.

Ich finde man sollte sich solchen Themen nicht verschließen, sondern aktiv daran teilnehmen. Zu einen lernt man viel darüber, wie andere die IT und ihre Aufgaben wahrnehmen und verhindern, das man eines Tages vor vollendeten Tatsachen steht an denen man nur sehr schwer etwas ändern kann.

12 Kommentare zu „ITIL-t“

  • till:

    i-till? :)

  • $KUNDE hat sich so straff nach diesem Beraterquatsch durchorganisiert, daß niemand mehr fürs Lösen von Problemen zuständig ist und nur noch auf die eigene Unzuständigkeit verwiesen wird. Herzlichen Glückwunsch.

  • Hallo,

    hab mir die Seite gerade mal angeschaut und muss feststellen, dass es noch viel mehr davon geben müsste. Schade nur das die meisten dieser “Kommunikationsseminare” kaum wahrgenommen werden. Ein Freund hat mir mal erzählt an der TU-Berlin hätte es mal im Rahmen der Informatik einen Kurs “Gesellschaft und IT” gegeben, aber da ist eben keiner hingegangen…

    Gruß

  • wirklich schlimm ist, wenn sie einem auf der uni diesen ganzen müll eintrichtern und sich eine ganze generation von bindestrich-informatikern irgendwelche modelle aus den fingern saugen darf.

  • Na ja, ITIL ist eher das, wie BWLer gerne die IT hätten. Vor allem soll sie dadurch auch vergleichbar werden (Stichwort Outsourcing), auch bekommt man eben überall das selbe Vokabular. Allerdings hat das meisst mit dem normalen Betrieb wenig zu tun. Als Gegengewicht seien die Bücher “Zeitmanagement für Systemadministratoren” und vor allem “Practice of System and Network Administration” von Thomas A. Limoncelli empfohlen.

  • Das mit dem “Helden” beschreibt genau, was ich bei der Beschäftigung mit der ITIL und ITSM empfunden habe… als Autodidakt ist man so ein Arbeiten nicht gewohnt.

    Aber allein die Beschäftigung damit öffnet schon ein paar Wege zur mehr Effektivität ;-)

  • SvenS:

    Die Grundidee von ITIL ist gut. Weg von Wildwest Verfahren und Prozessen zu einem geordneten Betriebsaublauf wie er in der Mainframe IT schon lange und in anderen Industriezweigen noch viel länger üblich ist.

    Aber, d.h. strikte Standardisierung, keine Extrawürste (für niemanden) und letztendlich das bewusste auslassen von Möglichkeiten zugunsten des Standards. Auch Cheffe Oberwichtig bekommt dann den Report den bisher ein Datenbankadmin in 30 Minuten schnell mal gezogen hat erst nachdem er eine entsprechende Anfrage gemäß dem vereinbarten Prozess gestellt hat. D.h. meistens eben nicht innerhalb von 30 Minuten, sondern später, manchmal viel später und manchmal auch nie. Das ist gut für den Admin der sich um wirklich wichtige Dinge kümmern kann und oft auch für das Unternehmen weil nicht so viel Blödsinn produziert wurde den eigentlich keiner braucht. Soweit die Theorie, in der Praxis kann aber Oberwichtig genug Druck ausüben das er sein zeug trotzdem bekommt oder die Prozesse werden so komplex um ja jeden Fall abzudecken das sich die IT mehr mit eigenen Prozessen beschäftigt als mit Innovationen ihres Kerngeschäftes.

  • Ein sehr guter und ausführlicher Artikel über Itil, wie ich finde, ist auch bei der Computerwoche zu finden. http://www.computerwoche.de/it_strategien/it_management/586547/

  • Viele vergessen anscheinend, das es sich bei ITIL nur um einen Rahmen handelt – um Vorschläge, keine Gesetze.

  • Ich finde ITIL zumindest mal interessant, hab mich aber noch nicht weiter damit beschäftigt, aber das folgt sicher im nächsten Jahr.
    Tja, dass auch mittlerweile kleinere und mittelständische Unternehmen die Wichtigkeit der IT erkannt haben und es ihnen nicht mehr ausreicht, wenn die zum x-ten Mal nur reagiert, ist ja irgendwie schon überfällig. Der bastelnde Geek der ersten Generation, der mit seinem Nagios auf ner kleinen Bastelkiste in der Büroecke das Netz überwacht hat, wird immer seltener. ;-)

  • Muss ich mich schämen das ich ITIL Foundation zertifiziert bin – und das im Job (teilweise) auch noch sinnvoll anwenden kann? ;)

  • @Patrick: Nein, musst Du nicht, wollt ich auch noch machen :)

Archiv