BSD könnte was ganz tolles sein
Schaut man sich z.B. an was NetApp oder Isilon aus einen BSD gemacht haben, so ist das wirklich beeindruckend. Was hat BSD davon? Nichts!
Sicher werfen sie der Community auch ein paar Brocken vor, damit nicht allzu laut gejammert wird, aber die wirklich guten Sachen behalten sie für sich. Die beiden sind nur ein Beispiel für bestimmt dutzende Firmen die genauso verfahren. Ich habe nie verstanden, warum die BSD-Lizenz besser als die GPL sein soll. Es kommt wohl ganz darauf an auf welcher Seite man steht…
Die BSD-Lizenz hat da ihren Platz, wo die Freiheit der eigenen Software wichtiger ist, als große Ideologie und kleinliche Eitelkeit.
Sonst keiner? Ich bin wirklich gespannt auf weitere Meinungen.
FULLACK zu martins Beitrag.
Es ist ja nicht so das ich die GPL nicht mag, ich kann nur die Leute nicht ab die immer weinen und sich einbilden Firmen dazu zwingen zu können alles offen zu legen und bei ihrem heiligen Krieg die Usability und die User einfach vergessen.
Freiheit der eigenen Software? Was soll das denn sein? Als ob sich die Software unfrei unwohl fühlt.
Es geht um Freiheit der Nutzer!
Sülz. Die meisten Nutzer, die ich so kenne, fühlen sich noch nichtmal unfrei unwohl.
Weil sie den Unterschied nicht kennen.
Die Leibeigenen im Feudalismus des Mittelalters fühlten sich auch nicht unwohl. Oder die Tibeter unter ihrem Sklavenhalter (auch als Dalai Lama bekannt).
Jetzt hat man leider den Fürsten die Freiheit genommen, Leibeigene zu halten, eine fiese Einschränkung der Freiheit, jawohl!
Du redest Sülz.
Die Nutzer fühlen sich sehr wohl unwohl:
- Sie fühlen sich unwohl, wenn sie vom MS-Office-Updatezwang erfasst werden.
- Sie fühlen sich unwohl, wenn sie ihr Betriebssystem aktivieren müssen.
- Sie fühlen sich unwohl, wenn sie vom vertrauten XP auf Vista migieren müssen, weil es von XP keine brauchbare 64-Bit-Version gibt oder kein DirectX 10.
- Sie fühlen sich unwohl, wenn ihr benötigtes Programm nicht das tut, was es soll, und der Hersteller sich nicht hilfsbereit zeigt.
- Sie fühlen sich unwohl, wenn sie wissen, dass Windows eigentlich überhaupt nicht ihren Anforderungen entspricht, aber sie aus Kompabilitätsgründen nicht wechseln können.
- Sie fühlen sich unwohl, weil Windows sich ständig selbst zerlegt, da das Setup.exe-Konzept jedem Programm erlaubt, zu machen, was es will. Und es gibt keine Lösung, da man aus Lock-In-Zwang nicht das System wechseln kann.
Es gibt noch viel mehr Gründe. Und ein paar dieser Gründe kennt jeder DAU, auch wenn er nicht weiß, dass diese Probleme woanders prinzipbedingt nicht vorkommen oder schon gelöst sind.
Und wie spannen wir von hier wieder den Bogen zurück zum eigentlichen Thema?
BSD ist im vergleich zur GPL _wirklich_ Frei…
@tscherno:
Blödsinn. Die GPL schränkt die Freiheit des Entwicklers ein, aber erreicht damit ihr Ziel: Die Freiheit des NUTZERS.
@martin: Das ist ein schöner Satz, mir fehlt nur irgendwie der Sinn hinter der Aussage. Für mich hört sich das nur nach ‘mir ist egal was mit meiner Software passiert’ an.
@Timo: Gleiches Recht für alle. Firmen schicken Dir einen Anwalt, wenn Du gegen deren Lizenz-Bestimmungen verstößt.
@tscherno: Schöne Phrase, nur was bedeutet sie?
Meine bescheidenen Open-Source-Bröckchen stehen unter der MIT-Lizenz, die mit der BSD-Lizenz vergleichbar ist. Da steht mein Name dran und muß so lange dran stehen bleiben, bis der Lizenznehmer die letzte Zeile meines Code durch eigenen Code ersetzt hat. Das ist von “egal” schon noch etwas entfernt.
Wer sich bei einem BSD bedient, ohne seine Änderungen an den Upstream zurückzugeben, startet einen hausinternen Fork, mit dem er klarkommen muß. Ich würde sagen, das ist Strafe genug.
@martin: Warum hast Du diese Lizenz genommen?
Der konkrete Anlaßgeber war der vorgefertigte Haftungsausschluß. Aber ich bin grade in der allwissenden Müllhalde auf die neuere und noch weiter abgespeckte ISC-Lizenz gestoßen. Darauf werde ich in Zukunft umsteigen.
Mein Anwalt sagt übrigens, daß man dicken Vertragswerken mit äußerster Skepsis gegenüberstehen soll. Genau so geht es mir mit der GPL, und gleich zweimal seit Version 3. Wer dicke Verträge macht, will, daß der andere den kürzeren zieht.
OpenBSD hat übrigens auch was zur Lizensierung in der FAQ: http://www.openbsd.org/faq/faq1.html#ReallyFree
@joern,
>mir ist egal was mit meiner Software passiert
Ich mache Bilder, auch von archäologischen Stätten – beruflicher Natur, ich stelle all das Zeugs, auch Texte in Fachzeitschriften unter die CC mit Namensnennung. Wertlos? Ist mir egal? Mitnichten, ich möchte damit Kultur fördern und kann dennoch einen Obolus abgreifen – zumindest in gedruckten Werken. Ebenso geht es z.B. vielen bei BSD, sie möchten guten Code verbreiten.
Damit senkt man die Hürde bei Kulturschaffenden oder im Fall von Code bei den Developern. Mir ist egal ob da irgendwelche Kinder einen Flamewar um GPL Vs BSDL gestalten, ich sehe das Gesamtbild. Und mit dem Mißbrauch muß man in Freiheit ebenso leben oder möchtest du lieber irgendwelche Sicherheitsfanatiker die dich in den goldenen Käfig packen? Nicht mehr ist ein dickes Lizenzwerk auch, es schränkt ein, es verspricht Sicherheit mit gleichzeitiger Einschränkung von Freiheit.
Schau dir Mysql an, aufgekauft von Sun. Egal? Ja weil das Credo lautet, es steht unter einer freien Lizenz ergo können wir es forken, wenn Sun “Amok” läuft. Und wer forkt? Wem würde man bei einem derart großen Projekt Vertrauen schenken dies adäquat weiterzuführen? Auch in der GPL-Welt bekommst du ein paar Code-Knochen hingeworfen und darfst dich an der “Sicherheit” der möglichen Forks bei Mißbrauch erfreuen. Realistisch war das aber für diverse Projekte noch vielleicht in den 90ern – sprich klein und schnuckelig :-)
Es ist Einflußnahme, massive Einflußnahme und es werden auch in-house Prioritäten gesetzt. Konzerne sind pragmatisch FOSS genügt im Moment den eigenen Zielen näher zu kommen – mehr nicht.
die BSD Lizenz ist meiner Meinung nach eine der freiesten Lizenzen für Software überhaupt. Ich bevorzuge Sie sowohl für meine eigenen Arbeiten als auch bei der Weiterverwendung von Arbeiten anderer.