Die eigene Cloud mit Owncloud

So richtig spannend, was Neues anging, gab es für mich in den letzten Jahren nicht. Es waren eigentlich immer die gleichen Themen, die einen als Sysadmin beschäftigen und da gilt dann irgendwann ‘been there, done that’. Vieles ist heute zur Selbstverständlichkeit und damit viel einfacher geworden.

Spannend war eigentlich nur das Thema Cloud-Computing, dies ist aber mittlerweile ein Buzzword für das Bullshit-Bingo geworden. Allerdings ist man in diesen Bereich meistens als Außenstehender Beobachter unterwegs, da der Markt von großen Anbietern wie Amazon und Google beherrscht wird. Dies hat den riesigen Nachteil, das man sich an diesen Anbieter sehr stark bindet. Ein Auflösen dieses Bundes kann jedwede Einsparung, die man vorher vielleicht hatte wieder zunichte machen. Ein anderer Punkt ist, das man als Anbieter schnell sein Alleinstellungsmerkmal verlieren kann, da Cloud-Dienste eine starke Standardisierung erfordern. Wenn aber alle gleich arbeiten, weil sie sich den Prozessen & APIs der Anbieter unterwerfen ist man selbst kaum Unterscheidbar von anderen im Markt und damit austauschbar. Lange Rede, kurzer Sinn: Cloud-Computing stellt andere Herausforderungen und man sollte sich damit auseinandersetzen.

Nun kann man gucken was Google, Amazon oder vielleicht Joyent so machen oder einfach selbst eine ‘Coud’ installieren und hierfür gibt es die Owncloud. Als PHP-Anwendung ist es recht einfach zu installieren. Ich habe einen lighttpd am Start und hier war es nur auspacken, Rechte richtig setzten und gut. Bei der Installation kann man zwischen einer mitgebrachten oder einer Mysql-Datenbank wählen und dann ist man auch schon durch.

Owncloud bringt eine eigene Benutzerverwaltung mit, die das Anlegen von Gruppen und festlegen von Quotas ermöglicht, der Benutzer selbst kann Ordner anlegen und Dateien anderen Gruppen oder der Öffentlichkeit freigeben. Diese Strukturen bilden sich später ohne jedwede Verschlüsselung im Datei-System ab, das sollte jedem klar sein, der Owncloud verwendet.

Als Benutzer stehen eine Dateinablage, Musik abspielen im Browser sowie Kalender, Kontakte und Bookmarks zur Verfügung.

Der Zugriff erfolgt entweder komplett über den Browser oder über die zur Verfügung gestellten Dienste, dies wären Webdav, Caldav und Carddav – eine rudimentäre Beschreibung gibt es auf der Webseite von Owncloud. Anmerkung: Thunderbird selbst kann kein Carddav.

Apps oder Clients gibt es zur Zeit noch nicht. Ich glaube aber das sich hier noch viel tun wird, denn mittlerweile gibt es schon eine Firma die sich um Owncloud kümmert und es werden sich bestimmt viele Leute finden, die das Thema Owncloud so spannend finden wie ich und zum Wachsen dieses Ökosystems beitragen werden.

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4 Comments.

  1. Vorne PHP, hinten MySQL, das skaliert sicher bis der Arzt kommt. :???:

  2. Für die Weltherrschaft wird es nicht reichen.

  3. Ich werde das nächstes Jahr auch einsetzen. Kann man innerhalb der Agentur ganz gut verwenden und ein paar Kunden mit anschließen. Dafür sollte das allemal ausreichen.

  4. Ich hab mir vor kurzem ein NAS für zu Hause gegönnt und festgestellt, dass die genannten Funktionen und mehr von Herstellern wie Synology, Qnap, Netgear und Co. in deren Systeme ntegriert sind. Es muss nur noch ein entsprechendes Portforwarding am Router (bzw. UPNP) und DynDNS eingerichtet werden. Diese Hersteller bieten sogar Apps für Android und IOS an.
    Nachteil: der Upstream sollte entsprechend dimensioniert sein…

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