Andere Leute sagen was ich denke

Mein Blog ist nun schon ein paar Jahre alt. Einer der Gründe warum ich angefangen habe zu Bloggen war, das ich mehr Übung darin bekommen wollte mich auszudrücken, viel geholfen hat es nicht (meiner Rechtschreibung ebensowenig). Mir fällt es heute noch schwer meine Gedanken in Worte zu fassen, daher bin ich immer wieder froh, wenn ich andere zitieren kann die sich besser Ausrücken können. Hier zum Beispiel:

David Marks in his blog You Can Change It Later! asks the question Should I get a SAN to scale my site architecture? and answers no. A better solution is to use commodity hardware, directly attach storage on servers, and partition across servers to scale and for greater availability.
highscalability

Das ist eine Sache die ich selbst schon beobachtet habe. Selbst die spätere Argumentation, das ein SAN ein Single-Point-of-Failure ist kann ich nachvollziehen. Selbst bei höchstverfügbaren gespiegelten Systemen gibt es Dinge die zu einer Downtime führe, beliebtes Beispiel ist das auf beiden Cluster-Knoten die gleiche Firmware-Version laufen muss oder das die Hardware bis ins letzte Fitzelchen identisch sein muss. Das führt bei solchen Systemen zu größten Problemen, gerade weil dort aus Gründen der Verfügbarkeit die geschäftskritischen Daten und Dienste zusammenlaufen. Da lobe ich mir doch Server zum Preis einer handvoll FC-HBAs mit viel lokaler Storage. Dann hat man die Daten zwar doppelt und dreifach, aber genau das will man damit auch erreichen.

Sogar bei der Computerwoche findet sich etwas lesenswertes, wenn deren Server mal nicht down sind. Dort gibt es einen Bericht vom IT-Chef von mobile.de, die komplett auf Debian setzen. Mein Highlight:

Kommerzielle Linux-Distributionen, wie sie etwa Red Hat oder Novell offerieren, kamen für die Verantwortlichen dabei nicht in Frage. Diese hätten zwar ihre Berechtigung, so der IT-Chef, adressieren nach seiner Einschätzung aber eher IT-Management-Probleme.

Genau, wenn Du keine Ahnung hast dann kaufst du welche. So würde ich das mal Platt übersetzen. Man liest aber auch aus den Zeilen heraus, das man keine Riesen IT-Abteilung braucht, wenn man Mitarbeiter hat die Wissen was sie tun. Es ist eben ein Unterschied, ob ein Mitarbeiter seine Arbeit im 9to5 Stil durchzieht oder wirklich voll dabei ist. Das schlägt sich auf die Arbeitsleistung und dem Endergebniss nieder.

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9 Comments.

  1. Bei SANs wird IMO auch gerne darauf vergessen zu schauen, obs nicht doch irgendwelche Bottlenecks gibt oder geben könnte. Aber es war ja so teuer, das KANN ja gar nicht das Performance-Problem verursachen!!!1elf!

    Auf der anderen Seite vermittelt der Begriff “commodity hardware” bei vielen Leuten einen gefährlichen Eindruck. Weil Google ja mit “commodity hardware” arbeitet, reicht fürs eigene HA-/LB-Setup ja auch der Rechner vom Blödmarkt. Hmpf. Da hat sich meinem Geschmack nach bei zu vielen der falsche Eindruck eingebrannt (weil commodity ist halt nicht gleich commodity, einfach mal ins Google Rechenzentrum schauen ;)).

    mfg,
    -mika-

  2. “…ob ein Mitarbeiter seine Arbeit im 9to5 Stil durchzieht oder wirklich voll dabei ist. Das schlägt sich auf die Arbeitsleistung und dem Endergebniss nieder.”

    Und hängt direkt von Faktoren ab, die jede Firma, jeder Chef und jeder Vorgesetzte aber auch Kollege beeinflussen kann.

  3. Sil53r Surf3r

    “Und hängt direkt von Faktoren ab, die jede Firma, jeder Chef und jeder Vorgesetzte aber auch Kollege beeinflussen kann.”

    Richtig. Zusätzlich möchte ich etwas provokant behaupten, daß etwas im Management und in der Besetzung der IT nicht stimmt, wenn die “9to5″-Arbeitsleistung eines guten und motivierten MAs nicht ausreicht. Selbstredend kann man ausschließlich mit jüngsten Kräften arbeiten und die ausbrennen, aber …

  4. a) SANs: “A better solution is to use commodity hardware”

    Mag ja sein, dass SANs kein Allheilmittel sind, aber solche Pauschalaussagen sind trotzdem unsinnig: in vielen Bereichen sind SANs einfach nicht mehr wegzudenken. Servervirtualisierung macht z.B. erst mit einem SAN richtig Sinn (HA, Failover, Storage-VMotion…)

    b) RedHat/Suse: “wenn Du keine Ahnung hast dann kaufst du welche”

    Natürlich gibt es Kunden ohne KnowHow und mit Vollkasko-Mentalität, die die Enterprise-Linuxe vorziehen, aber das ist eben nur eine Seite der Medaille. Ich kann aus meiner Erfahrung dagegenhalten, daß gerade Leute mit Erfahrung und KnowHow durchaus auf solche Produkte setzen. Gründe gibt’s genug:

    - man braucht eine halbwegs standardisierte und dokumentierte Plattform

    - man braucht eine verlässliche Versorgung mit Updates und Fixes über einen langen Zeitraum (RedHat: 7 Jahre)

    - man braucht keine Unterbrechung dieser Versorgung, wie es sie z.B. bei Debian durchaus gegeben hat

    - von dem OpenSSL-Gau will ich hier gar nicht reden ;)

    - von den ignorierten Bugreports und der nicht sonderlich überzeugenden Qualität bei Ubuntu will ich auch nicht reden

    - man unterstützt mit den Supportgebühren direkt die Weiterentwicklung freier Software: RedHat und Suse finanzieren einen großen Teil der Entwickler von freier Software, Debian ist letztlich nur ein Nutzniesser davon

    cu,
    kaasboer

    - ein zertifiziertes System ist oft einfach die Voraussetzung für den Support von kommerzieller SW (Oracle usw.)

    - “Entscheider” wollen sich nicht von einzelnen KnowHow-Trägern abhängig machen und glauben, daß Leute mit zertifiziertem RedHat-/Suse-Wissen auf dem Markt leichter zu bekommen sind als Leute, die Debian-Kenntnisse besitzen und das auch nachweisen können

    - und schließlich: Du hast tatsächlich niemanden mit “Ahnung” im Hause und willst Dir auch keinen überteuerten Spezialisten für längere Zeit ans Bein binden, daher wählst Du das Produkt, für das Du bei Bedarf Support kaufen kannst

  5. “daß etwas im Management und in der Besetzung der IT nicht stimmt, wenn die “9to5″-Arbeitsleistung eines guten und motivierten MAs nicht ausreicht. Selbstredend kann man ausschließlich mit jüngsten Kräften arbeiten und die ausbrennen, aber …”

    Sorry aber dem kann ich so nicht zu stimmen, denn wenn man keinen 9to5 heißt dies noch lange nicht das man sich ausbrennt bzw ausbrennen lässt, sondern vielleicht auch einfach das man seinen Job wirklich gerne macht und nicht unbedingt auf Uhrzeit achtet. Es bedeutet auch nicht das man um 8 kommt und nicht vor 21 Uhr, es bedeutet meines Erachtens viel mehr, dass man auf die Verhältnisse vor Ort eingeht. Wenn ich lang bleibe, komm ich auch einfach mal später oder hab wann anders mal frei oder kann von zu hause aus arbeiten.

    9to5 ist für mich schon ein Synonym für jemanden der eher seine Arbeit absitzt bzw. macht weil er muss. Ja das mag sich böse anhören, aber ich kenne in unserem Job Leute die so sind und auf die die Beschreibung 9to5 sehr gut passt. Die die nicht so arbeiten, machen Ihren Job weil er Ihnen in Fleisch und Blut übergegangen ist, weil sie zu hause basteln und das dann wiederum in die Firma mit nehmen weil es zuhause geklappt hat, weil sie an sich kleine Spielkinder sind. Und ja ich zähle mich auch dazu. Unser Job hat eben nix mit Regelmäßigkeit zu tun, sondern aus den Gegebenheiten dass beste zu machen, egal ob wann und wo, aber ja ich kenne auch viele die das nicht verstehen können.

    Zum Thema SAN: Ich bin auch eher ein Fan von ordentlich funktionierender, “kleinerer”, verteilter Hardware. Wenn man vernünftig Plant und Dokumentiert funktioniert die Arbeit damit mindestens genauso gut.

    Just my 2 Cent
    Gruß Till

  6. @mika: Commodity Hardware ist für mich Hardware von der Stange. Die Stange kann dabei von IBM, Dell, HP, Sun oder sonstwen kommen.

    @kaasboer: Mein Storage-Hersteller schwärmt mir immer lauter vor wie toll Vmware doch auf NFS funktionieren würde und seine Argumente hören sich nicht schlecht an.

    @Till: “9to5 ist für mich schon ein Synonym für jemanden der eher seine Arbeit absitzt” – genau das meinte ich :)

  7. @Joern: ja, VMware auf NFS funktioniert, ebenso auf iSCSI. Für Systeme, bei denen es nicht so sehr auf I/O-Leistung ankommt, kann das durchaus eine akzeptable Lösung sein. Aber im Vergleich z.B. zu einer durchaus erschwinglichen ST2540 von Sun liegen da doch Welten dazwischen (zumindest bei Gb-Ethernet für’s NFS bzw. iSCSI). Bevor unser SAN abgeschrieben ist, werde ich auf jeden Fall die Karten neu mischen (xVM gegen VMware, Solaris+ZFS gegen FC-SAN usw.). Aber soweit bin ich noch nicht… :)

    cu,
    kaasboer

  8. @Joern: ja, war mir in deinem Fall klar, wollte dir da definitiv nix falsches in den Mund legen. :) Nur einige Leute interpretieren das falsch, das wollte ich damit sagen. ;)

    mfg,
    -mika-

  9. @kaaboer: Nun, ich bin ja generell kein Freund davon Systeme die Last erzeugen zu virtualisieren. Sie belegen einfach zuviele Rescourcen am Gesamtsystem, daher stellt sich für mich das I/O-Problem nicht. Zumal ich eher sagen würde das virtuelle Instanzen zuerst an CPU- oder RAM-Mangel kranken. Klar, ein 1/2/4GB FC-SAN ist schneller als GB-Ethernet. Kein Wunder, FC wurde entwickelt um HDD-Blöcke zu transportieren, Ethernet nicht.

    Nur wenn man an 10GB-Ethernet denkt sieht das Spiel schon wieder ganz anders aus, sowohl was den Durchsatz als auch die Kosten angeht. Sicher kann man auch FC schneller machen, nur ist bis jetzt bei jeder Geschwindigeitserhöhung bei Multimode die Entfernung auf der Strecke geblieben. Wir hatten mal 500 Meter, sind jetzt bei 100 Meter. Liegt sie bei 10 GB FC wieder um 2,5 Meter wie zu SCSI-III Zeiten? Probleme die ich mit Ethernet nicht wirklich habe.