Höre ich immer wieder aus der BSD- und aus der Solaris-Ecke. Zum Beispiel dort in den Kommentaren und beim Jörg schwingt das immer wieder mit. Warum? Was stört euch? Ich will Fakten und Argumente hören.
Linux ist für mich so lange Frickelkram, wie …
… die Schnittmenge aus Kernelversionen supported auf der Hardware, Kernelversionen supported für einen Treiber und Kernelversion supported für Applikationen auch mal gepflegt eine leere Menge sein kann.
… die Qualität des SAN Multipathing nicht an mpxio heranreicht.
… sich Kernelinterfaces so ändern, das man durchaus auch erstmal ohne Treiber dasteht.
… bei der Frage Politik oder Lauffähigkeit für Politik entschieden wird.
… es keine Binaerkompatibilitätsgarantie gibt, die Migrationen recht langweilig macht.
… es zwar alles so irgendwie auch für Linux gibt, aber dann nur so halb, oder auch nur oberflächlich vergleichbar (dtrace vs. systemtap)
… es kein Clusterframework mit den Fähigkeiten von Sun Cluster 3.x gibt.
… es nicht endlich mal in hoher Qualität NFS beherrscht.
… die Defaulteinstellung für den write-cache auf Platten “on” ist, um mehr geschwindigkeit auf kosten der zuverlaessigkeit rauszuholen
…
Die Zeiten, in denen solche Aussagen aus dem BSD-Lager irgendeine Berechtigung hatten, sind IMHO vorbei. Was bleibt, sind Argumente wie:
- *BSD ist ein komplettes System aus einem Guss,
Linux ist nur einKernel
- *BSD ist durchgängig dokumentiert
Das ändert aber nichts daran, daß selbst alte BSD-Säcke wie ich immer weniger Spass daran finden, es einzusetzen, wenn z.B. die Zusammenarbeit der Entwickler mit wichtigen Projekten wie Samba nicht funktioniert.
Der große Pluspunkt bei Solaris ist, dass neue Versionen mit alten kompatibel bleiben, eine über lange Zeiträume stabile Plattform eben. Bei Linux ist die Entwicklung chaotischer und pragmatischer: was funktioniert ist richtig, teilweise ohne Rücksicht auf Konventionen oder etablierte Schnittstellen.
Aber das spielt alles keine Rolle, Linux nimmt allen anderen unixoiden Systemen die Butter vom Brot, Gefrickel hin oder her…
Die Aussage finde ich 1. subjektiv und 2. sogar richtig. Auch wenn ich als Linux-Fan und -User sie über Windows, Solaris und BSD mache. Alles mit dem man nicht täglich arbeitet ist Frickelkram. Ich kenne meine SuSEn weitgehend auswendig, würde lieber Debian verwenden, aber weil ich das nicht laufend mache bleibt auch das Frickelkram.
Vorab, ich bin bloß Linuxer. Dort, wo ich vergleichen kann, stimme ich Joerg zu 80% zu. Bis auf den letzten Punkt: write-cache “on” ist bei uns in den letzten fünf Jahren kein Problem gewesen. Deshalb wage ich zu behaupten, daß die Zuverlässigkeit zumindest manchen Praxisansprüchen genügt.
Das Versionschaos und die mangelhafte Dokumentation vieler Projekte läßt mich auch oft fluchen. Trotzdem setze ich auf Linux. Warum? Weil in meinem Umfeld auf 20 Linuxer höchstens ein BSDler kommt. In kritischen Fragen verlasse ich mich höchst ungern auf das Wissen und den Rat eines einzelnen. Außerdem erfinde ich das Rad nicht gerne neu. Ein Pluspunkt für Linux ist die große Bandbreite bereits vorhandener Lösungen. Vom Klein- und Industriegerät über den Desktop und Server bis hin zum Mainframe ist es zu finden.
Linux ist Frickelkram. Keine Frage. Aber dieser Nachteil wird IMHO durch Flexibilität, dynamische Entwicklung und die weite Verbreitung aufgewogen. Deshalb ziehe ich den pragmatischen Ansatz – “es funktioniert, irgendwie …” – einer wie auch immer gearteten Ideallösung vor.
Hm, sehr Kernel-lastig das ganze. Ok, Linux ist nur ein Kernel, aber ohne Userland nicht nutzbar, genauso wie bei BSD oder Solaris. Also wie siehts mit dem Userland aus?
Ich benutze selber fast nur Debian, aber sobald ich einen Gateway aufsetzen muss nehme ich BSD. Der pf mit seinen übersichtlichen Konfigurationsdateien lässt dieses iptables gefrickel ;p wo man sich erst 100000 (Hunderttausend) Module zusammensuchen muss. alt aussehen.
Ausserdem ist mir Theo de Raadt irgendwie sympathisch. ;)
Mal ohne drueber nachzudenken …
Linux ist für mich so lange Frickelkram, wie …
… die Schnittmenge aus Kernelversionen supported auf der Hardware, Kernelversionen supported für einen Treiber und Kernelversion supported für Applikationen auch mal gepflegt eine leere Menge sein kann.
… die Qualität des SAN Multipathing nicht an mpxio heranreicht.
… sich Kernelinterfaces so ändern, das man durchaus auch erstmal ohne Treiber dasteht.
… bei der Frage Politik oder Lauffähigkeit für Politik entschieden wird.
… es keine Binaerkompatibilitätsgarantie gibt, die Migrationen recht langweilig macht.
… es zwar alles so irgendwie auch für Linux gibt, aber dann nur so halb, oder auch nur oberflächlich vergleichbar (dtrace vs. systemtap)
… es kein Clusterframework mit den Fähigkeiten von Sun Cluster 3.x gibt.
… es nicht endlich mal in hoher Qualität NFS beherrscht.
… die Defaulteinstellung für den write-cache auf Platten “on” ist, um mehr geschwindigkeit auf kosten der zuverlaessigkeit rauszuholen
…
Die Zeiten, in denen solche Aussagen aus dem BSD-Lager irgendeine Berechtigung hatten, sind IMHO vorbei. Was bleibt, sind Argumente wie:
- *BSD ist ein komplettes System aus einem Guss,
Linux ist nur einKernel
- *BSD ist durchgängig dokumentiert
Das ändert aber nichts daran, daß selbst alte BSD-Säcke wie ich immer weniger Spass daran finden, es einzusetzen, wenn z.B. die Zusammenarbeit der Entwickler mit wichtigen Projekten wie Samba nicht funktioniert.
Der große Pluspunkt bei Solaris ist, dass neue Versionen mit alten kompatibel bleiben, eine über lange Zeiträume stabile Plattform eben. Bei Linux ist die Entwicklung chaotischer und pragmatischer: was funktioniert ist richtig, teilweise ohne Rücksicht auf Konventionen oder etablierte Schnittstellen.
Aber das spielt alles keine Rolle, Linux nimmt allen anderen unixoiden Systemen die Butter vom Brot, Gefrickel hin oder her…
cu,
kaasboer
Die Aussage finde ich 1. subjektiv und 2. sogar richtig. Auch wenn ich als Linux-Fan und -User sie über Windows, Solaris und BSD mache. Alles mit dem man nicht täglich arbeitet ist Frickelkram. Ich kenne meine SuSEn weitgehend auswendig, würde lieber Debian verwenden, aber weil ich das nicht laufend mache bleibt auch das Frickelkram.
Vorab, ich bin bloß Linuxer. Dort, wo ich vergleichen kann, stimme ich Joerg zu 80% zu. Bis auf den letzten Punkt: write-cache “on” ist bei uns in den letzten fünf Jahren kein Problem gewesen. Deshalb wage ich zu behaupten, daß die Zuverlässigkeit zumindest manchen Praxisansprüchen genügt.
Das Versionschaos und die mangelhafte Dokumentation vieler Projekte läßt mich auch oft fluchen. Trotzdem setze ich auf Linux. Warum? Weil in meinem Umfeld auf 20 Linuxer höchstens ein BSDler kommt. In kritischen Fragen verlasse ich mich höchst ungern auf das Wissen und den Rat eines einzelnen. Außerdem erfinde ich das Rad nicht gerne neu. Ein Pluspunkt für Linux ist die große Bandbreite bereits vorhandener Lösungen. Vom Klein- und Industriegerät über den Desktop und Server bis hin zum Mainframe ist es zu finden.
Linux ist Frickelkram. Keine Frage. Aber dieser Nachteil wird IMHO durch Flexibilität, dynamische Entwicklung und die weite Verbreitung aufgewogen. Deshalb ziehe ich den pragmatischen Ansatz – “es funktioniert, irgendwie …” – einer wie auch immer gearteten Ideallösung vor.
Hm, sehr Kernel-lastig das ganze. Ok, Linux ist nur ein Kernel, aber ohne Userland nicht nutzbar, genauso wie bei BSD oder Solaris. Also wie siehts mit dem Userland aus?
Ich benutze selber fast nur Debian, aber sobald ich einen Gateway aufsetzen muss nehme ich BSD. Der pf mit seinen übersichtlichen Konfigurationsdateien lässt dieses iptables gefrickel ;p wo man sich erst 100000 (Hunderttausend) Module zusammensuchen muss. alt aussehen.
Ausserdem ist mir Theo de Raadt irgendwie sympathisch. ;)