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Neues Notebook
Manche gestehen Gegenständen eine Seele zu. Daran mußte ich denken, als zwei Tage nach der Maxdata Insolvenz mein Pro 700 Notebook im stolzen Alter von 10 Jahren die Gehäusedeckel-Scharniere von sich streckte. Eigentlich schade, denn mit seiner Celeron 700Mhz CPU und den 256RAM tat es mit Xubuntu immer wacker seinen Dienst. Klar, mit der Zeit wurde alles langsamer, aber um Abends auf der Couch durchs Web zu ziehen reichte es allemal. Es mußte also etwas Neues her.
Was meine Heim-IT angeht habe ich meist einen ganz einfachen Ansatz: es muss günstig und ohne Schnickschnack sein. Nach etwas suchen viel meine Wahl auf ein Acer Extensa 5220 mit 2 GHz Celeron CPU, 1GB Ram und 15,4 Zoll Display für gerademal 340 Euro. Den Preis merkt man dem Gerät auch an bzw. man fühlt es beim Anfassen. Alles wirkt ein bisschen zerbrechlich und fühlt sich imho an wie eine recycelte PET-Flasche – trotzdem bin ich voll zufrieden. Als Betriebssystem lag ein Linpus Linux bei, welches keine grafische Oberfläche bietet – kein Problem welches man nicht mit einer Kubuntu DVD beheben könnte. Klasse finde ich die kleine Wippe zwischen den Touchpad-Tasten mit der man in alle Richtungen scrollen kann, das große Display und die sich daraus ergebende grosse Auflagefläche für die Hände. Klar, muss man Kompromisse machen. Der WLAN-Chip bei meinem Gerät funktioniert im Moment nur mit dem Ndiswrapper, Bluetooth geht wohl gar nicht und die CPU stammt noch aus einer Zeit, als Speedstep ein Produkt der Fitness-Industrie war. Über die Akkulaufzeit sollte man besser den Mantel des Schweigens hüllen, sie ist mit ca. 1 Stunde kaum erwähnenswert, auch weil ich mit dem Ding eh nur auf der Couch sitzen möchte und dafür ist es allemal Ok.
Die Installation von Kubuntu war vollkommen problemlos. Es hat nur etwas länger gedauert herauszufinden, welche Broadcom Wlan-Karte im Gerät verbaut ist und wie man sie zum Leben erweckt, im Ubuntu-Wiki findet man darüberhinaus noch ein paar intressante Informationen über die Sondertasten und andere Feinheiten. Joar, hat sich gelohnt.
Von Upgrades und Neuinstallationen
Vorgestern war dieses Serverchen mit dem Dist-Upgrade auf Debian Lenny dran. Hat, alles in allem, etwa eine Stunde gedauert. Source-File anpassen, Dist-Upgrade laufen lassen, neuen Kernel installieren, Neustart, dpkg-old und dpkg-new abarbeiten – fertig. Zwei Dinge gab es danach: bei SpamAssassin funktionierte die Bayes-DB nicht mehr und Mysql warf Fehlermeldungen beim Neustart. Beim ersteren lag es am Spamass-Milter, der unter einer neuen UID läuft. Bei Mysql bin ich mir nicht sicher.
ERROR 1064 (42000) at line 1: You have an error in your SQL syntax;
check the manual that corresponds to your MySQL server version for the
right syntax to use near '-seemann_de.sk2_blacklist' at line 1
Die betroffenen Datenbanken funktionieren trotzdem anstandslos. Ich vermutet im Moment, das irgendein Script nicht mit dem Bindestrich im Datenbank-Namen klarkommt.
Zudem habe ich, nach dem Fedora 9 Desaster den Desktop platt gemacht und Kubuntu Hardy installiert. Hat keine Stunde gebraucht bis man damit arbeiten konnte - feels like home.
Update auf Ubuntu Feisty Fawn
Bis letzte Woche haben mich alle Meldungen über den Fortschritt der neuen Ubuntu Version 7.04 (Feisty Fawn) kalt gelassen. Doch als sich der erste Release Candidate abzeichnete wurde ich Unruhig und hab dann wider besseren Wissens mit dem Update begonnen. Meine Update-Erlebnisse waren bis jetzt alle sehr durchwachsen (1, 2, 3). Für mich, der auf etliche Jahre Erfahrungen mit Debian und Linux zurückgreifen kann, waren das nie wirkliche Showstopper und ich war Neugierig ob sich da in der Zwischenzeit etwas getan hat.
Um es kurz zu machen: Nein. Mein Desktop-Rechner zuhause (Athlon 3400+, 1GB RAM, Nvidia 6800GT, NV4-Chipsatz) machte mit Kubuntu den Anfang. Zwischendurch blieb einmal die Grafische Oberfläche stehen und ich musste noch einmal beginnen. Ansonsten lief das Update durch, allerdings bootete der Rechner anschließend nicht mehr. Ein bischen gucken liess auf ein Kernel-Problem schließen und als das System mit dem Edgy Kernel bootete war das auch klar. Es war spät und ich hatte keinen Bock mehr. Am nächsten Tag kam zum Glück ein Kernel-Update und siehe da es bootete. Beryl funktionierte auch Out-of-the-Box. Zugegeben: Die ersten Minuten sitzt man staunend vor diesen ganzen Effekten und kann sich nicht satt sehen, aber irgendwann kommt die Frage nach den tieferen Sinn und dann ist das Staunen schnell weg.
Mein altes Notebook (Celereon 700, 256MB Ram, Intel irgendwas) mit Xubuntu war als nächstes dran. Mitten im Update stand das Ding still. Nach dem Reboot ging ersteinmal nichts – kein X, kein WLAN, der Kernel bootet nur in Single-User Mode. Nach ein bischen apt- und dpkg-Akrobatik lief dann das Update weiter und dann auch durch.
Mein Rechner in der Firma (Intel Dual-Core mehralsgenug, 2GB RAM, ATI-Radeon irgendwas, Software-Raid 1) kam zuletzt und auf hier das gleiche Bild. Mitten im Update stand alles, nach dem Reboot meckerte der Devicemapper über Partitionen die eigentlich zum RAID gehörten. Wieder ein bischen auskommentieren und dpkg-/apt-Akrobatik dann lief das Update weiter. Mir lief dabei die /boot-Partition voll, 100 MiBi für 6 Kernel sind anscheinend nicht mehr ausreichend. Der Vmware Server wollte auch nicht, aber da hilft das Vmware-Any-Any-Update.
Fazit: Für mich nichts Neues. Für Anfänger geht Ubuntu in Richtung Suse, wo schon immer galt lieber neu zu installieren als ein Update zu wagen. Von geschmeidigen Updates a la Debian ist Ubuntu meilenweit entfernt. Schade eigentlich, denn man sollte die vielen neu gewonnenen Ubuntu-Benutzer nicht mit derartigen Sachen wieder vergrätzen.