Es könnt alles so einfach sein, ist es aber nicht
Die Entscheidung vermehrt auf CentOS resp. Redhat zu setzen ist mir beileibe nicht leicht gefallen, aber der extrem niedrige Frickelfaktor bei der Installation und die sehr gute Treiber-Unterstützung sind nicht von der Hand zu weisende Argumente. Redhat schenkt einem aber nichts, denn man bezahlt an anderer Stelle dafür. Besonders hart trifft es einen, wenn man von Debian kommt. Von deren Aufgeräumtheit und Verlässlichkeit im Konfigurationsbereich sind die Rothüte Kilometer weit entfernt.
Beispiel Bind unter Redhat/CentOS: Man installiert bind mit yum install bind, man startet es mit service named start, die Konfiguration liegt in /var/named. Unter Debian liegt die Konfiguration, egal ob Bind8 oder Bind9 unter /etc/bind, man installiert mit apt-get install bind(9) und startet mit /etc/init.d/bind(9). Dieses /var/named erinnert mich immer an bind4-Zeiten *schauder*
Oder Apache: Das Debian Konstrukt mit sites-available und sites-enabled ist simpel und effektiv, bei Redhat gibt es soetwas nicht. Dort heisst der Apache-Prozess auch httpd und nicht apache(2) wie bei Debian. Genau das gleiche Spiel bei der Installation: yum install httpd gegen apt-get install apache(2). Alles voll krass logisch und durchdacht.
Ich könnte jetzt wieder über die Netzwerk-Konfiguration lästern, aber das möchte ich nicht nochmal wiederholen.
Veröffentlicht am 22.Januar 2008 | Kommentare: 4 | Artikel 1365mal angeschaut
Tags: CentOS,Debian,Redhat,System Management
Verwandte Artikel
2. Kommentar von Joern | Datum: 23.Januar 2008
Vielleicht denken die Postfix-Leute auch nur in falschen Bahnen und übersehen, das Debian ihnen nur zeigt, das Postfix vom Status ’so einfach zu konfigurieren’ mittlerweile weit entfernt ist :)
1. Kommentar von martin | Datum: 23.Januar 2008
Es steht Dir doch vollkommen frei, das Debian-Konstrukt für Apache (das ich persönlich mit seinen Unmengen Includes vollkommen bescheuert finde) unter CentOS nachzubauen. Zweimal mkdir und ein Config-File, das die Dinger includiert unter /etc/httpd/conf.d/ und fertig. Damit bewegst Du Dich zu 100% im bestimmungsgemäßen und “supporteten” Bereich.
Ich persönlich finde, daß die aufgeräumte Konfigurationslogik unter Debian manchmal etwas zu sehr an Performancekunst erinnert. Nicht umsonst wird die Postfix-Paketierung unter Debian von den Postfix-Entwicklern als “DLL-Hell” bezeichnet. ;-)