Category Archives: Netz

Bots, überall Bots

Wenn ich so über meine Webserver-Logs schaue, beschleicht mich manchmal das Gefühl, das hauptsächlich Bots mein Blog bevölkern. Heute ist mir der NPbot aufgefallen, der sich für diese Seite instressiert hat, in der es um Google geht.

As a Digital Brand Asset Management company, NameProtect engages in crawling activity in search of a wide range of brand and other intellectual property violations that may be of interest to our clients.

Steht in der Bot-Beschreibung. Schade, das die nicht sagen warum sie vorbeigekommen sind.

Unsinnige MPAA/RIAA Website-Sperrung

Herrje, das ist harter Stoff. Beim Couchblog bin ich auf Jungs gestossen die allen Ernstes meinen mit einer htaccess Datei der MPAA/RIAA ein Schnippchen schlagen zu können.

Schaut man in die Datei findet man auch tatsächlich die RIAA und MPAA, aber irgendwann wird es Abenteuerlich. So findet man am Ende der Datei die Deutsche Telekom. Was stutzig macht ist der Eintrag netname: DTAG-DIAL15, wohl also ein Dial-In Bereich. Dies bestätigt auch der Localizer von Jan Kneschke (Nein, kein Link ich möchte die Demo-Seite nicht strapazieren), der hierfür den Bereich Magdeburg für die entsprechenden IP-Kreis herausgibt. Weiterhin findet man Niederländische Dial-Ins und die Web Business Unit von UUNET.

Warum die einzelnen Sachen in der Liste stehen ist übrigens nicht dokumentiert, also sind die obigen Beispiele wohl Kollateral-Schäden oder wie man das so nennt. Noch weiter treiben es die Jungs von www.boycott-riaa.com die anscheinend das halbe Internet sperren wollen.

Allein die Fehlermeldung der htaccess Datei ist an Dämlichkeit kaum zu überbieten:



No Freakin’ Way

Your IP appears to be managed by the RIAA or MPAA, and thus you are not welcome.

If you believe you have received this in error or wish to argue about it, contact the site owner.

Alternatively, you can go back to where you came from.


Denken die wirklich, das sie damit irgendetwas erreichen ausser unschuldige Leute in Magdeburg zu nerven?

Anti-Cookie Hausmittel bei Mozilla

Es ist mal wieder das Thema Werbefreies Internet hochgekommen und damit auch die angebliche Angst vor Cookies. Ich muss ganz ehrlich sagen, das mich beide Themen recht pheripher berühren, um es mal nett auszudrücken.

Werbung auf Webseiten sind nunmal da und stören meist auch nicht weiter, einen Filter dafür einzurichten halte für Overkill. Mozilla macht von sich aus keine ungefragten Pop-Ups auf – Wunderbar. Und den Jungs von ivwbox hab ich in meinem DNS-Server eine Zone spendiert die eigentlich nur 127.0.0.1 zurückliefert. Und Cookies?

Cookies sehe ich ganz entspannt, ich nehme auch alle an. Allerdings ist i.d.R meine cookies.txt schreibgeschützt, das funktioniert schon seit Netscape 4.7x und auch heute noch beim Firebird. Der Witz an der Sache ist, das Mozilla beim schliessen des Browsers schaut, ob es noch cookies gibt deren Lebenszeit noch länger läuft und will sie dann in die cookies.txt schreiben, da die Datei sich aber nicht beschreiben lässt passiert nichts.

Sollte ich mal einen cookie brauchen, hebe ich kurz den Schreibschutz auf und schliesse den Browser. Danach noch etwas Kosmetik in der cookies.txt mit einem Editor um alles unnötige rauszuwerfen und dann die Datei wieder schreibschützen. Damit lebe ich bis jetzt ohne Probleme.

Nicht alle mögen Blogs!

Scott Granneman ist nicht zu beneiden. Da versucht er Leute das Thema Blog näherzubringen und schreibt eine wahre Lobeshymne und die Leserschaft bedankt sich mit Kommentaren wie:

What an awful article!

He started off talking about how he doesn’t have enough time to review a plethora of news sources, and finished with a how-to on “blogging,” a very time intensive activity.

Man kann sicher darüber streiten, ob Security-Focus der richtige Platz dafür ist, allerdings übersehen die Kommentar-Schreiber einen wichtigen Punkt. Bei der IT-Security ist das Sammeln von Informationen eine sehr wichtige Angelegenheit und Blogs eignen sich hervorragend dafür. So gibt es ein Blog über die weit verbreitete Checkpoint-Firewall, das bessere Informationen bereitstellt als die Hersteller-Doku.

Aber wie heisst das in Nord-Deutschland so schön : Wat de Buer net kennt, det fret he net.

Das sinnliche Internet

Larry Wall, der ‘Erfinder’ von Perl, hat einmal gesagt: The social dynamics of the net are a direct consequence of the fact that nobody has yet developed a Remote Strangulation Protocol.Nun können wir das yet schon fast streichen, denn amerikanische Wissenschafter (gibt es eigentlich noch andere?) haben nun das berührungsempfindliche Internet entwickelt.

Man stelle sich nur die Einsatzmöglichkeiten vor! Nicht nur das die Porno-Branche Purzelbäume schlagen wird, auch die Werbe-Industrie wird Schlange stehen um den wehrten Konsumenten möglichst ‘hautnah’ ein sinnliches Erlebniss der beworbenen Produkte zu vermitteln, während sich die Unterwelt eher an Larry Wall halten wird. Lumma übernehmen Sie!

Wozu braucht man als Blogger eigentlich Suchmaschinen?

Es gibt quasi eine eigene Intrastruktur mit Blogrolling, Trackback und Konsorten, die für mich wie eine digitale Variante der Mund-zu-Mund Propaganda wirkt.

Wenn ich mir Suchmaschinen-Konzepte wie Overture anschaue beschleicht mich das Gefühl, das ich garnicht bei denen im Index stehen möchte.

Denn eigentlich erwarte ich ein Geben und Nehmen. Bei Overture würde ich sagen, die haben zwar meine Site im Index
und können so mit der Grösse ihrer Datenbank angeben, aber die Wahrscheinlichkeit das jemand über Overture auf mich stösst gen Null geht, weil alle intressanten Suchbegriffe verkauft sind und dann die Faulheit der Suchenden zuschlägt. Schaue ich in meine Logs, so scheint sich das auch zu bestätigen, denn als Referrer finde ich fast ausschließlich andere Blogs, lediglich ein paar Hits von Google. Gut, der Fairness-halber muss man auch sagen, das es mich viel zu kurz gibt als das ich eine wirklich konkrete Aussage dazu treffen könnte. Mich würde intressieren wie es bei anderen Blogs aussieht.

Eine andere Sache ist natürlich auch der Inhalt des Blogs selbst. Viele Dinge sind schon 2 Tage später vergessen oder so intressant wie die vorletzte PHP-Version, das es eigentlich nur das Rauschen in den Suchmaschinen erhöht, zudem verfügt fast jedes Blog über ein eigenes Archiv. Bleibt zuletzt der Blogger selbst und ob es ihn intressiert von Suchmaschinen gefunden zu werden.

Noch mehr Google-Kritik

Mir ist eine Google-Kritik über den Weg gelaufen, die im Fazit schliesst:

- Webseitenbetreiber werden ohne Eigenverschulden vom Markt verdrängt (es kann ja nicht jeder diesen Aufsatz gelesen haben)
- Die Qualität der Suchergebnisse nimmt ab: Benutzer-”Ratings” werden zugunsten von “AdWords®”-Ratings verworfen, und diese geben die Wirklichkeit nicht gut wieder sondern höchstens die Zahlungsfähigkeit des Betreibers.

Inhaltlich kann ich dazu garnichts sagen, aber anscheinend wird es Zeit sich nicht mehr nur auf Google zu verlassen. Lesenswert sind auch seine Nutzungbedingungen.

Bloggermania – Gedanken eines Ahnungslosen

Wenn ich so durch den Bloggerwald streife habe ich oft das Gefühl ein Deja vu zu haben und ein paar Jahre zurück mitten im Dotcom-Hype zu sein. Viele aufgeregte Stimme reden vom ‘nächsten grossen Ding’ und überlegen wie man damit Geld machen kann. Es sei ihnen alle gegönnt, aber ist dem wirklich so?

Im Dotcom-Hype wurde viel Unsinn erzählt, z.B. das das Internet irgendwann das Fernsehen ablösen würde, was natürlich Blösinn ist da Fernsehen so herrlich passiv ist und man sich auf einfachste Weise berieseln lassen kann – eine Taste auf der Fernbedienung reicht, da kann das Web noch lange nicht mithalten. Dagegen ist Internet harte Arbeit die mit viel Lesen, verstehen und Sitzfleisch verbunden ist. Das Multimediale ist man uns bis heute schuldig geblieben, wenn man einmal von ein paar Flashfilmchen absieht. Avatare und wie sie nicht alle hiessen – Tod. Warum? Weil es keinen wirklichen Nutzwert hatte. Ebay – das hat was. Da kann ich meinen alten Krempel für viel Geld unter die Leute bringen. Amazon – eigentlich hasse ich den Laden wegen ihrer mehr als fragwürdigen Patent-Politik, aber seien wir doch mal ehrlich, wenn das bestellte Buch am nächsten Mogern im Briefkasten liegt freut man sich doch ein Loch in den Bauch. Schlecker – Super! Nie mehr Katzenfutter und Drogerie-Artikel schleppen. Das hat alles was.

Und Bloggen?

Irgendwie erinnert mich das ganze an die Zeiten wo man seine erste Homepage bei Geocities hatte und diese seinen Nachbarn und Freunden zeigte. War eine Höllenarbeit dieses ganze HTML-Geraffel und Feedback über Gästebücher kam selten. Durchs Bloggen ist das alles viel schneller geworden. Man braucht sich die, zumeist sehr liebevoll, gestalteten Seiten garnicht mehr anzuschauen – der RSS-Feed liefert schon die Inhalte. Durch Trackbacks und Pings webt man schnell ein Netz aus Meinungen, Gegenmeinungen, Lob und Tadel. Ein Meer von Stimmen erhebt sich und will nicht enden. Und wie soll man sich nun die Kommerzialisierung des Blogs vorstellen?

Für John Doe stellt sich ein Blog ersteinmal wie eine normale Webseite dar, Konzepte wie Feeds, Pings und Trackbacks sind ihm fremd. Wichtig ist, das lernt man in der 1.Klasse der Internet-Schule, der Inhalt. Wo soll der herkommen? Newsseiten gibt es wie Sand am Meer, die Verlinkung macht die Nachrichten nicht intressanter. Dafür Geld bezahlen? No way. Blogs werden von Persönlichkeiten getragen, die meist auch für einen gewissen Lebensstil und Meinung stehen. Gibt es für mich eine Zielgruppe? Spannende Idee. Schaut man sich die ‘grossen’ deutschen Blogs ITW und Kantel Daily News (Mein Respekt!) an, ähneln sie eher Nachrichten-Seiten, wenn auch teilweise mit News weitab von jedwedem Mainstream und die sich die Freiheit nehmen den eigenen Senf dazuzugeben. Dirty Harry schaut man ja auch nicht um sich die Nachrichten nochmal vorlesen zu lassen, sondern wegen der Kommentare. Man stelle sich ein Blog ohne solch eine Persönlichkeit vor (Gibt es eigentlich Blogs mit echten Redaktionsteam?). Eine leblose Seite so spannend wie Focus.de und kostenpflichtigen RSS-Feed.

Sich einfach eine beliebige CMS schnappen und dann auf Blog machen wird nicht funktionieren. Also wo ist das Geschäfts-Konzept das als Alleinstelleungsmerkmal das Bloggen hat, ausser es anderen Leute zu ermöglichen a la blogger.com oder Service-Leistungen wie Feedster oder Blogrolling?

Ich sehe keines. Sicher wird die Kommerzialisierung kommen, mit Feed-Advertising und RSS-Spam. Viele werden den Begriff Blog aufnehmen und uns solange um die Ohren hauen bis es im nächsten Bullshit-Bingo steht. Aber hat das wirklich was mit Bloggen zu tun, wenn man nur Verstatzstücke verrührt?

Bloggen ist für mich Evolution, nicht Revolution. Endlich kann ich meine eigene Homepage (auch wenn einige diese Wort sicher nicht hören wollen) pflegen ohne jedesmal an vi, Homesite oder Selfhtml zu verzweifeln. Bloggen demnächst auch auf Geocities – bestimmt.

So, genug gelabert.

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