Zwölf Tage Irland
Ich war dann mal Weg. In Limerick, nur einen Steinwurf vom Dell Europa Werk entfernt. Wir haben bei Freunden gewohnt, die sich quasi zeitgleich gen Spanien aufgemacht haben. Cliffs of Moher. Adare. Ballybanion. Bunratty Castle. Cork mit einer wunderschönen Innenstadt. Rock of Cashel. Sind am Towelday durch Listowel und später durch Tipperary gefahren.
Irland ist schon merkwürdig. Zum einen sind sie sehr Britisch, aber auch sehr Europäisch oder Amerikanisch. Britisch wegen Linksverkehr. Der gilt aber nur auf Strassen. In der Mall gilt Rechts gehen, im Laden dann wieder Links. Die Sprache ist auch sehr Britisch. Wörter wie ‘delightful’ oder ‘premises’ liest man im Web nicht oft, dort an jeder Ecke. Europäisch, weil man zahlt dort mit dem Euro. Die EU ist überall Thema, auf Plakaten oder Schildern, weil irgendwas von dort gefördert wird. Amerikanisch, weil die Iren lieben es in Häusern zu wohnen, die über ganze Strassenzüge hinweg gleich aussehen. Ganz Irland ist voll von diesen Vororten. Wer etwas auf sich hält hat eine Alarmanlage, die dann auch schon mal die Nachbarschaft für eine Stunde beschallt – egal um welche Uhrzeit. Überwachungs-Kameras sind dann nur die natürliche Steigerung und auch in Irland gibt es Unmengen davon, man wird auf Schritt und Tritt gefilmt. Irland ist aber auch ein Land der Kinder. Man sieht sehr viele Kinder, logischerweise sehr viele Schwangere und an Kleinigkeiten sieht man, das die gesamte Gesellschaft eine andere Einstellung zu Kindern hat: Spielecken in Pubs oder Einkaufswagen mit zwei Kindersitzen! Apropos Einkaufen: wer Heimweh hat sollte in den nächsten Lidl gehen, wie zuhause dort und für die Überwachungs-Kameras müssen sie sich auch nicht schämen.
Nicht ganz klar ist mir wie die Iren ihren Lebensunterhalt bestreiten. Nichts ist dort wirklich günstig, die Häuserpreise sind der Hammer. Deren Preis richtet sich nach der Anzahl der ‘Bedrooms’, normal sind 3 bis 4, die Größe (egal ob Zimmer, gesamtes Haus oder Grundstück) in qm² steht in keiner Immobilien-Anzeige. In Limerick kann man als Daumenwert von 100.000 Euro pro Bedroom sprechen, im Umland etwas weniger, in Dublin wird es noch schlimmer sein. Die Hypotheken in Anzeigen sind dann auch meistens auf 35 Jahre berechnet, bei 2 Jahren Zinsbindung. Die Iren lieben dicke Autos, haben aber keine tiefere Bindung zu ihnen, denn sie haben keinerlei Probleme damit Dir ihre Autotür in Deine Autotür zu rammen – entsprechend sehen viele Autos aus.
Das Wetter ist Ok. Oft sehr windig, vielleicht haben sie deshalb so viele hohe Mauern, könnte aber auch etwas mit den Alarmanlagen oder CCTVs zu tun haben. Vielleicht gibt wegen des Windes auch keine Fliegen dort, mir sind jedenfalls dort keine aufgefallen. Wenn mal kein Wind bläst ist es angenehm warm ohne Schwül zu sein. Alles im allem ein sehr schöner Urlaub bei netten Menschen
Paaaaar Bilderchen gibts dazu dann bei mir :)