Eine Pest namens NetworkManager
Große Dinge fangen meist klein an – seien es nun Katastrophen oder geniale Ideen. Leider zählt der NetworkManager unter Linux zur ersten Kategorie. Eigentlich fing es nur damit an, das ich mir einen UMTS-Stick zugelegt hatte. Der besitzt einen Huwawei e220 Chipsatz, also nichts exotisches und gut unterstützt von Linux.
Nach ein bischen Googlen entschied ich mich gegen umtsmon und für den NetworkManager, da hier alles ‘Out-of-the-Box’ funktionieren sollte und ich damit meine bisher statische Netzwerk-Konfiguration via /etc/network/interfaces in Ubuntu loswerden wollte. Soweit die Theorie.
Praktisch funktionierte nichts. Es ging kein WLAN, kein UMTS. Da sowieso gerade Kubuntu 9.04 herauskam stand ersteinmal ein Update an – wieder funktionierte nichts. WLAN ging nicht, weil knetworkmanager, egal was ich einstellte immer WEP 40/128 Hexadezimal als Verschlüsselung auswählte und sich davon nicht abbringen lies. Ich versuchte es dann mit dem Plasma-Widget für den NetworkManager. Hier ging WLAN, aber für die konfigurierte UMTS-Verbindung gab es nie einen ‘Wählen’ Button, das Widget reagierte nicht oder stürzte ab. Manchmal fror mir die grafische Oberfläche komplett ein.
Also zurück zum knetworkmanager. Es kostete mir einen halben Abend bis die Kombination aus statischer WLAN-Konfiguration und UMTS-Verbindung im NetworkManager stabil lief. Also jetzt nicht denken, das ich mich einwählen konnte, denn das scheiterte kläglich:
>WARN< dial_done(): Dialing timed out
Ein Verdacht keimte in mir auf: vielleicht wird die falsche Nummer gewählt. Nach ein bischen Suchen fand ich dann die vollkommen intuitive Lösung um die Unterhaltung auf der seriellen Schnittstelle zwischen NetworkManager und UMTS-Modem mitlesen zu können:
NM_SERIAL_DEBUG=1 /usr/sbin/NetworkManager --no-daemon
Das Ergebniss war ernüchternd: die zu wählende Nummer war #99***1*, während im Debug-Log #99***1****1* stand. Der NetworkManager hängt anscheinend selbsttätig (und undokumentiert) ein ***1* an. Also im knetworkmanager #99 eingestellt und siehe da die Einwahl funktionierte. Naja, nicht so ganz. Die Verbindung blieb nur für ein paar Sekunden stehen, bis meine Seite auflegte:
floyd pppd[4124]: Terminating on signal 15 floyd pppd[4124]: Connect time 3.4 minutes. floyd pppd[4124]: Sent 55044 bytes, received 224642 bytes. [...] floyd pppd[4124]: sent [LCP TermReq id=0x2 "User request"] floyd pppd[4124]: rcvd [LCP TermAck id=0x2]
Weiteres Suchen förderte diese Meldung
NetworkManager:pppd_timed_out(): Looks like pppd didn't initialize our dbus module
zu Tage. Anscheinend gibt es viele andere mit dem gleichen Problem, aber eine echte Lösung habe ich noch nicht gefunden.
Was funktioniert: Rechner aus, UMTS-Stick rein, booten, anmelden, knetworkmanager starten, einwählen, geht. Was nicht funktioniert: auflegen und erneut einwählen.
Also ich habe auf dem Laptop (OpenSUSE 10.3) knetworkmanager für WLAN/LAN und zusätzlich kinternet für Internetaccess via Nokia E90 via Bluetooth.
Funktioniert tadellos.
Selbst auf dem Desktop ohne knetworkmanager funktioniert das in Kombination mit kinternet tadellos.
Gruß,
Marcel.
Also ich habe Ubuntu 9.04 Netbook Remix und Nokia E63 via Bluetooth, geht auch wunderbar :-D
NetworkManager hat eine Historie von Unzulaenglichkeiten. War’s zum Release von Ubuntu 8.10, dass ich irgendwo gelesen habe, der NM kann jetzt schon _vor dem User-Login_ eine IP-Konfiguration auf die Schnittstellen legen (wow!), gibt’s mittlerweile eine sinnvolle Command-Line-Schnittstelle zur Fernsteuerung/Automatisierung?
Persoenlich wuerd mich am Arbeitsnotebook mit dem ich in unterschiedlichen Firmen-(W)LANs unterwegs bin nicht von der Kombination guessnet, ifplugd und /etc/network/interfaces weggehen wollen, mehrfache Versuche in der Richtung sind immer klaeglich gescheitert.
Wobei mir WLAN-Roaeming nicht wirklich ein Anliegen ist, UMTS erledigt sich im allg. durch pppd (inkl. beliebigem Frontend/Config-Tool) m.o.w. von allein, wobei ich mich grad frage, ob meine vendor/product optionen fuers usbserial-Modul noch notwendig sind (war da nicht was?).
Traurig ist bei NetworkManager nur, dass hier das Rad wiedermal neu erfunden wurde, statt zu bestehender Infrastruktur/Software eine User-freundliche GUI zu machen.
Aber gut, mich regt auch auf, wenn ich Software wie Evolution (ha, aktuelle Unread-Messages in IMAP-Foldern anzeigen, das ging doch schon mal) auch nicht automatisierbar ist, z.B. Offline-Modus-Schaltung wenn man den Notebook zuklappt.
Aber vielleicht bin ich einfach nur zu alt fuer den Scheiss. ;)
Ich kann das Problem nicht ganz nachvollziehen. Ich betreibe mehrere Rechner, Laptops und Netbooks mit Ubuntu Intrepid / Jaunty, überall funktioniert UMTS, WLAN und Kabel problemlos und out of the box. Einschalten und auf gehts. Vom Networkmanager bin ich absolut begeistert.
Allerdings fahre ich überall GNOME statt KDE, möglicherweise kommen deine Probleme da her?
Hallo Jörn,
die gleiche Erfahrung wie du hatte ich Anfang des Jahres unter Kubuntu 8.10 auch schon erleben dürfen, entgegen der Gnome-Version scheint das KDE Gegenstück mit dem Huawei nicht so gut zurecht zukommen, siehe:
http://www.eeagle.net/archives/3-Huawei-E220-und-Kubuntu-8.10-keine-grosse-Liebe.html
Unter Ubuntu mit Gnome bekam ich die Geschichte dann über dessen Network-Manager doch noch zum Laufen, allerdings von Zeit zu Zeit immernoch etwas störisch ;-) In 9.04 hab ich das jetzt noch gar nicht ausprobiert, läuft erst seit 2 Tagen bei mir.
Hallo,
meiner Erfahrung nach ist der plasmoid-network-manager von kde buggy. Dieser nutzt global vom Networkmanager verwaltete Verbindungen, kann aber auch selbst Verbindungen verwalten – was bei mir nicht richtig funktioniert. Mit
kdesudo nm-connection-editor
habe ich meine notwendigen W-Lan Verbindungen direkt beim NetworkManager eingerichtet und das funktioniert ganz gut. Jeff hat das auch getan, nur direkt und nicht implizit, da der Gnome und nicht KDE verwendet :)
Schade für dich, denn bei mir funktioniert spätestens seit Ubuntu Jaunty alles out of the box.
UMTS Wlan und Kabelnetzwerke tun, je nach voreingestellten Bedingungen ihren Dienst.
Also bei mir gehts mit Ubuntu 9.10 , auch wenns bei KDE probleme gab :/
normal sollte es ja bei beiden gehen?
Das sind so die Probleme, die mich davon abhalten Linux auf dem Desktop zu nutzen. :(
Also ich habe UMTS immer mit “wvdial” benutzt.
Einfach wvdial umts-pin && wvdial umts und schon ist man online :-)
Falls es hilft, hier die Config (für vodafone umts):
[Dialer Defaults]
Init1 = ATZ
Init2 = ATQ0 V1 E1 S0=0 &C1 &D2 +FCLASS=0
Modem Type = Analog Modem
Baud = 460800
New PPPD = yes
Modem = /dev/ttyUSB0
ISDN = 0
[Dialer umts-pin]
Init3 = AT+CPIN=HIER_DEN_PING_EINTRAGEN
[Dialer umts]
Dial Command = ATD
Carrier Check = no
Phone = *99***1#
Password = egal
Username = nochmalegal
Stupid Mode = 1
Init4 = AT+CGDCONT=1,”IP”,”web.vodafone.de”
Dial Attempts = 2
Hab zwar nicht alles gelesen aber
wicd (http://wicd.sourceforge.net/) soll als network manager recht gut sein.
Hallöle,
folgender Link hat bei mir alle Probleme mit der UMTS-Verwendung gelöst:
https://bugs.launchpad.net/ubuntu/+source/network-manager/+bug/371291
Zwei Varianten sind möglich:
a) tatsächlich alle root-shells schließen (hilft möglicherweise nur, wenn der Kill-Switch beim Einschalten des Notebooks ausgeschaltet ist; hab ich nicht komplett getestet)
b) die /etc/dbus-l/system.d/NetworkManager.conf durch die ganz am Ende des Threads angegebene ersetzen.
Viel Erfolg und Spaß mit UMTS (in dieser Reihenfolge ;-) )
CU
Hallo
Dachte auch mal, Linux wäre die “Windoof”-Alternative. Hatte sich dann beim Versuch, eine UMTS-Verbindung herzustellen, sofort erledigt. Habe auf einem Tower-PC eine etwa 1,5 Jahre alte unbenutzte Ubuntu-Betriebssystemleiche rumliegen. Habe jetzt noch mal auf einem Vista-Laptop Ubuntu 9.04 von der CD gebootet, nachdem ich entsprechend ermutigende Geschichten gehört habe, von Fenstern, die sich sofort öffnen etc. Was bei mir passierte war recht einfach: nichts. Wenn man im Netz Hilfe sucht (mittels funktionierender Verbindung unter “Windoof”), wird man meist in die Tiefen des Linux-Lateins gestossen, wenn man als Anfänger überhaupt erst zwei oder dreimal ein Konsolenfenster geöffnet hat: keine Chance. Kein Problem, dafür gibt es ja das Internet, also einfach meinen Moobicent (Vodafone)-UMTS-Stick zum Laufen bringen…………….