Ein Gedanke, der mir schon länger durch den Kopf geht. Was für Fähigkeiten muss man haben? Sind es eher die Harten wie:
- Weiss alles bis ins letzte Bit
- Multitaskingfähig
- Stressresistent
- hoher Arschlochfaktor
Oder eher die Weichen:
- Team- und Konsensfähigkeit
- Weiss sich zu helfen
- kann sich verständlich ausdrücken
- Kundenorientiert
Oder eine Mischung aus beidem? Was meint Ihr?
Weiss alles bis ins letzte Bit: ist ja nicht möglich ;)
Multitaskingfähig: wird scheinbar immer verlangt
Stressresistent: oja sollte man sein
hoher Arschlochfaktor: kommt auf die Betrachtungsweise an
Team- und Konsensfähigkeit: Ich war noch nei Admin in nem Team
Weiss sich zu helfen: das sollte so sein, bedingt ja auch Punkt 3
kann sich verständlich ausdrücken: kommt drauf an, für wen. Ab nem bestimmten Zeitpunkt redet man einfach nur noch technisch
Kundenorientiert: Kommt drauf an, wen Du als “Kunden” siehst die Firma oder die Mitarbeiter der Firma :)
weiss alles bis ins letzte bit: noe, aber wissen wo es steht, ja
multitasking: joa, allerdings ist da durch gutes selbstmanagement viel auszugleichen, weil viele sachen gut serialisiert werden können
stressresistent: auf jeden fall
hoher arschlochfaktor: auf keinen fall
softskills: alle absolutes ja
ich finde, softskills sind das a und o. technisch kann man jeden affen irgendwie auf linie trimmen, aber wenn einer eine soziale null ist und einfach keine integration in ein team schafft oder ihm wenigstens herrschend vorsteht und dabei nicht gänzlich sozial versagt, dann ist das wirklich unerträglich, sowohl für kunden/mitarbeiter als auch für kollegen.
ich bin viel im projektgeschäft bei großen und kleinen firmen unterwegs, was für soziale barracken man da manchmal trifft und mit denen man dann zusammenarbeiten muss, die eigentlich auch gar nicht wollen und sowieso viel zu gut für alles sind, das zehrt dann schon an der substanz ;-)
da fehlt halt einfach so ein bisschen der respekt (auch wenn das abgedroschen klingt) vor dem anderen als person. und wenn die person dann vor allem vielleicht noch technisch unbegabt ist, rückt sie für einige anscheinend in den bereich unterhalb von amöben. (ohne bezug auf reale personen, auch wenns sich so anhört ;-))
auch wenn die it fast immer das rückgrat der firma ist, sollte man irgendwie nie seinen focus verlieren, wer man eigentlich ist und vor allem wer die anderen sind, eben auch menschen. der kfz-mechaniker behandelt den admin ja meistens auch nicht herablassend, weil der keine ahnung von motorsteuergeräte hat und hilfe braucht.
so, das war jetzt viel text, aber da es mein erster kommentar hier ist (trotzdessen ich schon seit 1 jahr mitlese), möge man mir das verzeihen. :)
passend zum thema: http://fieser-admin.de/
das krasseste negativbeispiel, das ich mitbekommen habe. ich hoffe, der schreiberling führt sich nicht wirklich so auf, sondern übertreibt gerne, denn wenn er wirklich so agiert, hätte ich ihm als kunde/kollege mal zwei mit der tischplatte gedonnert. seine kollegen als arschlöcher zu bezeichnen, die sowieso keine ahnung haben, ist echt der hammer.
@ Tobi
es soll auch Kollegen geben die wirklich in die Kategorie Arschloch fallen…
Ich bin für die Einführung eines Warnschußarrests für renitente User. Das wird ihnen das Abgeben ordentlicher Fehlerbeschreibungen lehren!
Also eine Mischung aus beidem ist meines Erachtens das, was heutzutage gefragt ist. Ich wuerde mich zumindest also solche bezeichnen. Vermutlich weiss ich nicht alles bis ins letzte Bit, aber vieles bis ins letzte Bit. Stress ist fuer mich auch kein Problem und multitaskingfaehig… hey, ich bin UNIX-Juenger ;-)
Der Arschlochfaktor ist meines Erachtens voll aus der Mode. Einen BOFH will heutzutage keiner mehr. Als Admin muss man auch mit dem Kunden kommunizieren koennen und man muss vor allem Kompromissfaehig sein. “Das Problem liegt bei euch, seht zu das ihr es selbst behebt – das ist nicht meine Suppe” ist Out. Der Kunde moechte Unterstuetzung – und die muss der Admin anbieten koennen und muss in der Lage sein mit dem Kunden gemeinsam Probleme zu beheben.
Just my 2 cent.
Das hängt zu sehr vom Arbeitsplatz ab. In einem Team von Admins braucht man das verständliche Ausdrücken meiner Meinung nach nicht so, in kleinen Firmen, oder als freier Admin ist das geradezu Grundbedingung. Und die Unterscheidung kann man bei fast jedem Punkt machen (Gut, Arschlöcher muss ich, egal wo, nicht haben.)
Ein wichtiger Punkt fehlt mir noch: Grundsätzliches Verständnis für das Geschäft des Kundens. (Was ich von Kundenorientierung eigentlich abgrenzen will). IdR wissen Kunden nicht um die Möglichkeiten der IT und wenn ich mich zumindestens in gewissen Grenzen in die Vorgänge eindenken kann, dann kann ich mit meinem Wissen sehr viel mehr bewegen und mir selbst auch häufig die Arbeit einfacher machen.
Soll seinen Job (gut) machen und kein Idiot sein…was gibt es da gross drueber nachzudenken. Wie sich das “kein Idiot sein” aeussert bleibt jedem selbst ueberlassen. Erstaunlicherweise kann man diese “Bedingung” auch auf den Bundespraesidenten anwenden…unglaublich ;-).
Gibt es überhaupt noch “den Systemadministrator”? Die Bandbreite ist doch heute schon beachtlich – von daher sind die anforderungen auch verschieden. Wenn die IT-abteilung auf einem Mann besteht, liegt die Teamfähigkeit brach.
Auch wenn ich da so meine ganz eigenen Ansichten dazu habe:
http://www.ciez.de/ciez-default/autor_mk_1.html
denke ich, dass es vor allem darauf ankommt, egal was man macht, in die Zukunft zu denken. Der o.g. Beitrag hat übrigens zwei Abteilungsleitern aus dem öffentlichen Dienst erst klar gemacht welche Verantwortung IT-ler im Allgemeinen und/oder Speziellen tragen (müssen?). Es ist kaum jemanden bewusst das solcherlei Fachkräfte für diese Art Verantwortung nirgendwo ordentlich qualifiziert werden. Da muss noch sehr viel sensibilisiert werden, auf allen Seiten :-)
Ich finde ein guter Admin muss vor allen Dingen sich schnell einen Überblick über eine Situation verschaffen können. Wer dies kann, kann schneller Probleme (z.B. Systemfehler, Ausfälle o.ä.) analysieren und lösen. Dies bedeutet auch, dass ein Admin systematisch und extrem selbstdiszipliniert arbeiten muss (z.B. Dokumentation erstellen, Probleme im Vorfeld vermeiden, Prioritäten setzen, spät abends arbeiten).
Zwei negative Eigenschaften mal im positiven Licht betrachtet:
der BOFH (Arschlochfaktor): kann auch bedeuten Prioritäten zu setzen, kommt aber beim Gegenüber vielleicht falsch an. Problem von Kunde A ist nicht so wichtig wie Problem von Kunde B – Kunde A könnte nun den Admin für ein Arschloch halten, weil er sich nicht sofort ums Problem kümmert. Ob man nun ein echter BOFH ist, kommt drauf an, wie man es Kunde A beibringt, dass er oder sein Problem im Moment nicht so wichtig ist.
der rumgammelnde faule “Comic-lesende” Admin: wer sich Freiräume verschafft, hat etwas richtig gemacht. Er scheint die Systeme im Griff zu haben, Aufgaben automatisiert und an entsprechende Stellen (oder Systeme) delegiert zu haben (z.B eine umfassende Monitoringlösung). Natürlich sollte man dann nicht rumgammeln, sondern die Systeme in der “freien Zeit” weiter verbessern oder andere Aufgaben erfüllen.
Ist ein interessantes Thema, zu dem wohl jeder eine andere Meinung hat oder andere Erfahrungen gemacht hat.
Ein guter Admin zeichnet sich meiner Meinung nach durch folgende Eigenschaften aus:
Überblick über seine Systeme: Er kennt seine Systeme perfekt und hat diese mit viel Sorgfalt und Bedacht geplant. Wenn irgendwo ein Fehler auftaucht, kann er aus dem Stand die Folgen des Fehlers abschätzen und sofort an den entsprechenden Stellen eingreifen.
Priorisieren: Durch seinen Überblick kann er sofort und genau festlegen, in welcher Reihenfolge Arbeiten zu erledigen sind. Er kann wichtig und dringend unterscheiden – er weis genau, wann er rennen muss, und auch wohin. Der häufig zitierte “Arschlochfaktor” geht damit einher. Wenn es brennt, muss der Admin wissen, wo er Feuerwehr spielt und wo nicht. Hier ist dann manchmal Einfühlungsvermögen gefragt – allerdings unter Stress.
Kommunikationsfähigkeit: Admins sollten keine Einzelkämpfer sein – im eigenen Interesse. Gegenüber Anwendern der von ihnen administrierten Systemen muss ein Admin Problem und Prozesse verständlichh (=Dau-kompatibel) darstellen können. Gegenüber anderen Admins muss er Abläufe schnell und sauber darstellen können. Andernfalls kann der Admin seinen Urlaub vergessen.
Selbstdisziplin: Der Admin muss sich häufig selbst Aufgaben geben, insbesondere wenn außer ihm keiner Ahnung von seinem Gebiet hat. Daher muss er seine Arbeitszeit selbst mit sinnvollen Aufgaben füllen. Ein Admin darf natürlich, wenn alle Systeme einwandfrei laufen, auch mal zwischendrin eine Pause machen. Das macht jeder, der mal eben zu einem kleinen Plausch in ein anderes Büro geht. Ob der Admin in der Zeit mal eben einen Dilbert liest, klingonische Opern auswendig lernt oder wie seine übrigen Kollegen einen Plausch mit eben diesen anstrebt, bleibt ihm überlassen. Im Sinne des eigenen Rufs ist der Plausch hin und wieder aber empfehlenswert.
Technikverliebtheit: Der Beruf ist einer der technisch anspruchvollsten Berufe, die es momentan gibt. Genauso wie viele Ingenieure im Automobilbau Autonarren sind sollten Admins ihre Materie auch mögen. Daraus resultiert auch mal ein wenig Spinnerei – es ist vollkommen normal, wenn ein Admin einen SSH-Client auf seinem Handy hat, mit dem er den Videorekorder zu Hause programmiert. Daran muss sich sein Umfeld gewöhnen. Ebenso an Klingonisch, Diskussionen über Shell-Skripte oder Powershell-Tutorien. Das ist die Materie der Admins, die darf ruhig kommuniziert werden.
Super geschrieben Jan!
Ich muss dir da in allen Punkten vollkommen beipflichten. Viel besser kann mans nicht sagen :)
Die Grundeigenschaft eines Administrators ist für mich die Faulheit.
Administratoren versuchen endgültige Lösungen zu schaffen, die im Idealfall keinen manuellen Eingriff mehr erfordern.
Dazu gehört, dass man Ursachen von Problemen auf den Grund geht und diese nicht durch AEG-Technik (Ausschalten, Einschalten, Geht) löst.
Ansonsten gibt [1] einen guten Einblick, nicht zu vergessen ist der Code of Ethics [2].
[1] http://www.sage.org/field/jobs-descriptions.html
[2] http://www.sage.org/ethics/ethics.html