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Sunracle
Oracle kauft also Sun. Euphorie kommt bei mir deswegen nicht auf. Ich denke Oracle vertritt zuallererst handfeste eigene Intressen. Man stelle sich vor IBM hätte zugeschlagen. Oracle wäre in eine größere Abhängigkeit geraten als es ihnen lieb sein könnte. Java in der Hand eines, in vielen Bereichen, direkten Konkurrenten und auch beim Big Iron für all die eigene Software wäre es an Auswahl eng geworden.
Aus dieser Sicht macht es auch Sinn, das sich Oracle für Hardware intressiert. Ob es allerdings in der heutigen Breite sein wird, wage ich zu bezweifeln. Total falsch am Platz finde ich Allmachts-Fantasien wonach Oracle Linux zu gunsten von Solaris fallen lassen würde. Oracle hat viel Geld in Linux investiert und es hat sich ausgezahlt, ob Solaris das auch kann wird sich zeigen müssen. Auch ob Oracle Hardware verkaufen kann, Sun konnte es zuletzt nicht so wirklich.
Und MySQL? Nun, ich denke da hat man eine bald leere Firma und einen Markennamen gekauft. Für die Software Mysql wäre es, aus meiner Sicht, das Beste sie zu forken und z.B. unter den Dach der Apache Foundation weiterzuführen.
Wenn IBM tatsächlich Sun kauft
Vielleicht sehen wir dann OpenSolaris auf der PS3. Ein intressanter Gedanke :)
Links for 2008-08-25
- Redhat perl. What a tragedy. – OMFG!
- Wenn Computer sich wehren könnten – via Dirk
- Sun for sale? – “also mentioned Microsoft as a possibility” *shudder*
Microsoft kauft Yahoo
Ich hatte da gerade ein Bild vor Augen, als ich hörte das Microsoft Yahoo kaufen will: Jerry Wang (Gründer von Yahoo) steht am Bug eines Schiffes mit Namen Microhooft. Von hinten kommt leise Steve Ballmer, er umarmt Jerry und nimmt seine Arme hoch. Beide stehen für einen Augenblick innig ineinander verschlugen, als es einen Schlag tut. Aus den Augenwinkel können beide noch einen Eisberg sehen, den sie gerammt haben. Schemenhaft sehen sie darauf zwei Pinguine, der irgendwie ausschauen wie Larry Page und Sergej Brin. Im weiteren Verlauf sieht man die Microhooft in kleine Teile zerbrechen und langsam untergehen…
Know your enemy oder auch nicht
Der Deutschland-Chef von Sun, Marcel Schneider, gibt der Computerwoche ein Interview. Neben den ganzen Marketing-Gerede offenbart sich, das er nur rudimentäre Kenntnisse von Linux besitzt:
Solaris ist das beste Linux.
Dazu fehlt Solaris die LSB-Zertifizierung, die Solaris Zweifelsohne gut stehen würde um das Pfad-Wirrwarr zu beenden und damit das ‘wo finde ich was’ Suchspiel ein Ende hat. Man-Pages wie für rm in denen vier verschiedene Varianten beschrieben sind haben dann hoffentlich ein Ende. Das hat zwar wenig mit dem Linux-Kernel an sich zu tun, aber der Solaris-Kernel hat auch nichts mit Linux zu tun.
Ich sehe nicht Linux, sondern Red Hat als Konkurrenz zu Solaris.
Red Hat ist eine Konkurrenz für Sun, Linux aber nicht für Solaris. Die Beweggründe dahinter (Build to work, Build for sale) sind zu Unterschiedlich.
Unser Vorteil sind aber beispielsweise die Möglichkeiten zur Konsolidierung. So läuft auf einer Sparc-Maschine das gleiche Solaris wie auf einem x64-Rechner von IBM. Es ist der gleiche Code, nur anders kompiliert.
Äh, Linux unterstützt zur Zeit 24 Architekturen, Debian Linux davon 11 – das nennt sich Homogenität.
Anwender müssten sich zudem nicht um viele unterschiedliche Versionen des Betriebssystems kümmern. Mit den verschiedenen Linux-Derivaten züchten sich die Anwender einen regelrechten Zoo an Betriebssystemen heran. Diese Gefahr besteht bei Sun nicht.
Anwender haben bereits einen Zoo von Betriebsystemen, weil Hersteller propietärer Soft- und Hardware das so wollen. Jeder kocht sein eigenes Süppchen und hält sich andere durch Support-Matrizen vom Leib. Leider springen Firmen wie Redhat und Novell/Suse auf den Zug auf, um selbst ein Stück von Kuchen zu bekommen. In einer offenen, freier Welt hätte jeder die Wahl wo er was installieren möchte.