Die bescheidene Qualität kommerzieller Software
Mein Award für gesunden Tiefschlaf bei der Arbeit geht dieses Jahr an das Qualitäts-Management von VMware. Wer nämlich glaubte das sie aus der Timebomb in Update 2 irgendetwas gelernt haben, den überrascht das Update 3 mit automatischen VM Reboot nach verschieben mit VMotion.
Und wer glaubt das teurer Support zumindest die Schmerzen dämpfen könnte, den belehrt SAP eines besseren:
Viele Kunden hätten in der Vergangenheit eigene SAP-Ressourcen aufgebaut, weil sie mit der Support-Qualität von SAP unzufrieden gewesen seien, berichtet Werner Schwarz, IT-Chef der Gerolsteiner Brunnen GmbH. Er habe in den vergangenen zwölf Monaten über 300 SAP-Probleme intern gelöst, lediglich 22 Fälle habe ihm der SAP-Support abnehmen können.
Computerwoche
Dann lieber FOSS, da weiß ich von vornherein, das ich auf mich selbst gestellt bin.
Mit dem VMware-Support habe ich auch schöne Erlebnisse bezüglich eines Bugs. Es wird auch defaultmäßig erstmal angenommen, der Kunde sei im Irrtum. Im nächsten Schritt ist der Bug ein Feature. Dann sieht man ein, daß es sich doch um einen Bug handelt und stellt irgendwann [tm] einen Patch bereit, der dann lediglich eine andere Fehlermeldung generiert. Spannend auch, wenn man bedenkt, daß die Lizenzen für diese Kategorie von Produkten (VMware, SAP & Co) und deren Support keine Schnäppchen sind. Trainiert aber die eigenen Skills im Ersinnen mehr oder weniger obskurer Workarounds ungemein.
Ich überlege mir jedesmal, wenn ich ähnliche Erfahrungen mit dem Support von kommerzieller Software mache, ob ich DAS nicht auch einfach als Geschäftsmodell fü FOSS nehmen soll. Dann können die Entscheider-Chefs der Administratoren, die FOSS einsetzen wollen, aber mangels Support nicht dürfen einen Support-Vertrag mit mir abschliessen und bezahlen. Und wenn es einen Support-Fall gibt, dann stelle ich mich genauso blöd an, wie die kommerziellen Anbieter! Das wäre eine klassische Win-Win-Situation!
Fieser Bug in ESX3 Update 3…
Dank Jörn bin ich auf einen interessanten Hinweis gestoßen – Der Timebomb-Bug aus U2 hat einen würdigen Nachfolger gefunden: Virtual Machine may unexpectedly reboot when using VMware HA with Virtual Machine Monitoring on ESX 3.5 Update 3. Ach wie sc…
Viele Kunden kommen nicht umher eigenes Knowhow für SAP aufzubauen. Da viele Kunden SAP an die eigenen Bedürfnisse anpassen wollen, aber nicht ständig Berater im Haus haben wollen, wird eigenes Knowhow aufgebaut. Daher ist es nicht mal verwunderlich, dass nur noch wenige Probleme an SAP gehen. Eher spricht es für das Knowhow der eigenen IT.
Trotzdem gebe ich dir insofern Recht, dass man bei FOSS wirklich von Anfang weiß, dass man eigentlich keinen richtigen Support hat. ;)
Jede Software stinkt, aber VMware verspielt nach und nach das in sie gesetzte Vertrauen… :-/
Als kleinen Kontrast (im Sinne von “FOSS im Vorteil”) wollte ich den folgenden Link loswerden:
http://beranger.org/index.php?page=diary&2008/12/10/23/43/18-the-big-move-defecting-from-linu
cu,
kaasboer
zum Thema VMware s.a. folgendes Post in meinem privaten Weblog: http://ag7.alltagsgrauen.info/34.html (“Warum es VirtualBox unter Linux so gut geht”).
Hintergrund: Wollte mal wieder mit VMware arbeiten .. haha. Saublöde Idee.
cu, w0lf.
Ich wäre schon dankbar wenn die interne Uhr von Vmware endlich mal richtig funktionieren würde. Für eine Clustertestumgebung ist das der Tod.
@Solarix
Darauf wirst Du bei Hypervisor-basierten Virtualisierungslösungen lange warten können. Da ist die Zeit nämlich auch virtuell.