Das IPv4-Adressen zu Ende gehen brauche ich wohl niemanden zu erzählen. IPv6 ist die Zukunft. Tunnel-Broker, Privacy-Extensions – been there, done that. Zukünftig werden IPv6-Netze vergeben, das wie wird sich von Provider zu Provider unterscheiden. Das große T und Vodafone haben aufgrund von Datenschutzbedenken angekündigt auch weiterhin dynamische Adressen zu vergeben, wie auch immer das aussehen mag.
Spannend wird es für jeden mit kleinem Heimnetzwerk. Im Moment ist die Welt noch in Ordnung, denn man hat RFC1918-Adressen und NAT am Start. Private Adressen gibt es auch bei IPv6, aber kein NAT. Bekommt man ein Netz ist es nicht das Problem, aber was wenn es nur eine einzelne Adresse wird? Dies würde zu einer Auferstehung von Proxy-Diensten aller Art führen. Selbst wenn man ein Netz bekommt würde es sich regelmäßig ändern, was ständige Adressänderungen im Netz nach sich ziehen würde. Die Frage wäre dann wie erreiche ich morgen meinen Server?
Letzteres sehe ich als kleinstes Übel an. IPv6-Adressen sind aber so lang, dass man sie sich schlecht merken kann, daher wird sich der Umgang damit ändern. Sie werden natürlich da sein, aber um sich im lokalem Netz zu orientieren wird Service-Discovery die führende Rolle einnehmen. Also Dinge wie Zeroconf, Avahi, uPNP und das allseits beliebte NetBEUI.
Damit löst man sich von Adressen und bewegt hin zu Diensten im Netz, was auf der Console so aussieht
$ avahi-browse --all + eth0 IPv4 floyd Remote Disk Management local + eth0 IPv4 Download-Verzeichnis Network File System local + eth0 IPv4 MPD on statler Music Player Daemon local + eth0 IPv4 statler IMAP Mail Access local + eth0 IPv4 statler SSH-Fernzugriff local + eth0 IPv4 dm500hd SSH-Fernzugriff local + eth0 IPv4 SFTP File Transfer on statler SFTP File Transfer local + eth0 IPv4 SFTP File Transfer on dm500hd SFTP File Transfer local + eth0 IPv4 statler Arbeitsplatzrechner local + eth0 IPv4 dm500hd Arbeitsplatzrechner local + eth0 IPv4 piggy Arbeitsplatzrechner local + eth0 IPv4 floyd Arbeitsplatzrechner local
und ( im Zusammenspiel mit dem richtigen Linux) für schöne Dinge wie Hostname Tab-Completion sorgt. Einmal eingerichtet und daran gewöhnt, eine schöne Sache wie ich finde.
Avahi/Zeroconf ist ja “das selbe”, NetBEUI ist nicht auf IPv6 portiert und damit tot. Und UPnP wüsste ich nicht das man das für die lokale Namensauflösung verwenden kann.
Avahi funktioniert unter Linux/Mac prima, aber unter Windows nur durch 3rd party Software.
Oder habe ich was übersehen?
mfg Betz Stefan
Windows macht das über UPnP SSDP, so wie UPnP das für Discovery auch vorsieht – http://en.wikipedia.org/wiki/Simple_Service_Discovery_Protocol
Es geht ja auch weniger um Namen als um Services. Was interessiert mich denn wo ich Sachen finde, wenn ich sehe, dass ich sie finde. Ähnlich wie bei dem allgegenwärtigen Buzzword Cloud: Was interessiert mich wo die Daten liegen, so lange ich immer von überall an sie dran komme.