Dontzap

Ubuntu ist immer mehr auf den Weg zum Deppen-OS. Neuestes Beispiel: irgendjemand hält es seit 9.04 für eine gute Idee STRG+ALT+BACKSPACE abzuschalten, immerhin die Funktion um auf die schnelle den X-Server neuzustarten. Wer den Original-Zustand wiederhaben will muss, soweit noch nicht vorhanden, dontzap installieren und dann mit dontzap -d die Tastenkombination wieder frei schalten.

Normalerweise würde mich das nicht jucken, nur haben die Ubuntu-Jungs sich entschloßen auch noch Bleeding-Edge Treiber für Intel-Grafikkarten mitzuliefern, weswegen bei mir der X-Server öfters stehenbleibt. Eine echte Win-Win Situation.

Update: Okok, wie in den Kommentaren angemerkt, ist das ist kein Ubuntu-Spezifika, sondern eine ‘Neuerung’ von X.org selbst. Da lag ich daneben.

13 Kommentare zu „Dontzap“

  • earl:

    1. Quatsch, man braucht kein Programm, es gibt einen Eintrag in der xorg.conf.

    2. Diese Tastenkombination ist total überflüssig. Wenn du X killen willst, dann drücke Strg+Alt+SysRq+K. Das funktioniert auch, wenn der X-Server nicht mehr reagiert. Dieser Befehl geht nämlich direkt an den Kernel.

    P.S.
    SysRq ist die Print-Taste. (Bei vielen Tastaturen nicht aufgedruckt.)

    P.P.S.
    http://lxr.linux.no/linux/Documentation/sysrq.txt
    http://en.wikipedia.org/wiki/Magic_SysRq_key

  • earl:

    Nachtrag: Der genannte Befehl killt übrigens gleich alle Prozesse auf dem Terminal, das bedeutet, dass auch abgewandte Kinder etc. die beim X-Suizid einfach übrigbleiben und weiter Ressourcen fressen würden, gleich mit verschwinden.

  • Timo:

    Zum Vervollständigen: Das normale Xorg Verhalten erreicht man, indem man die /etc/X11/xorg.conf wie folgt erweitert/bearbeitet:

    Section “ServerFlags”
    Option “DontZap” “false”
    EndSection

  • gandro:

    Im Überigen leider kein Ubuntu-Phänomen.

    CTRL+ALT+DELETE wurde direkt im Upstream von Xorg standardmässig deaktiviert:

    http://cgit.freedesktop.org/xorg/xserver/commit/?id=9d135ac10a7374c7ccda705f1eeb02cc53076c34

  • Usul:

    Die Sache hat außerdem erstmal nix mit Ubuntu zu tun, die Änderung kam von Upstream, von X selber. Insofern betrifft es alle Distributionen, welche diese X-Version einsetzen, von Mandriva weiß ich es z. B. auch.

  • So etwas nennt man Psycho-Hygiene, andere Fluchen oder schmeissen den Laptop aus dem Fenster. Ich werte jetzt mal die Aussage “DeppenOS” als Ausbruch Deiner inneren Gefühle, Jörn ;-)

  • Andre:

    Da kann man Ubuntu ausnahmsweise mal nix vorwerfen, das ist wie gesagt ja das neue Default Verhalten der aktuellen xorg Version.

  • Unter Kubuntu kann man in den Systemeinstellungen unter “Anzeige” durch Setzen einer Option die Funktion wieder einschalten. Eine Installation eines zusätzlichen Programmes ist nicht notwendig.

  • gut, dass ich hier ein Produktivsystem habe und deshalb prinzipiell nur auf die LTS-Version setze. Da muss ich mich mit so einem Geschmarre nicht abplacken.

    Allmählich wird da aber ein Umstieg auf GNU/Debian im Eigenbau immer interessanter – speziell die Sache mit den Intel-Treibern ist ein extremer Bockmist.

    cu, w0lf.

  • Jens:

    @earl
    Alt + SySRq + K reicht auch, Strg muss nicht gedrückt werden.

  • X-Server neu starten unter Ubuntu…

    Wie Jörn drüben bei EDV – Ende der Vernunft ist mir auch aufgefallen, dass man unter Ubuntu 9.04 (JauntyJackalope) nicht mehr mittels Ctrl + Alt + Backspace den X-Server neu starten kann. Wie in den Kommentarten zu Jörns Blogeintrag diesbezüglich e…

  • Anonymous:

    @earl
    Alt+SysRq+K setzt Linux voraus. Xorg aber laeuft auf einer vielzahl weiterer Betriebssysteme.

  • Hehe, und wieder was dazu gelernt. Auch mir ist das Fehlen von strg-alt-backspace aufgestoßen. Aber nun weiß ich ja wie’s geht. Danke für die Tipps!

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