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Lieber handgeklöppelt oder von der Stange?

Stefan in den Kommentaren zu BIND 9 Benchmarking: Gentoo wins:

Wenn man keinen Eierlegende-Wollmilchsau-Server betreibt und er nur einen Zweck hat, kann es schon Sinn machen, eine andere Distribution zu nehmen. Das ist vor allem sinnig, wenn es nicht um eins, zwei kleine Server geht, sondern um größere Installationen. Wenn ein System auf gleicher Hardware nur 5% schneller ist und man dadurch 20 Server weniger für jeweils 2500€ kaufen muss, macht eine Umstellung jawohl Sinn, oder?

Da muss ich widersprechen: Standardisierung heisst das Gebot, gerade wenn man mehr als ein-, zwei Server im Schrank stehen hat. Denn Stefan vergisst, das man diese neue Umgebung ersteinmal entwickeln muss, sie muss ins bestehende System-Management integriert werden, man muss sie hegen und pflegen. Am Ende steht man mit 20 verschiedenen Umgebungen da, jede hat ihre eigenen Marotten und will anders gestreichelt werden. Das alles frisst jeden vermuteten Performance-Gewinn mehrfach auf, in Zeit, Nerven und Geld.

Und seien wir doch mal ehrlich: die meisten Server welche man heutzutage so kaufen kann haben mehr Power als man wirklich braucht, da machen die Festplatten IO-mäßig viel früher schlapp und hier bringt mir ein ultra-angepasstes OS so richtig gar nichts.

Ein Hostnamenkonzept

Bundy beschreibt in Als die Rechner Namen bekamen wie sich das Thema Hostnamen bei ihm entwickelt hat. Fast jeder hat da sein eigenes Konzept, das oftmals davon abhängig ist wieviele Rechner man betreut, wie konservativ die Firma ist, der eigene Geekfaktor und vieles mehr. Geradezu Klassiker sind mittlerweile Hostnamen welche sich an griechichen Göttern orientieren, Star Trek/Star Wars, Simpsons, Futurama meinetwegen auch Desparate Housewifes oder 24 abbilden. Im Kleinen mag das funktionieren, wie zuhause bei mir, aber im Großen sollte es schon etwas ausgereifter sein.

Zuerst sollte man davon Abstand nehmen Hostnamen zu wählen, der auch gleichzeitig einen Dienst darstellt. Nennt man seinen Server zum Beispiel www mag das auf den ersten Blick eine tolle Idee sein, wenn man aber irgendwann mal auf einen anderen Server migrieren möchte geht das Drama los. Viel besser ist es einen abweichenden Hostnamen zu wählen und später einfach nur den DNS-Eintrag für den Dienst zu schwenken.

Oftmals kann man Hosts in Gruppen einsortieren und ihnen eine Funkion zuweisen. Um beim Beispiel Web zu bleiben:

  • http-srv - beschreibt einen Web-Server
  • http-db - ist eine Datenbank für Web-Server
  • http-script - dort liegt die Provisionierung der Web-Server

Logischerweise hat man oftmals mehrere Maschinen mit gleicher Funktion, weswegen eine Durchnummerierung notwendig ist. Kein grosses Ding, man sollte sich nur Gedanken darüber machen, was passiert wenn z.B. http-srv0 abgelöst werden soll. Heisst der neue Server nun auch http-srv0 oder doch lieber http-srv1? Ich halte letzteres für die bessere Lösung. Es ist ein sauberer Schnitt. Keine doppelten oder Spielereien mit temporären Namen und der nächste kann ja wieder http-srv0 heissen.

An dieser Stelle muss der Name noch nicht Zuende sein. Man kann noch weitere Informationen im Hostnamen ablegen wie z.B. den Status des Systemes, ob es sich um eine physikalische Maschine handelt oder eine virtuelle und, wer mag, den Standort.

So ergibt sich z.B. ein Hostname wie http-script0-vta. Also ein Provisionierungs-Server für das Web-System, ein (v)irtueller Server, ein (T)est-System am Standort A.

Als Host-Typ würde mir spontan (v)irtuell oder VMWare, (p)hysikalische Maschine, Solaris-(Z)one einfallen. Beim Status wären es (p)roduktiv, (A)bnahme oder (T)est-System. Der Standort wiederum sollte sich an die Gegebenheiten orientieren. Meist reicht Standort A oder B, sind die Hosts über Deutschland verteilt bieten sich Auto-Kennzeichen an.

Letztlich ist es wichtig eine maximale Länge von Hostnamen vorzugeben. Niemanden ist geholfen mit einen Bandwurm-Namen, andererseits gibt es die Hostname Tab Completion in der Bash und ZSH.

Links for 2008-02-08

Es könnt alles so einfach sein, ist es aber nicht

Die Entscheidung vermehrt auf CentOS resp. Redhat zu setzen ist mir beileibe nicht leicht gefallen, aber der extrem niedrige Frickelfaktor bei der Installation und die sehr gute Treiber-Unterstützung sind nicht von der Hand zu weisende Argumente. Redhat schenkt einem aber nichts, denn man bezahlt an anderer Stelle dafür. Besonders hart trifft es einen, wenn man von Debian kommt. Von deren Aufgeräumtheit und Verlässlichkeit im Konfigurationsbereich sind die Rothüte Kilometer weit entfernt.

Beispiel Bind unter Redhat/CentOS: Man installiert bind mit yum install bind, man startet es mit service named start, die Konfiguration liegt in /var/named. Unter Debian liegt die Konfiguration, egal ob Bind8 oder Bind9 unter /etc/bind, man installiert mit apt-get install bind(9) und startet mit /etc/init.d/bind(9). Dieses /var/named erinnert mich immer an bind4-Zeiten *schauder*

Oder Apache: Das Debian Konstrukt mit sites-available und sites-enabled ist simpel und effektiv, bei Redhat gibt es soetwas nicht. Dort heisst der Apache-Prozess auch httpd und nicht apache(2) wie bei Debian. Genau das gleiche Spiel bei der Installation: yum install httpd gegen apt-get install apache(2). Alles voll krass logisch und durchdacht.

Ich könnte jetzt wieder über die Netzwerk-Konfiguration lästern, aber das möchte ich nicht nochmal wiederholen.

Links for 2007-08-26