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Hardware-Inventarisierung mit Open-Source
Das Topic ist in meinen Augen falsch. Eigentlich müßte es Bestandsverwaltung oder Neudeutsch Asset-Management heissen, aber ich befürchte das Thema läuft für viele Leute unter Inventar und somit passe ich mich da an.
Worum gehts? Nun, mit jeder zusätzlichen Hardware in der Firma steigt der Verwaltungsaufwand. Man muss für die Buchhaltung den Bestand verwalten, was mitunter einen ziemlichen Datenwust erzeugt, denn es ist mit dem Rechner selbst meist nicht getan. Es gibt zusätzliche Hardwarekomponenten, Seriennummern, gekaufte Software, Lizenz- oder Wartungsverträge usw. usw. Es kann schnell zu einen Ganztags-Job werden den Bestand aktuellen Gegenheiten anzupassen, aber zum Glück gibt es Software die dem geplagten Sysadmin ein ganzes Stück Arbeit abnehmen kann.
Da wäre zuallerst das OCS Inventory NG Projekt zu nennen. Es besteht aus vier Teilen: einem Client, dem optionalen Deployment Server, einer Administration Console und dem Communication Server. Der Client ist für Windows erhältlich, sowie Linux/BSD/AIX/Solaris und MacOS X, während die Server unter Windows und Linux laufen.
Die Installation unter Linux ist für Debian/Ubuntu und CentOs ausführlich Schritt für Schritt beschrieben. Man benötigt unter Linux den Apachen, Mysql, mod_perl und ein paar Perl-Module, den Rest erledigt das Installations-Script. Es ist sehr gesprächig und bietet u.A. die Möglichkeit nur einzelne Server-Dienste zu installieren, um so eine bessere Skalierung zu erreichen. Der Client für Windows bietet drei Modi. Er lässt sich als Service betreiben, manuel aufrufen oder in einen Login-Script. Beim Client für Linux/BSD/AIX/Solaris/MacOS X kann man zwischen Aufruf per Hand oder Cron wählen. Die Abhängigkeiten sind nicht allzu gross, ein paar Perl-Module und ein GCC wenn dmidecode zu alt ist. Alles im allem keine große Hürde.
Die Administration Console ist aufgeräumt, ich würde sogar sagen spartanisch. Es zeigt die vom Client gesammelten Daten an und die können mitunter recht umfangreich sein. Unter Linux/Windows funktioniert das sehr gut, unter Solaris nicht wirklich. Der Speicherausbau wird zumeist nicht erkannt und die Netzwerk-Konfiguration ebenso nicht.
Je mehr Clients man ausrollt, umso mehr schwillt die Datenflut in OCS NG an. Übersicht schafft die Einfachheit nicht, denn leider lassen sich die ganzen Informationen nicht verknüpfen. Hier setzt GLPI an. Es kann all die Daten aus OCS NG importieren, führt neue Typen (Netzwerk, Geräte, Drucker, Kartuschen, Verbrauchsmaterial etc.) ein, bringt ein Ticket-System mit, bietet einen Buchhaltungs-Modus, eine Wissens-DB und einen Haufen Optionen, die man an dieser Stelle gar nicht aufzählen kann. Als Krönung gibt es allerlei Plugins.
Mit den neuen Objekten und den Verknüpfungen läßt sich nicht mehr nur die Computer-Hardware verwalten, sondern auch die Infrastruktur drumherum. Es lassen sich Switche einrichten und dann die Netzwerkkarten auf die Switchports verknüpfen, sogar Verbindungen auf Netzwerk-Dosen lassen sich so dokumentieren. Man kann den Computern Dokumente zuordnen, Reservierungen durchführen und natürlich allerlei Berichte erstellen.
Noch habe ich nicht alle Möglichkeiten entdeckt, aber bis jetzt sieht das alles sehr vielversprechend aus.

