Es gibt tatsächlich noch Menschen die Catchall Mailboxen für eine tolle Idee halten und auch durch Argumente nicht zu erschüttern sind. So ein Konstrukt führt einen sehr direkt vor Augen wie kaputt das Medium Email mittlerweile ist, denn die Mail-Fluten die über einen Server herein brechen sind schon fast beängstigend. Man kann kaum dem Mail-Log folgen, in einer derartigen Geschwindigkeit prasseln die Spam-Mails herein und auch eine mehrstufige Verteidigung, die fast jede Stufe des SMTP-Dialogs absichert schafft kaum Abhilfe. Die Not zwingt bei solchen Konstellationen zu Maßnahmen, an die man vor Jahren noch nicht denke mochte oder die dahinterstehende Idee für abwegig hielt.
Im Grunde halte ich Sender Address Verification immernoch für zumindest fragwürdig, aber trotzdem hab ich das dann doch in Form von smf-sav eingesetzt. Die Ergebnisse sind genauso fragwürdig, denn es wird zwar ein guter Teil der Mails in einer viel früheren Stufe des SMTP-Dialogs abgelehnt, aber die Spammer intressiert das nicht wirklich. Natürlich sinkt dadurch die allgemeine Auslastung, trotzdem prasselt keine einzige Mail weniger auf das System ein. Muss ich also doch weiter Nörgeln.
Stimme ich Dir zu, das ist mittlerweile ziemlich schlimm. Ich weiß nicht, wie gut/effektiv die Open-Source-Anti-spam-tools so sind- aber wenn man wirklich Probleme mit Spam hat, kann ich nur die Symantec Mail Security empfehlen- hat eine Erkennungsrate von 92-99%, damit bekommt man eigentlich keine spams mehr.
also ich hab mit greylisting sehr gute erfahrungen gemacht. trotz catchall auf ein paar domains, kommen nur ca.5 spam mails am tag bei mir durch und die sortiert spamassassin schön brav aus.
Heute Nacht scheint wieder eine richtige Welle unterwegs gewesen zu sein. Zunehmend bemerke ich auch koreanischen Spam, der nimmt seit etwa 3 Wochen zu.
Naja zu Catch all, ich halte da mal nicht für so schlecht jedenfalls am Anfang. Ich will mit Menschen kommunizieren und Tippfehler sind schnell gemacht. Mmh alle möglichen Tippfehler aller Adressen auf dem Server händisch nachpflegen, da war Catch all die bessere Alternative….
@Rüdiger dann hab ich etwas besseres für Dich, versuch mal Popfile. Ich hab damit Erkennungsraten von 98,7% bekommen und die fehlenden Prozente sind False-Positive & False-Negative, wobei hier auch Spam bei mir unterkategorisiert wurde tja und wenn Viagra-Müll bei BuySoftware-Spam gelandet ist, war das auch falsch. So für den Privatanwender das Richtige, vorrausgesetzt man nutzt seine Rübe ein wenig und denkt nach wie ein Bayesfilter funktioniert.
@ekle Ich glaube Jörn hat sich schon oft genug hier über Greylisting ausgelassen. Es ist ein stumpfes Schwert so bald der Spammer queued, von den Verzögerungen des Mailverkehrs mal abgesehen…. Greylisting noch einzusetzen ist für mich nur noch dazu da, die Kosten der Spammer zu erhöhen und damit ihren Gewinn zu schmälern
solange das stumpfe Schwert funktioniert brauch ich doch kein scharfes …
Ich habe seit neuestem tarmail installiert und kann im grunde Joerns Argumente verstehen. Tarmail block sehr viel auf SMTP ebene, man sollte es aber als relay vor dem eigentlichen SMTP server einsetzen ansonsten hat es noch ein paar rough edges, wenn es um Auslieferung an locale mailboxen geht. Es beherrscht greylisting, individual black/whitelisting, SMTP ist sehr streng ausgelegt, was einmal erfolgreich greylisted wurde wird whitelisted etc. Auch wenn es die Last auf dem Server verringert bekaempft es die Spamflut nicht wirklich.
> … wie kaputt das Medium Email mittlerweile ist …
Da gibt es aber ein Problem: E-Mail setzt sich langsam (ganz langsam) unter meinen Kollegen durch. Nicht, weil sie jetzt erkannt haben, dass das mit der elektronischen Kommunikation gar nicht so schlecht ist, sondern, weil es eine Anweisung gab.
Jetzt hab’ ich sie endlich so weit, dass sie einmal die Woche E-Mail lesen, jetzt kommst du und sagst denen mal, dass E-Mail kaputt ist und dass sie umsteigen sollen (IM?).
Ich weiss, dass E-Mail kaputt ist. Die Realität hat es aber noch nicht erkannt. Für sie ist E-Mail noch immer das moderne “Ding”, an das man sich erst noch gewöhnen muss.
Wer jetzt fragt, welchen Beruf meine Kollgenen — und ich — ausüben, der darf gern raten, weiss es aber eigentlich schon …