Yeah, endlich hat es sich rumgesprochen: Intrusion Detection Systeme sind meistens rausgeworfenes Geld.
“Intrusion Detection ist tot”, erklärte John Pescatore, Vice-President Internet Security auf der diesjährigen RSA-Conference in San Francisco. In das gleiche Horn stößt Mike Rasmussen, Analyst bei Forrester Research: “IDS hat auf breiter Front versagt.” Der Spezialist hat “viele verschiedene Systeme eingesetzt, und ungefähr 75 Prozent davon sind unbrauchbar.” Schreibt die Computerwoche.
Man versucht zwar gleich die nächste Sau durchs Dorf zu treiben, die sich IPS (Intrusion Prevention System) nennt und zusätzlich zum IDS Aktionen auslösen kann, wenn Verdächtiges passiert. Meiner Meinung ist sowas aber eher noch gefährlicher, weil es hier passieren kann das ein False-Positive wichtige Teile der Infrastruktur lahmlegt.
Denn das Hauptproblem von IDS und IPS: Sie sind Saudumm. Dies versucht man durch zwei Ansätze zu kompensieren: Indem zum einen definiert wird, was ein Angriff ist oder durch eine Lernphase ein Normalzustand ermittelt wird. Beides ist nicht praktikabel, denn der Admin ertrinkt zuerst in Fehl-Alarmen. Nach einer gewissen Zeit wird das System dann meist ignoriert oder so eingestellt das es nicht mehr effektiv arbeitet.
IDS machen nur in übersichtlichen Umgebungen, wie z.B. einer DMZ Sinn. Dort bekommt man ziemlich schnell ein Gefühl dafür, was normal ist und was nicht. In einem LAN sorgt ein IDS nur für lange Projektzeiten und eine langfristige Einnahmequelle für den Dienstleiter, denn dort gibt es keinen Normalzustand, es lebt quasi. Als IDS-Admin müsste man vor jeder Veränderung (dies könnte schon ein harmloser Windows-Patch sein) informiert werden, damit man auf evtl. Alarme vorbereitet ist.
Wer es denn unbedingt einmal versuchen will sollte sich Snort anschauen, um zu sehen was ihn erwartet.