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Linux

Sei Dir nicht zu sicher

Manche Ergebnisse scheinen von vornherein so klar zu sein, das man kaum einen Gedanken daran verschwendet auch mal zu hinterfragen, ob man nicht doch falsch liegen könnte. Ich war zum Beispiel fest der Meinung, das der NOOP IO-Scheduler auf einen Raid-Controller mit 256MB Cache am meisten Performance bringt. Schließlich bietet der Controller eine eigene Logik, sowie Zwischenspeicher und weiss damit am besten wie er die Blöcke auf die Platten bringt. Eine vorgeschaltete Logik im Kernel wäre da nur kontraproduktiv.

Nach ein paar Messungen auf einen RAID-10 mit vier 146GB 10K Festplatten bin ich klüger. Von den drei getesteten IO-Schedulern NOOP, CFQ und DEADLINE war (bis auf einen Wert) der CFQ-Scheduler am schnellsten. Selbst der DEADLINE-Scheduler konnte mit NOOP oft mithalten, ganz davon abgesehen das die Werte aller Drei nicht allzuweit auseinanderlagen.

Zitat des Tages

Mark Shuttleworth im Interview:

So one option that we considered was: “Let’s not call 8.04 the LTS, let’s call 8.04.1 the LTS”

Kurzer Augenblick der Einsicht - aber nur ein ganz kurzer.

CPU Frequency Scaling: Vorsicht Falle

Das Thema CPU Frequency Scaling ging ja eine Zeitlang durch alle Blogs und Foren. Mittlerweile ist das Normalitäet und funktioniert auch gut. Ist das Wirklich so? Ich habe da so meine Zweifel.

Auf Single- und Dual-Core Systemen tut es tatsächlich wie erwartet, aber auf Systemen mit mehreren CPU-Sockeln habe ich nun schon mehrfach erlebt, das das Scaling das System ausbremste, weil CPUs unterschiedlich getaktet waren. Trotz steigender Last takteten die Cores auf der einen CPU nicht wieder hoch und irgendwann war die Load so hoch, das ein Arbeiten nicht mehr möglich war. Erst das Abschalten des Daemons brachte das System wieder auf den richtigen Weg. Ähnlich sieht es mit iowait aus auf die das Scaling ebenfalls nicht reagiert. Also im Zweifel besser immer ausschalten.

Neues Notebook

Manche gestehen Gegenständen eine Seele zu. Daran mußte ich denken, als zwei Tage nach der Maxdata Insolvenz mein Pro 700 Notebook im stolzen Alter von 10 Jahren die Gehäusedeckel-Scharniere von sich streckte. Eigentlich schade, denn mit seiner Celeron 700Mhz CPU und den 256RAM tat es mit Xubuntu immer wacker seinen Dienst. Klar, mit der Zeit wurde alles langsamer, aber um Abends auf der Couch durchs Web zu ziehen reichte es allemal. Es mußte also etwas Neues her.

Was meine Heim-IT angeht habe ich meist einen ganz einfachen Ansatz: es muss günstig und ohne Schnickschnack sein. Nach etwas suchen viel meine Wahl auf ein Acer Extensa 5220 mit 2 GHz Celeron CPU, 1GB Ram und 15,4 Zoll Display für gerademal 340 Euro. Den Preis merkt man dem Gerät auch an bzw. man fühlt es beim Anfassen. Alles wirkt ein bisschen zerbrechlich und fühlt sich imho an wie eine recycelte PET-Flasche - trotzdem bin ich voll zufrieden. Als Betriebssystem lag ein Linpus Linux bei, welches keine grafische Oberfläche bietet - kein Problem welches man nicht mit einer Kubuntu DVD beheben könnte. Klasse finde ich die kleine Wippe zwischen den Touchpad-Tasten mit der man in alle Richtungen scrollen kann, das große Display und die sich daraus ergebende grosse Auflagefläche für die Hände. Klar, muss man Kompromisse machen. Der WLAN-Chip bei meinem Gerät funktioniert im Moment nur mit dem Ndiswrapper, Bluetooth geht wohl gar nicht und die CPU stammt noch aus einer Zeit, als Speedstep ein Produkt der Fitness-Industrie war. Über die Akkulaufzeit sollte man besser den Mantel des Schweigens hüllen, sie ist mit ca. 1 Stunde kaum erwähnenswert, auch weil ich mit dem Ding eh nur auf der Couch sitzen möchte und dafür ist es allemal Ok.

Die Installation von Kubuntu war vollkommen problemlos. Es hat nur etwas länger gedauert herauszufinden, welche Broadcom Wlan-Karte im Gerät verbaut ist und wie man sie zum Leben erweckt, im Ubuntu-Wiki findet man darüberhinaus noch ein paar intressante Informationen über die Sondertasten und andere Feinheiten. Joar, hat sich gelohnt.

Unser täglich Ubuntu-Update gib uns heute

Wenn mich nicht alles täuscht gab es seit meinen letzten Rant täglich Updates, sogar einen neuen Kernel. Unstable my Ass. Und ja, Ubuntu wird immer mehr zum neuen Windows. Letztens hab ich mich noch über den Neustart von Windows lustig gemacht, den das Acrobat Reader Update erforderlich machte. Heute gabs bei Ubuntu ein neues OpenSSL und die fordern mich tatsächlich penetrant dazu auf meinen Rechner neu zu starten *vogelzeig*

Feste Release-Zyklen sind Augenwischerei

Bei meinen Ausflug zu Fedora 8 fiel es mir zum erstenmal auf: Obwohl veröffentlicht, kamen fast jeden Tag Updates rein. Keine Sicherheits-Updates, sondern Updates für normale Programme. Es scheint bei denen zur Policy zu gehören, aber auch bei Ubuntu? Ich bin erstaunt, das sich fast jeden Tag der Update-Agent meldet. Kann passieren, aber die Menge und was dort alles Upgedated wird erstaunt doch sehr.

Anscheinend war es Ubuntu wichtiger den Release-Termin zu halten, als auf eine ausreichende Stabilität der mitgelieferten Pakete zu achten. Man wollte sich wohl nicht die Blöße geben wie bei Dapper, als man um 2 Monaten nach hinten verschieben mußte. Zumindest haben sie Glück gehabt und keinen großen Bock dabei geschossen - das ist ja auch schon was.

Von Upgrades und Neuinstallationen

Vorgestern war dieses Serverchen mit dem Dist-Upgrade auf Debian Lenny dran. Hat, alles in allem, etwa eine Stunde gedauert. Source-File anpassen, Dist-Upgrade laufen lassen, neuen Kernel installieren, Neustart, dpkg-old und dpkg-new abarbeiten - fertig. Zwei Dinge gab es danach: bei SpamAssassin funktionierte die Bayes-DB nicht mehr und Mysql warf Fehlermeldungen beim Neustart. Beim ersteren lag es am Spamass-Milter, der unter einer neuen UID läuft. Bei Mysql bin ich mir nicht sicher.

ERROR 1064 (42000) at line 1: You have an error in your SQL syntax;
check the manual that corresponds to your MySQL server version for the
right syntax to use near '-seemann_de.sk2_blacklist' at line 1

Die betroffenen Datenbanken funktionieren trotzdem anstandslos. Ich vermutet im Moment, das irgendein Script nicht mit dem Bindestrich im Datenbank-Namen klarkommt.

Zudem habe ich, nach dem Fedora 9 Desaster den Desktop platt gemacht und Kubuntu Hardy installiert. Hat keine Stunde gebraucht bis man damit arbeiten konnte - feels like home.

Fedora 9 - Fürchterlich, einfach fürchterlich

Ok, das wird ein kurzer Verriss. Ich war ja nie ein Freund von Fedora, daher war ich über meine durchaus positiven Erfahrungen mit Fedora 8 umso überraschter. Nun gibt es also den Nachfolger und natürlich habe ich mich in erfreudiger Erwartung ans Updaten gemacht.

Mein erster Versuch mit Preupgrade ging schief. Nach dem Neustart erzählte es mir, das ein Image nicht gefunden werden konnte, obwohl es da war. Leider bietet Preupgrade keinerlei Möglichkeit eine Shell zu starten, weder offiziell noch durch Hintertürchen, so das ich es einfach hinnehmen musste. Also das gemacht, was schon immer bei Redhat funktionierte: Installations-Medium herunterladen und Upgraden. Das funktionierte auch Tadelos.

Mein kaputter KDE4 Desktop

Die Idee der Fedora-Leute KDE 4.0 zu integrieren habe ich nie verstanden und ich hatte auch so meine Vorbehalte, die sich leider voll bestätigen sollten. Oben sieht man meinen Desktop. Die Uhr zu gross, die Tray-Icons an der falschen Stelle und Wechseln des Themes nur halb gelungen. Nach 30 Minuten hatte ich keine Lust mehr. Egal, was es alles tolles neues unter der Haube gibt oder geben soll, hinter diesen Fiasko steht das alles zurück. Ich werde vorerst zuhause wieder auf Kubuntu umstellen und die Neuinstallation in der Firma bleiben lassen.

Defragmentierung unter Linux

Unter Defragmentation of Linux Filesystems versucht jemand nachzuweisen, das die Fragmentierung des ext2/ext3 Datei-Systems zum Problem werden kann und wie man es löst. Mich überzeugt das alles nicht so ganz, eigentlich garnicht. Ich halte mich da lieber an Kris Köhntopp.

Urlaubs-Zeit ist Upgrade-Zeit

So, eine Woche noch. In der kann ich dann endlich mal das Dist-Upgrade dieses Serverchens auf Debian Lenny vornehmen. Wird nämlich langsam Zeit und entsprechend gut abgehangen sollte es schon sein. Fedora 9 ist auch schon ein paar Wochen raus, also muss mein Desktop-PC dran glauben. Hab zwar keine Lust auf KDE 4.0, aber vielleicht kommt derAppetit beim Essen.