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Linux ist Frickelkram

Höre ich immer wieder aus der BSD- und aus der Solaris-Ecke. Zum Beispiel dort in den Kommentaren und beim Jörg schwingt das immer wieder mit. Warum? Was stört euch? Ich will Fakten und Argumente hören.

Die Versions-Fetischisten haben bei Debian gewonnen oder von der Qual eine Distributions-Strategie zu entwickeln

Als ich gestern über das Ende von Debian Sarge nachdachte fiel mir auf, das diese Version nicht einmal 3 Jahre gehalten hat, eigentlich sehr schade, wie ich finde. Gerade die Langlebigkeit von Debian-Distributionen empfand ich immer sehr angenehm, denn für viele Server ist ein zu kurzer Lebenszyklus weder sinnvoll noch rentabel.

Schaut man über die Lebenszeit eines Systems, sind 3 Jahre eine verdammt kurze Zeit. Projektierung, Anschaffung, Test, Betrieb und das Ausphasen verschlingen doch etliche Zeit. Ist zu diesen Zeitpunkt die Distribution schon ein Jahr veröffentlicht verschlimmert sich die Sache sogar noch. Debian mit seinen bisherigen Lebenszyklen war daher für mich das erste Enterprise-Linux, auch wenn die Länge nicht immer geplant war, sondern sich durch Unzulänglichkeiten oder dem Erwachsenwerden der Organisation begründeten.

Man braucht also einen guten Kompromiss für den Lebenszyklus einer Distribution. Wenn 3 Jahre zu kurz sind, denke ich, kann man mit 5 Jahren gut leben. So hat man die Gewissheit auch noch mitten im Lebenszyklus einer Distribution nicht auf ein totes Pferd zu setzen. Diese lange Zeit stellt aber auch die Distribution vor Probleme, denn die Hardware ändert sich in dieser Zeitspanne dramatisch. Das war schon immer ein wunder Punkt von Debian, welches sich aber durch den Einsatz der Backports stark gebessert hat.

Wie es mit dem LTS von Ubuntu ausschaut wird sich auf Dauer zeigen. Im Moment sieht es so aus, das sie einen Haufen Software für Stabil erklärt haben und das für die nächsten 5 Jahre nicht ändern wollen. In Konsequenz bedeutet dieser Umstand schon heute, das Ubuntu Dapper LTS für langfristige Projekte Tod ist. Man stelle sich ein Projekt vor, das in ein, zwei Jahren erweitert werden muss. Die heutige Hardware ist nicht mehr lieferbar und installieren lässt sich Dapper LTS auch nicht mehr. Klar kann man nun zu Frickeln anfangen, aber das pflegen eigener Pakete kann ganz schön aufwändig sein.

Einen wirklich guten Kompromiss zwischen Lebenszyklus und Aktualität was Hardware-Treiber angeht liefert im Moment Redhat resp. CentOS. Selbst CentOS 4 kann man heute noch in Projekten ohne Bedenken einsetzen, da Redhat mit Version 4 bis ins Jahr 2012 plant. Neue Hardware trotz 2.6.9er-Kernel? Kein Problem!

Schaut man über den Tellerrand zu Solaris sieht die Situation noch besser aus. Nächstes Jahr fängt, nach über 10 Jahren, Solaris 8 an auszulaufen. Die Schmerzen die es hinterläßt sind aber erträglicher als die Schmerzen die ein Wechsel der Version unter Linux verursachen kann, besonders wenn man viel selbstgeschriebene oder gekaufte Software einsetzt. Bedeutet eine neue Version der Linux Distribution vielfach neue Software, kann man die alte unter Solaris dank der garantierten Binärkompatibilität weiter einsetzen. Das Solaris dafür an anderen Ecken stinkt macht die Wahl einer Umgebung nicht einfacher.

Mit screen Benutzern unter Linux über die Schulter schauen

Es gibt genug Situationen wo man bestimmten Benutzern einfach mal auf die Finger schauen möchte. Als Klassiker würde ich mal Service-Techniker bezeichnen, welche (evtl. als root) an Systemen arbeiten müssen. Hier gilt die Devise ‘Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser’ und mit ein bischen GNU Screen kann zumindest nachvollziehen was gemacht worden.

Zuerst muss man screen Setuid-Root setzen:


# chmod u+s /usr/bin/screen

und die Berechtigungen von /var/run/screen anpassen:


# chmod 755 /var/run/screen

Der erste Benutzer startet nun screen und gibt

STRG+A:multiuser on

ein. Nun muss er den zweiten Benutzer berechtigen bzw. mehrere durch Komma getrennt:

STRG+A:acladd joern

Das kann man auch sicherer gestalten, indem man ein Passwort vorgibt, welches man vorher mit
mkpasswd crypted muss:

STRG+A:acladd joern nTFa9CA4bqAVw

Zur Sicherheit noch das Logging einschalten und dann kann der Zuschauer kommen:

STRG+AH

Dieser startet screen folgendermaßen, wobei zap der Benutzername des ersten Benutzers ist und 9954 die Prozess-ID des screens ist auf den man zugreifen möchte:


$ screen -x zap/9954

Fertig ist Big Brother. Das Funktionert übrigens auch unter Solaris mit screen aus dem Blastwave-Repository.

So kurz, so wahr

Beim Solaris /bin/true zeigt sich die wirkliche Genialität von Programmierern.

Links for 2008-01-05

Abwarten und Tee trinken

Auf der einen Seite ist es sehr spannend zu sehen, was alles für Solaris angekündigt wird:

Angekündigt heisst aber leider nicht veröffentlicht und schon gar nicht einsetzbar. Denn selbst über veröffentlichte Dinge wie ZFS oder das iSCSI-Target liest man mehr über Probleme als einem lieb sein kann.

NetApp vs. Sun - Lasst die Spiele beginnen

Otmanix hat sich in seinem Blog Gedanken über Sun und NetApp gemacht:

Bei der Meinungsmache spielen auch Emotionen einen große Rolle. So versucht Suns CEO Schwartz geschickt die wichtige Open Source Gemeinde auf seine Seite zu ziehen, frei nach dem Motto “ZFS=Open Source=gut gegen WAFL=proprietär=böse“.

Genau, Meinungsmache, das bringt es auf den Punkt. Es wird PR auf ungewöhnlichen Wege gemacht und versucht die eigenen Truppen hinter sich zu bringen.

Vielleicht sehen wir ja Ungewöhnliches, z.B. das Sun in Erwartung eines verlorenen Prozesses ZFS unter GPL stellt. Oder das NetApp sein eigenes OS, Ontap, unter CDDL-Lizenz freigibt. Ein durchaus denkbares Szenario, da NetApp im Moment auf RAID4 setzt, welches bei immer größer werdenden Platten nicht mehr nutzbar sein wird. Stünde OnTap unter CDDL, könnte NetApp ZFS implementieren, anstatt das eigene WAFL weiter zu entwickeln. So ein Schritt erfordert natürlich eine smarte Firma, Chuzpe und ein Verzicht auf das NIH-Syndrom. Wirklich zutrauen würde ich es NetApp nicht.

Sun hingegen hat die Open-Source Karte schon gezogen, wenn auch halbherzig. Zitat Otmanix:

Dabei wird der Streit zwischen der im Linux-Umfeld verbreiteten GPL-Lizenz und der dazu inkompatiblen von Sun verwendeten CDDL-Lizenz möglichst unter den Teppich gekehrt. Eine Freigabe von ZFS und weiterer unter CDDL-Lizenz stehender Software unter der GPL(v3) will Sun aber wohl tunlichst vermeiden oder zumindest hinauszögern, um sich im Storage-Umfeld und Servermarkt von Linux abgrenzen zu können.

Letztendlich wird weder Sun noch NetApp gut aus der Sache herauskommen. Gewinnen wird Open-Source im Allgemeinen, sei es weil OSS-Lizenzen bestätigt, Patente geschleift oder Firmen ihre Kultur ändern. Daher sollen sie sich verklagen bis der Arzt kommt, mir soll es egal sein.

Grenzen der Virtualisierung

Nachfolgend ein paar Gedankenspiele und Erfahrungen zu Grenzen der Virtualisierung, betreffend VMware und Solaris Zonen. Nicht vollständig, noch erhebe ich den Anspruch auf Vollkommenheit. Widerworte, Anregungen und eigene Erfahrung sind ausdrücklich gewünscht.

  • Hoher Verbrauch an CPU/Memory Resourcen - die Instanz belegt dadurch überproportional Anteile vom Gesamtsystem und damit auch an den
    Gesamtkosten des Virtualisierungssystems, so das es billiger sein kann dieses in eigener Hardware zu betreiben
  • Hoher Netz- bzw. Disk IO - Beeinträchtigt alle anderen Systeme in Bezug auf Verfügbarkeit dieser Rescourcen. Auch ist die Performance von
    von virtualisierten Umgebungen und deren Instanzen nicht vergleichbar mit physikalischen Systemen
  • Zeitkritische Systeme - Alle Systeme die auf eine Taktgenauigkeit der Systemuhr angewiesen sind können nicht virtualisiert werden, da das Hostsystem diese nicht 1:1 durchreichen kann
  • Besondere Hardware wie z.B. ISDN-Karten oder Dongles lassen sich nicht virtualisieren
  • Die Applikations-Software ist nicht freigegeben für die Benutzung in virtuellen Umgebungen oder sie verhindert durch bestimmte Eigenschaften eine Virtualisierung. Beispiel: Die Applikations-Software ist an eine Host-ID/Mac gebunden welche sich durch Schwenk der Hardware ändern könnte.
  • Betriebssystem lässt sich nicht virtualisieren wie z.B. Solaris 8/9

Man könnte meinen ich wäre Negativ eingestellt gegenüber der Virtualisierung, das Gefühl ich mitunter selbst. Allerdings möchte ich das Thema für mich sozusagen ‘von hinten’ aufrollen.

hrmpf!

Freunde werden wir wohl nicht mehr, also ich und CentOS resp. Redhat. Mir hätte heute auch kein Redhat-Mitarbeiter über den Weg laufen sollen, es hätte Böse für ihn geendet. Warum ich mich so Aufrege? Es gibt anscheinend mehrere Wege unter Redhat Netzwerkkarten zu konfigurieren und die eine Möglichkeit weiss nichts von der anderen. Da lobe ich mir doch die einfache /etc/network/interfaces von Debian und selbst der krude Solaris-Krams macht eine um längen bessere Figur!

Langsaaaaaam

Wir schreiben das Jahr 2007. Bittorrent gibt es seit 6 Jahren, aber noch immer nötigen Firmen wie Sun, Electronic Arts und Fileplanet Benutzer dazu grosse Dateien mit ineffizienten Protokollen wie http oder ftp herunterzuladen.

Ok, bei Fileplanet kann ich das noch verstehen, da gehört das wohl zum Geschäftsmodell. Aber Electronic Arts war echt der Meinung es wäre eine gute Idee die Command & Conquer ISO per http zu verteilen. Oder Sun mit dem Download von Solaris 10.

Der Sun Download Manager mit mickriger Download-Rate

Angst vor Kontrollverlusts oder NIH-Syndrom? Ich tippe bei Sun auf ersteres, weil man so mit schönen Zahlen rumwedeln kann. Bei EA würde ich auf ein glattes Egal tippen.