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BSD ist nichts für mich

Es gibt ja nicht nur Linux und so versucht sich Steven Rosenberg an BSD. Scheitert aber mehrfach an der Installation und schreibt:

I want to love BSD (I already love the free, comprehensive documentation for FreeBSD), but it’s got to show me a little installation love first.

Mir ist es zu Platt die Nutzung eines OS von einer einfachen Installation abhängig zu machen. Trotzdem schaue ich mir alle Jahre wieder BSD an, aber irgendwie komme ich immer zu den gleichen Fazit: Es gibt für mich keinen Grund BSD einzusetzen, ausser einen höheren Geek-Faktor. Die Applikationen mit denen ich hauptsächlich arbeite funktionieren unter BSD und Linux gleichermaßen, sie sehen auch identisch aus. Das ist aber kein Grund für einen Wechsel, da müsste von BSD schon mehr kommen - tut es aber nicht.

OpenSolaris - Installation

Wer einmal OpenSolaris testen möchte kann sich entweder die DVDs bestellen oder sie selbst herunterladen (kostenlose Anmeldung notwendig oder auch nicht). Der Vorteil in der heruntergeladen Version liegt darin, das sie aktueller ist. Ich habe z.B. Build 57 auf DVD bekommen, aktuell ist aber im Moment Build 63.

Bevor man die DVD einlegt gibt es ein paar Punkte zu beachten. Da wäre zum einen die Hardware-Unterstützung. Sie ist noch ein Stück bescheidener als sie unter Linux ist. Wer sicher gehen will das sein System unterstützt wird kann sich durch die HCL (Hardware Compatibility List) wühlen oder das Check Tool herunterladen, aber auch DVD booten und gucken was passiert ist ein passables Mittel um zum Ziel zu kommen. Wenig schiefgehen kann wer einen AMD Athlon Prozessor, AMD- oder Nvidia-Chipsatz und mindestens 800MB an RAM sein eigen nennt, denn ähnliches steckt in den Sun Servern.

Die interaktive Installation (hier Screencasts zum aufwärmen) ist mehr als selbsterklärend, beim Partitionieren muss man allerdings genau lesen und das richtige anklicken, sonst wird der vorhandene Partitiontable verworfen und damit verschwinden bei der Installation bereits vorhandene Betriebssysteme. OpenSolaris lässt sich nur in eine primäre, aktive Partition installieren und man sollte es auch ordentlich Swap spendieren, bei der alten Regel Arbeitsspeicher mal zwei man ruhig ein paar Schippchen drauflegen. Wenn es darum geht,was zu installieren werden soll, ist die Voll-Installation mit ca. 5GB Umfang zu Anfang sicher eine gute Wahl.

Multiboot ist möglich, allerdings sollte man immer den grub von OpenSolaris benutzen. Der Eintrag für Windows würde dann so aussehen:

title Windows
rootnoverify (hd0,0)
chainloader +1

Vista braucht eine Extra-Behandlung die sich gewaschen hat.

Wie man sieht ist das alles nichts für den Computer-Anfänger. Profundes Grundwissen über Festplatten-Partitionierung und den Boot-Loader grub sollte man schon mitbringen. Hat man das aber alles hinter sich lächelt einen dieser Boot-Screen an:

Der Bootloader grub unter OpenSolaris

Linkssys NSLU2 mit Debian als alternative Firmware

Gute Nachricht zuerst: Man muss die NSLU nicht mehr “übertakten“, denn seit längeren wird sie mit der vollen Taktfrequenz von 266Mhz ausgeliefert. Bevor es los geht, ein paar Überlegungen hinsichtlich der anzuschließenden Storage.

Die NSLU verfügt über zwei USB-Anschlüsse. Zuerst spielte ich mit dem Gedanken sie durch einen USB-Hub zu erweitern. Am ersten Anschluss wollte ich einen USB-Stick anschließen und am zweiten den Hub mit den beiden USB-Festplatten. Klar, USB-Sticks haben eine begrenzte Lebendauer was Lese- und Schreibzyklen angeht, aber das Risiko wollte ich eingehen, der Stromverbrauch ist einfach zu verlockend. Bei geschickter Partitionierung (/home und Datengrab auf den Platten, der Rest auf dem Stick) kann man nachts die Platten in den Sleep-Modus laufen lassen und dann liegt die NSLU bei 10 Watt. Allerdings war dafür der Stick, warum auch immer, viel zu langsam. Also doch eine Platte an den ersten und eine mit den Hub an den zweiten, so kann auch der Drucker angeschlossen werden. Beim USB-Hub muss man, wie bei jeden anderen Hub (Netzwerk- oder Storage-Hub), daran denken das der Datentransfer blockiert für andere Dinge ist, wenn bereits ein anderes Gerät Daten überträgt. Also zwei Festplatten zugleich ist keine gute Idee.

Aber nun zur Installation. Es gibt fertige Installations-Images für Debian, einmal das offizielle und ein Inoffizielles. Beim Original Debian Image muss man mit einer USB-Netzwerkkarte arbeiten, da die interne Netzwerkkarte nur mit einen propitären Treiber Module zur Arbeit zu bewegen ist. Diesen Umstand umgeht man mit dem inoffziellen Image, welches das richtige Module enthält. Ich beziehe mich im weiteren auf das inoffielle Image.

Bevor man Debian installiert, sollte man die NSLU vorher einmal in Betrieb nehmen. Also mit einer IP-Adresse, Gateway, Netzwerkmaske und Eintrag für den DNS-Server versorgen, denn drauf greift die Installation später zurück. Hat man das Image heruntergeladen und entpackt, kann es einfach via Web-Interface hochgeladen (Administration/Upgrade) werden, jedoch sollte man vorher alle Platten/USB-Sticks abgestecken. Das Hochladen dauert einen Moment, generell sollte man etwas Geduld mitbringen, denn alles dauert ein bischen länger als sonst. Wenn das Gerät dreimal gepiept hat ist es soweit, man kann es wieder aus machen und die Festplatte-/Sticks wie gewünscht anstöpseln und anschließend wieder einschalten.

Nun kann man sich via ssh installer@IP-Adresse (Passwort: install) einloggen und stößt dann auf einen normalen Debian-Installer den ich nicht weiter vorstellen möchte. Er kümmert sich um die Partitionierung, Installation der Software und dem bootfähig machen des Systems. Ist man soweit durch steht vor einen ein normales Debian-System.

Meine erste Installation dauerte ewig und lief mehrfach in einen ssh timeout. Sie war mit USB-Stick und Festplatten via Hub am ersten Anschluss aufgebaut und ich testete mit

dd if=/dev/zero of=test.dat bs=1M count=100

die Geschwindigkeit. Das ist sicher kein echter Benchmark, aber die Ergebnisse lassen sich schnell ermitteln und gut vergleichen, auch wenn sie anfangs sehr erschütternd waren. Gerade einmal 1.4MB/s standen auf den Tacho, sowohl beim Stick als auch bei der Platte. Ich richtete dann das mounten via UUID ein, um die Platte frei umherstecken zu können und siehe da: die Platte lag, wenn sie alleine angeschlossen war, bei 13.5MB/s. Der USB-Stick war also zu langsam, obwohl er mit USB2 arbeitete. Komischerweise liefert er bei meinen Desktop-PC die volle Leistung. Keine Ahnung warum.

Also neu installiert und die Firmware mit Upslug2 via Netzwerk eingespielt. Tolle Sache, denn so kann man im Prinzip die NSLU nicht zerflashen. Die Installation ging durch die am ersten Anschluss hängende Festplatte recht fix und auch das fertige System lag dann wieder bei 13.5MB/s Datentransfer im System.

Zeit sich mit der Netzwerkgeschwindigleit zu befassen. Beim normalen NFS-Mount lag sie bei 4.6MB/s, per FTP bei etwa 5.2MB/s. Der begrenzende Faktor war bei allen Messungen (welch Überraschung) die CPU. Mal NFSv4 probiert, welches von der Performance besser sein soll. Nunja, es lag mal etwas unter, mal etwas über NFSv3, insgesamt nichts nennenswertes. Spasseshalber hatte ich mein /home vom jetzigen Server (der etwa 8MB/s macht) auf die NSLU verlegt und es war ein ganz normales Arbeiten für mich möglich - Test also bestanden.

Was noch aussteht ist die Übernahme der Funktion des jetzigen Servers. Also NFS, SMB/CIFS, IMAP und SMTP. Ich bin mal gespannt wie ich mit den 32MB RAM hinkomme.

Zeit Diebe

Ich wollte mir mal den Sun System Manager N1 anschauen. Er wollte das aber nicht, denn bei Sun wurde die Support-Matrix in den Installer implementiert:

The Sun Java(TM) Web Console software already installed (version 3.0.2)
is newer than the version (3.0) you are attempting to install.
Downgrading is not supported. If you wish to run the older version,
you can install it after unintalling the currently installed version.

Da es nur Abbrechen oder Nochmal versuchen gab und keinen Lasst mich in Ruhe mit so einen Blödsinn, muss ich jetzt die alte Version raus kramen und neu installieren. Beim Update bekomme ich bestimmt wieder die neue Version. Danke, ihr verschwendet meine Zeit!