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Artikel Tagged ‘Solaris’

Es sind die einfachen Dinge

15. Juli 2009 5 Kommentare

Hach ja. Kleine Dinge und Schritte bewegen die Welt. Also vergessen wir mal die großen Heldentaten, hier eine Sache die mich schon seit langem ärgert:

Cursor-Tasten in vim unter Solaris. In die .bashrc,.profile oder wie man es gerne möchte:

# delete key
bind '"\e[3~":delete-char'
# page up key
bind '"\e[5~":history-search-forward'
# page down key
bind '"\e[6~":history-search-backward'

Jaja, Solaristi und Vimperatoren werden mich Auslachen und mich einen n00b schimpfen, aber ich mag es halt wenn die Systeme überall gleich funktionieren.

Linux oder Solaris?

7. Juni 2009 10 Kommentare

In den Kommentaren zu Ächtz bin ich gebeten worden mich zu erklären, warum ich Solaris in manchen Punkten für besser als Linux halte und wann ich Solaris einsetzen würde.

Nun, am einfachsten ist die Erklärung wann ich Solaris nicht einsetzen würde, dazu zählt zum Beispiel wenn man viel forkt. Die initiale Erklärung die ich dafür hatte war, das Solaris beim Fork wirklich den gesamten Adressraum kopiert, während Linux via Copy-on-Write nur Teile kopieren muss. Solaris soll (einen offziellen Link dazu habe ich nicht gefunden) mittlerweile auch Copy-on-Write einsetzen, aber geändert hat sich dadurch für mich nichts. Richtig schlimm macht sich das auf CMT-Maschinen bemerkbar, daher immer zu Pre-Fork Modellen greifen. Ein anderes düsteres Thema ist halbwegs aktuelle Software unter Solaris (ich rede hier nicht von OpenSolaris). Die Companion-CD und auch die Grundinstallation enthalten gut abgehangene Software, aber der Umfang ist doch sehr bescheiden. Es gibt zwar Projekte wie Blastwave, OpenCSW oder OpenPkg, aber die können wirklich nur die allergrößten Schmerzen lindern. Ich möchte die Arbeit der wenigen Leute nicht schmälern, aber von Packaging-Standards und -Funktionalitäten wie im Linux-Bereich sind sie weit entfernt.

Hat man keine Probleme mit obigen kann man Solaris ruhigen Gewissens einsetzen. Das ist wie früher Mercedes E-Klasse fahren, eine sichere Wahl und einmal am Laufen durch nichts aufzuhalten. Klar im Vorteil gegenüber Linux ist Solaris in anderen Gebieten.

Langzeitstabilität zum Beispiel. Software, ja selbst Kernel-Treiber die auf Solaris 2.8 funktionieren laufen auch unter Solaris 10. Das Volume-Management mit SDS und Software-RAID macht unter Solaris Spaß. Mir gehen die Nackenhaare hoch beim Gedanken an LVM und MD-Raid, die mit ihren Kommando-Zeilen Orgien einen zur Verzweifelung bringen können. Unter Solaris sind das nur ein paar Befehle, von ZFS mal ganz zu Schweigen. Genauso sieht es bei IPfilter versus IPTables aus. Keine Ahnung wer mehr kann, dafür sind IPF-Regelwerke imho einfacher zu lesen. Insgesamt setzt Solaris nicht auf ellenlange Konfigurations-Dateien, sondern auf Tools mit denen man Dienste via Kommando-Zeile konfiguriert. Mal ein Beispiel:

# dhtadm -M -m 188.25.62.0 -e 'LeaseTim=57600'

Das setzt die DHCP-Leasetime für einen IP-Bereich unter Solaris. Beim ISC-DHCPD (Ok, nicht Linux-Spezifisch, aber ich will nur das Prinzip erklären) müßte man die Konfigurations-Datei parsen, was nicht gerade trivial ist. Diese Tools unter Solaris machen das Scripten aus meiner Sicht sehr viel einfacher.

Ein anderes Beispiel hatte ich ja bereits angesprochen, die Installation. Das Jumpstart Enterprise Toolkit zur Installation von Solaris ist wirklich eine tolle Sache. Ich denke FAI könnte unter Linux da noch am ehesten herankommen, während Redhats Kickstart noch letztes Jahrtausend ist.

Alles im allem ist es, wie so oft, eine Frage der eigenen Präferenzen. Leute mit BSD-Hintergrund werden sich eher in Solaris zurechtfinden und es zu schätzen Wissen. Wer mit Linux aufgewachsen ist, wird Zeit und Geduld investieren müssen. Viele Dinge sind einfach anders und wenn es nur Details sind. Aber aus meiner Sicht lohnt es sich, sich mit beiden zu beschäftigen, denn es erweitert den Horizont und zwingt zu genaueren, bewußteren Arbeiten.

Solaris Performance Tools

19. Januar 2009 4 Kommentare

Der Otmanix weisst auf die Solaris Performance ToolsCD hin. Nette Sache und kannte ich noch gar nicht. Jetzt habe ich nur ein Problem: ich brauche einen größeren Monitor.

Solaris Perftools cpubar

Klick to enlarge

ZFS Boot

13. November 2008 Kommentare ausgeschaltet

Seit der neuesten Version kann Solaris 10 also auch von ZFS booten und sogar das Jumpstart Enterprise Toolkit (Jet) unterstützt es, also mußte ich mal gucken wie es funktioniert. Tja, was soll ich sagen – es funktioniert nicht, zumindest das Zusammenspiel von JET und ZFS Boot.

Warum, das weiss ich auch nicht genau. Eine aktuelle Doku zu Jet gibt es nicht. Schaut man sich die profile Datei an, welche Jet für den normalen Jumpstart-Prozess erzeugt ist syntaktisch alles in Ordnung. Trotzdem kommt das normale Installations-Programm hoch, ein Zeichen das irgendwas nicht richtig ist.

Ich habs dann irgendwann abgebrochen, weil mir beim Lesen der Beschreibung zwei Dinge aufgefallen sind. Unter ZFS gibt es ja keine Partitionen mehr, sondern man hat einen Pool und kann zusätzlich Datasets anlegen. Im Installationsprogramm kann man nur wählen, ob man alles in den Pool installiert oder ob man /var mit einen Dataset separieren möchte – mehr geht nicht. Das ist keine sonderlich große Auswahl und weicht von dem ab, was ich normalerweise mache. Nun, aber selbst das geht nicht mit Jet. Alles in den Pool, mehr geht nicht. Natürlich könnte ich durch Scripting die Unzulänglichkeiten des Installers umschiffen, aber dazu habe ich ehrlich gesagt keine Lust. Da warte ich doch lieber auf bessere Zeiten.

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Nochmal auf Anfang

3. November 2008 4 Kommentare

Es gibt nur einen sinnvollen Weg Solaris zu installieren und das ist das Jumpstart Enterprise Toolkit. Nun habe ich gerade heute den neuen Server fertig und was müssen meine Augen sehen: eine neue Version mit ZFS-Boot Unterstützung. Seufz.

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Hardware-Inventarisierung mit Open-Source

23. Oktober 2008 6 Kommentare

Das Topic ist in meinen Augen falsch. Eigentlich müßte es Bestandsverwaltung oder Neudeutsch Asset-Management heissen, aber ich befürchte das Thema läuft für viele Leute unter Inventar und somit passe ich mich da an.

Worum gehts? Nun, mit jeder zusätzlichen Hardware in der Firma steigt der Verwaltungsaufwand. Man muss für die Buchhaltung den Bestand verwalten, was mitunter einen ziemlichen Datenwust erzeugt, denn es ist mit dem Rechner selbst meist nicht getan. Es gibt zusätzliche Hardwarekomponenten, Seriennummern, gekaufte Software, Lizenz- oder Wartungsverträge usw. usw. Es kann schnell zu einen Ganztags-Job werden den Bestand aktuellen Gegenheiten anzupassen, aber zum Glück gibt es Software die dem geplagten Sysadmin ein ganzes Stück Arbeit abnehmen kann.

Da wäre zuallerst das OCS Inventory NG Projekt zu nennen. Es besteht aus vier Teilen: einem Client, dem optionalen Deployment Server, einer Administration Console und dem Communication Server. Der Client ist für Windows erhältlich, sowie Linux/BSD/AIX/Solaris und MacOS X, während die Server unter Windows und Linux laufen.

Die Installation unter Linux ist für Debian/Ubuntu und CentOs ausführlich Schritt für Schritt beschrieben. Man benötigt unter Linux den Apachen, Mysql, mod_perl und ein paar Perl-Module, den Rest erledigt das Installations-Script. Es ist sehr gesprächig und bietet u.A. die Möglichkeit nur einzelne Server-Dienste zu installieren, um so eine bessere Skalierung zu erreichen. Der Client für Windows bietet drei Modi. Er lässt sich als Service betreiben, manuel aufrufen oder in einen Login-Script. Beim Client für Linux/BSD/AIX/Solaris/MacOS X kann man zwischen Aufruf per Hand oder Cron wählen. Die Abhängigkeiten sind nicht allzu gross, ein paar Perl-Module und ein GCC wenn dmidecode zu alt ist. Alles im allem keine große Hürde.

Die Administration Console ist aufgeräumt, ich würde sogar sagen spartanisch. Es zeigt die vom Client gesammelten Daten an und die können mitunter recht umfangreich sein. Unter Linux/Windows funktioniert das sehr gut, unter Solaris nicht wirklich. Der Speicherausbau wird zumeist nicht erkannt und die Netzwerk-Konfiguration ebenso nicht.

OCS NG Administration Console

Je mehr Clients man ausrollt, umso mehr schwillt die Datenflut in OCS NG an. Übersicht schafft die Einfachheit nicht, denn leider lassen sich die ganzen Informationen nicht verknüpfen. Hier setzt GLPI an. Es kann all die Daten aus OCS NG importieren, führt neue Typen (Netzwerk, Geräte, Drucker, Kartuschen, Verbrauchsmaterial etc.) ein, bringt ein Ticket-System mit, bietet einen Buchhaltungs-Modus, eine Wissens-DB und einen Haufen Optionen, die man an dieser Stelle gar nicht aufzählen kann. Als Krönung gibt es allerlei Plugins.

OCS NG Administration Console

Mit den neuen Objekten und den Verknüpfungen läßt sich nicht mehr nur die Computer-Hardware verwalten, sondern auch die Infrastruktur drumherum. Es lassen sich Switche einrichten und dann die Netzwerkkarten auf die Switchports verknüpfen, sogar Verbindungen auf Netzwerk-Dosen lassen sich so dokumentieren. Man kann den Computern Dokumente zuordnen, Reservierungen durchführen und natürlich allerlei Berichte erstellen.

Noch habe ich nicht alle Möglichkeiten entdeckt, aber bis jetzt sieht das alles sehr vielversprechend aus.

Martin rettet meinen Tag

20. Oktober 2008 2 Kommentare

Jörg hat eine Wortwüste über Is the Linux community afraid of Opensolaris? geschrieben. Mein initialer Gedanke war ein schlichtes , wie schön das Martin sich besser Ausdrücken kann und die richtigen Worte gefunden hat:

You’re fighting windmills, Jörg. There is no controversy, except the one perceived by those who write articles about it.

Word!

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Links for 2008-09-06

6. September 2008 Kommentare ausgeschaltet

Links for 2008-08-24

24. August 2008 8 Kommentare

Howto set static routes in Solaris 10

21. August 2008 3 Kommentare

Easy prey:

# touch /etc/inet/static_routes
# echo "net 10.1.1.0 10.0.0.1 -netmask 255.255.255.0" > \
/etc/inet/static_routes