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VoIP für Zuhause – Die Überlegungen

Obwohl ich allgemeine Bedenken habe, fasziniert mich das Thema Voice-Over-IP. Nicht nur vom technischen Standpunkt, auch kommt man nach kurzer Überlegung schnell darauf, das sich hier evtl. etwas Geld sparen lässt. Ein kurzer Abriss wie ich zum Thema kam:

Wir haben eine T-Sinus 54 ISDN-Telefonanlage mit einem schnurlosen Handteil, das reichte für unsere alte Wohnung vollkommen aus. Nun im Haus liegt das Handteil immer am ungünstigsten Ort wenn es klingelt, Murphy lässt grüssen. Eine Erweiterung würde uns pro Handteil ca. 60-80 Euro kosten. Eine Menge Geld wenn man bedenkt, das man dafür beim Discounter komplette Analog-Anlagen mit 3-4 Handteilen bekommt. Klar könnte ich an die Telefonanlage oder der Starterbox von Arcor analoge Geräte anschliessen, aber wozu habe ich ISDN?

Womit ich schon beim nächsten Thema bin – wozu habe ich eigentlich ISDN? Beim Umstieg von Analog zu ISDN ging es darum mehr Geschwindigkeit zu haben und trotz Surfen noch erreichbar zu sein. Und Heute? Ich habe, dank DSL, mehr Geschwindigkeit und meist zwei freie Telefonleitungen. Es würde also auch eine analoge Leitung tun, denn das einzige Komfort-Merkmal das wir nutzen ist die Rufnummern-Übertragung und selbst die funktioniert mittlerweile im analogen Netz. Auch ist die Pubertät unserer Kinder in den nächsten 10 Jahren höchst unwahrscheinlich (Paul ist 19 Monate alt und Baby Nummer Zwei noch im Bauch). Wieder kein Grund für ISDN.

Wenn ich dann auf meine Telefon-Rechnung schaue sehe ich ca. 80 Euro an Grundgebühren für ISDN, DSL- und Flatrate plus 30-40 Euro an Telefongebühren. Irgendwie eine Menge Geld und zumindest die Grundgebühr für ISDN erscheint mir fraglich.

Nun kommt endlich Voice-Over-IP ins Spiel, das ich durch meine Spielereien bereits kennengelernt habe. Das Ergebniss war nicht sonderlich toll, aber vielleicht bin ich die Sache nur falsch angegangen und bei einem durchschnittlichen Minuten-Preis von 1 Cent deutschlandweit denkt man gerne zwei-, dreimal darüber nach. Gut, aber wie nun telefonieren?

Ein stationäres IP-Telefon kommt für uns nicht in Frage, zu wenig Mobil das ganze und mehrere Zyxel Wlan-Handys plus eigene VoIP-Telefonanlage ist Overkill. Eine gute Alternative wäre evtl. ein Adapter von Analog auf VoIP im Zusammenspiel mit einer analogen Basis-Station und entsprechenden Mobilteilen.

Bei diesen Analog-VoIP Adaptern gibt es eine Reihe von Herstellern wie Cisco, Grandstream und Sipura, die alle mehr oder weniger gut funktionieren. Das habe ich zumindest für mich als Fazit aus dem Stöbern im Ip-Fone-Forum gezogen. Der Cisco ATA 186 ist sozusagen das Arbeitspferd, funktioniert weitgehend Problemlos, allerdings braucht es dafür eine gute Konfiguration, welche aber im Forum zum Download angeboten wird. Die Grandstream-Geräte decken das untere Preisegment ab und dementsprechend gibt es mal mehr, mal weniger Probleme. Der ATA 286 ist ein reiner Analog-VoIP Adapter, während der ATA 486 einen DSL-Router mitbringt. Schlussendlich die Geräte von Sipura. Am Sipura SPA-1000 kann man ein Endgerät anschliessen, am SPA-2000 deren zwei und das SPA-3000 bietet Anschluss eines Endgerätes und einer Telefonleitung, quasi als Fallback wenn VoIP nicht funktionieren sollte.

Eine wichtige Rolle spielt auch der DSL-Router, der am besten QoS unterstützen sollte um zu gewährleiten das bei einem Download nicht das Telefongespräch mangels Bandreite zusammenbricht. Beliebt ist hier anscheinend der Linksys WRTG54G, wo eine alternative Firmware für Qos sorgt. Intressant wäre auch der angekündigte WRTG54GP, welcher schon über 2 Anschlüssse für Telefone besitzt und VoIP selbst handelt, aber den gibt es noch nicht einmal in den US of A.

Bleibt noch der VoIP-Provider. Die scheinen sich vom Preis her nicht allzuviel zu geben, aber allen gemein ist das sie noch in den Kinderschuhen stecken. Ausfälle und Abrechnungsfehler ist der Normalfall, nicht die Ausnahme und manchmal scheint es sich nur um 1-2 Mann Unternehmen zu handeln.

So und nun bringe ich das Ganze zu einem Fazit für mich. Ich bin relativ günstig an ein Sipura SPA-2000 gekommen, das die Tage über eintreffen wird. Dann geht das Probieren mit einem Endgrät los, Provider testen etc. Zum Schluss möchte ich zu einem Ergebniss kommen, das in etwa so aussieht: Analoge Basiseinheit mit ein paar Mobilteilen an einem Analog-VoIP Adapter. Als Internet-Provider würde ich QSC vorziehen und ansonsten keine Telefonleitung. Quasi Telekommunikation nur noch über das Internet.

Utopie? Ich werde in Zukunft öfter darüber berichten.

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