Artikel-Schlagworte: „Storage“
Es könnt’ alles so einfach sein
Gibt es eigentlich irgendeine Neuheit in der IT, die nicht mit dem Attribut ‘einfach’ wirbt? In der Realität sieht es dann immer wieder anders aus.
Storage-Virtualisierung zum Beispiel. Warum eine zusätzliche Komponente irgendetwas vereinfachen soll ist mir Schleierhaft.
VMware und NFS ist noch so ein Beispiel. So toll und ‘einfach’ funktionieren, hat nur einen Haken. Wenn VMware ein Lockfile nicht schnell genug schreiben kann, weil das NFS gerade nicht schnell genug antwortet hat man doppelt laufende Instanzen. Abhilfe? War für U3 angekündigt, verspätet sich aber noch. Dann gibts eine Option für einen Timeout. Wie Originell.
Oder ZFS. Logisch, das Grundgerüst ist Kinderleicht, man darf nur nicht mehr darüber lesen. Dann stößt man auf ZIL, ARC und andere Dinge an denen man schrauben kann und manchmal muss. Der Umstand das Teile von ZFS noch single-threaded und damit große Pools keine gute Idee sind macht die Sache nicht leichter.
So, genug gejammert.
Konsolidierung – Does size matter?
Einige der wichtigsten Schlagworte der IT im Moment sind Konsoliderung und Zentralisierung. Egal ob es um das Zusammenlegen von Festplatten-Platz in großen Storage-Einheiten geht oder die Schaffung immer größerer Server Verbunde durch Virtualisierung (dazu hatte ich hier mal was geschrieben).
Ich war auch lange Anhänger der dahinter stehenden Überlegungen, das man so mehr Flexibilität gewinnt, es die Arbeit einfacher macht und billiger soll es auch werden. Ganz besonders im Bereich Storage habe ich da mittlerweile ganz starke Bedenken. Man schafft sich teilweise Monstren, die kaum zu warten sind und deren Nicht-Verfügbarkeit ganze Firmen lahmlegen kann. Mir schwebt dann immer so ein Spruch im Kopf rum: ‘Wenn Größe wirklich ein evolutionärer Vorteil wäre, warum sind die Dinosaurier dann ausgestorben?’.
Ich weiss, da steckt viel Polemik drin, aber ganz sicher auch ein Kern Wahrheit. Sicher, kann man viele dieser Größenprobleme mit Geld erschlagen, nur wo bleiben dann die Einsparungen? Irgendwie werde ich oft den Eindruck nicht los hier Zeuge einer Zeit zu sein, die dem Untergang geweiht ist. Schaut man sich z.B. an was Google mit ihrem Server-Clustern und dem GFS (nicht zu verwechseln mit Global File System) anstellt kommt man um das hochziehen der Augenbrauen kaum herum. Unterstützt wird die Entwicklung in meinen Augen noch durch den Umstand, das Internet Anwendungen eher in die Breite (=mehr Server) als in die Höhe (=schnellere Server) skalieren.
Eine andere Sache ist die Einfachheit. Sie geht leider mit dem Wachsen einer Storage-Infrastruktur verloren. Wie sagte letztens ein Vertriebler zu mir: ‘Zuerst RAID, dann Volume-Manager, File-System und dann stellt man davor noch was um zu Virtualisieren’. SAN ist da ein ganz eigenes Thema und einfach war es noch nie. SAN ist im Prinzip Tod, gestorben an Kompatibilitäts-Matrizen und einer Pseudo-Offenheit die es nie gegeben hat.
Bleibt noch die Flexibilität. Hier kann noch Gepunktet werden, besonders im NAS-Bereich. Mal eben ein paar TB drauflegen? Kein Problem. Per NFS, CIFS oder iSCSI? Ebenfalls nichts was Kopfschmerzen bereitet. Die Frage die sich mir stellt ist ob nicht mehrere kleinere Einheiten die bessere Wahl ist. Ja, sogar lokale Festplatten sind für mich wieder öfters die erste Wahl, eben weil Flexibilität keine Rolle spielt. Ich bin jedenfalls in letzter Zeit oftmals ins Grüblen gekommen, wenn es um Storage geht und es scheint nicht einfacher zu werden.
OpenSolaris – Unstable since birth
Bei Otmanix gibt es eine wundervolle Zusammenfassung zum Thema Solaris als Storageserver. Leider kommt darin zu oft das Wort OpenSolaris vor. Versteht mich nicht falsch, ich finde es toll das es OpenSolaris gibt, nur ist das ein Äquivalent zu Debian Sid. Quasi ein offenes Versprechen seitens Sun. Möchte man soetwas im täglichen Betrieb haben? Ich hab da, bei aller Begeisterung, mein Zweifel.
Hardware kaufen sollte wieder Spass machen
Server-Hardware kaufen ist mittlerweile Langweilig geworden. Drin steckt meistens sowie das gleiche, man darf sich also nur entscheiden wie das Gehäuse aussieht, welche Farbe es hat und welcher Hersteller sich in den BIOS-Meldungen verewigen soll. Spannend wird es erst wieder beim Zubehör.
Auf Nummer sicher gehen heisst sich auf einen Hersteller zu verlassen, sobald man anfängt zu mixen betritt man ein Minenfeld. Gibts Probleme kann man davon ausgehen, das Hersteller A alle Schuld von sich weisst und es natürlich nur die Hardware von Hersteller B sein kann und umgekehrt. Andererseits bleibt man beim Hersteller wird man mit einen deutlich schlechteren Preis-/Leistungsverhältniss belohnt.
Den einzig glücklich machenden Hersteller gibts also nicht. Warum eigentlich?