Das Server zu Sysadmin Verhältnis
Eine Frage die mich schon länger beschäftigt ist die nach den gesunden Verhältnis zwischen der Anzahl von Administratoren und denen von ihnen verwalteten Servern. Forscht man etwas in Internet herum so stößt man immer wieder auf Zahlen von Tripwire Inc.:
Ich war zuerst etwas skeptisch was die Zahlen angeht, denn Tripwire verkauft Configuration-Control Software und hat damit einen Grund solche Zahlen zu nennen. Beim weiteren Graben findet man aber noch größere Zahlen wie die 300:1 bei TicketMaster und wenn man diesen Thread im ArsTechnica Forum quer liest, die Bestätigung, das ein Verhältnis von 100:1 dieser Tage durchaus normal ist.Where typical IT organizations had one system administrator managing 15-25 systems, many system administrators in the high performers were managing more than 100 systems!
Metrics that Matter, Part 4: Server to System Administration Ratio
Eine feste Zahl wird es da wohl nie geben, das kommt doch auf die Komplexität der Server/-landschaft an. Fest steht allerdings eines, ein Großteil der Wirtschaft hat immer noch nicht begriffen, dass sie absolut abhängig von ihrer IT-Struktur sind. Den Admin im Nebenamt gibt es immer noch und das auch in größeren Firmen.
Entweder habe ich das überlesen, oder die nennen tatsächlich nicht, welche Branche(n) untersucht wurden.
Hier – Bank – ist das im Handelsbereich eher _höchstens_ 1:15 die regelmäßig durch einen Admin betreut werden.
@gnokii
Ja, das stimmt. Viele sehen IT immer noch als notwendiges Übel und nicht als Chance.
@Andreas
Nun obiges ist natürlich keine Allgemein-Formel. Das man eine Web-Server Farm anders als ein Aktien Handels-System angeht sollte offensichtlich sein.
@Joern
Das wäre genau mein Einwand gewesen. Nicht jeder Server braucht die gleiche Menge an Zuwendung und Management. Bei vielen lässt sich der Großteil der Arbeit schon durch passende Scripts automatisieren, bei manchen Geräten und/oder Diensten muss immer mal wieder selbst Hand angelegt werden. Und dann muss noch geguckt werden, ob man große Cluster nun als ein Gerät zählt oder Maschine für Maschine rechnet.
Hoch interessante Frage.
Ich denke, dass das abhängig ist, von den Anwendungen, die noch zusätzlich betreut werden und wie standardisiert die Server sind.
Es gib meiner Erfahrung nach sehr wenige “reine Serveradministratoren”.
Server pro Admin ……
Ich finde die Frage hochinteressant und vielleicht interessiert es auch einige meiner Leser.
Im “Ende der Vernunft”-Blog wird gerade über das Server zu SysAdmin – Verhältnis diskutiert….
Wie sieht es denn bei euch aus, Jörn? Trennt ihr zwischen System- und Anwendungsbetrieb/-administration?
Ich habe letzte Woche in einer mittelständischen Firma eine 1:30 Situation gesehen, Windows only.
@Stefan Funke
Ja, wir trennen zwischen Systemadministration und Anwendungbetrieb und liegen so bei 70:1.
Mir ist in der Vergangenheit aufgefallen, das es einen sehr signifikanten Unterschied in diesen Verhältnis gibt. In Linux/Unix/Novell Umgebungen war es sehr hoch in reinen Microsoft-Umgebungen recht niedrig.
Wir trennen ebenfalls zwischen Systemadministration und Anwendungbetrieb. Ein Verhältnis von 300:1 als Obergrenze erreichen wir kommende Woche, das von mir als “Notbetrieb” deklarierte von 350:1 noch in diesem Quartal. Eine Verdopplung besagter Obergrenze innerhalb dieses Jahres ist wahrscheinlich.
Welche Faktoren spielen denn insgesamt eine Rolle?
Ich sehe:
- Standardisierung
- Automatisierung
- zusätzliche Anwendungen, die administriert werden
- …
@Dirk Deimeke
Mir fällt da spontan Spezialisierung, Standardisierung und Automation ein
Bei uns im deutschen Betrieb ist das Verhältnis ungefähr 280:1, wählt man als Vergleich dagegen unseren amerikanischen Mutterkonzern -> 40:1.
Wie Stefan geschrieben hat, sind wir ein rein Linux/Unix-basiertes Rechenzentrum.
Die Tendenz bei uns sind es jetzt nicht gerade 200:1 da wir teilweise ja mehrere Kunden haben und dort läuft es eher kundenspezifisch ab. Die Umgebungen sind ausnahmslos reine Solaris Umgebungen ein paar Linuxbüchsen und ziemlich viel Cluster.
Teilweise betreiben wir auch nur Inseln, d.h Kunde braucht 20 Solariskisten für einen speziellen Anwendungsfall im RZ umgeben von HP-UX oder Windows what ever. Wir kümmern uns dann ums OS die DB oder das SAP was drauf liegt, mnaagen dann irgendwelche DBA’s des Kunden oder noch ein Dienstleister. Auch das SAN wird teilweise von Drittfirmen, in anderen Fällen auch mal von uns verwaltet, je nachdem was den Kunden so angedreht wird. Eine feste Zahl ist da nicht fest zu machen. Aber so grob überschlagen würde ich mal davon ausgehen, dass ich alles zu sammen genommen 150 Maschinen habe auf denen ich rumhüpfe.
Aber auch bei uns lässt sich beobachten die Anzahl der Maschinen pro Kopf steigt. Wobei manche ziemlich ruhig sind und manche machen ständig Probleme. ;)