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Heiligs Blechle II

16. Februar 2013

Ich wollte schon lange auf die Kommentare im ersten Posting antworten, aber irgendwie bin ich darüber hinweg gekommen. Besser spät als nie.

In den Kommentaren wird auf Cisco UCS hingewiesen und das dort die Zukunft liegen würde. Ich sehe das anders. Cisco UCS ist proprietäre Hardware und hat damit seinen Preis:

Ein Problem ist, dass Cisco UCS locker 30 Prozent mehr kostet als vergleichbare Lösungs-Massenware von Anbietern wie HP oder Dell. [Link]

Auch die immer wieder gepriesene Flexibilität von derlei Umgebungen ist für mich kein Argument, da ich bisher mit einem recht konservativen Setup nichts vermisse. Aber zurück zum eigentlichen Thema, das die Hardware immer austauschbarer wird:

Ein Vorteil der Virtualisierung ist die Hardware-Unabhängigkeit und damit meine ich das nicht nur aus Sicht der VM, sondern auch des Hostes. Das Maß der Dinge sollte sein wie viel Leistung ich für mein Geld bekomme und nicht welcher Name drauf steht.

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  1. 16. Februar 2013, 23:13 | #1

    Vor allem wenn man bedenkt, dass es eigentlich Dell-Kisten mit neuem Logo sind ;)

  2. Matthias
    17. Februar 2013, 08:57 | #2

    In dem genannten Beispiel wird zurückgegangen auf klassische Rackserver. Hier müssen doch alleine die Verkabelungskosten explodieren?! Ich möchte doch stärker konsolidieren, wozu habe ich z.B. 10GBit?

    Wir haben gerade so einen Vergleich (Cisco UCS, HP Bladematrix, IBM Puresystems) angestellt und kostentechnisch verglichen. Die unterschiedlichen Bladestrategien unterscheiden sich kostentechnisch gesamtheitlich gesehen (d.h. HW Invest, RZ-Konnektivität, Strom und Klima) kaum voneinander. Gegenüber klassischer Racktechnologie sind sie dagegen allesamt günstiger.

    Das rechnet sich natürlich nur aber einer bestimmten kritischen Masse. Also z.B. nicht bei 10 ESX Hosts.

    Hier muss also jeder selber gegen seine Anforderungen spiegeln, welche Technik die beste ist. Ich möchte mich aber heute ja nicht mehr großartig mit der HW auseinandersetzen, sondern mit den Management Layern darüber ( Capacity Mgmt, Orchestrierung, Automatisierung, Monitoring). Seien wir ehrlich – da spielt die Musik und das ist interessant :)

    In den Servern steckt doch ansonsten eh dasselbe drin – was CPU, Motherboard und RAM angeht. Unterschiede gibt es höchstens bei den RAID Controllern oder NICs/HBAs.

  3. 17. Februar 2013, 14:51 | #3

    @Matthias
    > Gegenüber klassischer Racktechnologie sind sie
    > dagegen allesamt günstiger.

    An welchem Punkt sind sie das? Anschaffung, Unterhalt?

  4. Matthias
    17. Februar 2013, 16:29 | #4

    @Joern
    Ich kann dir die Kalkulation natürlich nicht zur Verfügung stellen, aber soviel kann ich sagen:

    Was die Anschaffungskosten betrifft (gestaffelt nach Server-/Blade, Chassis, Rackspace, Verkabelung und Softwarelizenzen für Mgmt Software) erhält man einen Break Even zwischen bei ca. 20 Rackservern (2 Sockel Systeme mit 256GB RAM). Bei rund 200 physikalischen Servern sprechen wir übrigens über den Faktor 2 – also Rackserver doppelt so teuer wie das Blade.

    Die Kostentreiber bei Rackservern: Serverkosten und Verkabelungskosten (Switchkosten anteilig).

    Bei den laufenden Kosten ist der Break Even etwas später (ca. 30 Server). Ab dann gehen die beiden wieder einmal weit auseinander.

    Weiter sollte man schwierig zu erfassende Kosten einbeziehen, wie Bereitstellungszeiten pro Server. Ein rackmount Server einzubauen kostet natürlich deutlich mehr Aufwand als ein Blade. Aber das ist ja nichts neues. Bei den heutigen Bladekonzepten bist du zusätzlich flexibler im Bereich SAN/Netzwerkanbindung (Stichwort: converged) und kannst bestimmte einfache HA Konzepte abbilden.

    Wie gesagt, kommt es auf die Anzahl der Systeme an und über welche Systeme wir sprechen. Aber bei klassischen Virtualisierungshost im Datacenter rechnet es sich.

    Kurzum: Die Hardware an sich – also das Blech – ist nicht mehr wichtig, jedoch das Konzept dahinter macht den Unterschied und schafft die Mehrwerte später im Betrieb.

    Du sprichst im Beitrag von einem „konserativen Setup“ – wie schaut das denn derzeit aus?

  5. 17. Februar 2013, 21:08 | #5

    @Matthias
    Konservatives Setup = Rackserver

    Wie sieht es mit Vendor-Lock in aus?

  6. Matthias
    17. Februar 2013, 21:31 | #6

    Jepp, Vendor Lockin gibt es dabei natürlich. Aber bei einer entsprechenden Landschaft wird es mit verschiedenen HW Vendoren ja auch zum Teil schwierig. Man möchte in der Regel ja eine zentrale Anlaufstelle fürs HW Monitoring/Mgmt haben und nicht einen IBM Directory, HP Insight Control und noch einen dritten Punkt.

    Ein ähnliches Vendor Lockin Problem sehe ich auch beim OS, Systems Mgmt Software und dem Hypervisor (sofern es keine freie Software ist!). Irgendwo ist man in der IT immer dem Hersteller und seinen Lizenzmetriken ausgeliefert, leider :sad:

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