Dontzap
Ubuntu ist immer mehr auf den Weg zum Deppen-OS. Neuestes Beispiel: irgendjemand hält es seit 9.04 für eine gute Idee STRG+ALT+BACKSPACE abzuschalten, immerhin die Funktion um auf die schnelle den X-Server neuzustarten. Wer den Original-Zustand wiederhaben will muss, soweit noch nicht vorhanden, dontzap installieren und dann mit dontzap -d die Tastenkombination wieder frei schalten.
Normalerweise würde mich das nicht jucken, nur haben die Ubuntu-Jungs sich entschloßen auch noch Bleeding-Edge Treiber für Intel-Grafikkarten mitzuliefern, weswegen bei mir der X-Server öfters stehenbleibt. Eine echte Win-Win Situation.
Update: Okok, wie in den Kommentaren angemerkt, ist das ist kein Ubuntu-Spezifika, sondern eine ‘Neuerung’ von X.org selbst. Da lag ich daneben.
1. Quatsch, man braucht kein Programm, es gibt einen Eintrag in der xorg.conf.
2. Diese Tastenkombination ist total überflüssig. Wenn du X killen willst, dann drücke Strg+Alt+SysRq+K. Das funktioniert auch, wenn der X-Server nicht mehr reagiert. Dieser Befehl geht nämlich direkt an den Kernel.
P.S.
SysRq ist die Print-Taste. (Bei vielen Tastaturen nicht aufgedruckt.)
P.P.S.
http://lxr.linux.no/linux/Documentation/sysrq.txt
http://en.wikipedia.org/wiki/Magic_SysRq_key
Nachtrag: Der genannte Befehl killt übrigens gleich alle Prozesse auf dem Terminal, das bedeutet, dass auch abgewandte Kinder etc. die beim X-Suizid einfach übrigbleiben und weiter Ressourcen fressen würden, gleich mit verschwinden.
Zum Vervollständigen: Das normale Xorg Verhalten erreicht man, indem man die /etc/X11/xorg.conf wie folgt erweitert/bearbeitet:
Section “ServerFlags”
Option “DontZap” “false”
EndSection
Im Überigen leider kein Ubuntu-Phänomen.
CTRL+ALT+DELETE wurde direkt im Upstream von Xorg standardmässig deaktiviert:
http://cgit.freedesktop.org/xorg/xserver/commit/?id=9d135ac10a7374c7ccda705f1eeb02cc53076c34
Die Sache hat außerdem erstmal nix mit Ubuntu zu tun, die Änderung kam von Upstream, von X selber. Insofern betrifft es alle Distributionen, welche diese X-Version einsetzen, von Mandriva weiß ich es z. B. auch.
So etwas nennt man Psycho-Hygiene, andere Fluchen oder schmeissen den Laptop aus dem Fenster. Ich werte jetzt mal die Aussage “DeppenOS” als Ausbruch Deiner inneren Gefühle, Jörn ;-)
Da kann man Ubuntu ausnahmsweise mal nix vorwerfen, das ist wie gesagt ja das neue Default Verhalten der aktuellen xorg Version.
Unter Kubuntu kann man in den Systemeinstellungen unter “Anzeige” durch Setzen einer Option die Funktion wieder einschalten. Eine Installation eines zusätzlichen Programmes ist nicht notwendig.
gut, dass ich hier ein Produktivsystem habe und deshalb prinzipiell nur auf die LTS-Version setze. Da muss ich mich mit so einem Geschmarre nicht abplacken.
Allmählich wird da aber ein Umstieg auf GNU/Debian im Eigenbau immer interessanter – speziell die Sache mit den Intel-Treibern ist ein extremer Bockmist.
cu, w0lf.
@earl
Alt + SySRq + K reicht auch, Strg muss nicht gedrückt werden.
X-Server neu starten unter Ubuntu…
Wie Jörn drüben bei EDV – Ende der Vernunft ist mir auch aufgefallen, dass man unter Ubuntu 9.04 (JauntyJackalope) nicht mehr mittels Ctrl + Alt + Backspace den X-Server neu starten kann. Wie in den Kommentarten zu Jörns Blogeintrag diesbezüglich e…
@earl
Alt+SysRq+K setzt Linux voraus. Xorg aber laeuft auf einer vielzahl weiterer Betriebssysteme.
Hehe, und wieder was dazu gelernt. Auch mir ist das Fehlen von strg-alt-backspace aufgestoßen. Aber nun weiß ich ja wie’s geht. Danke für die Tipps!