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Dontzap

Ubuntu ist immer mehr auf den Weg zum Deppen-OS. Neuestes Beispiel: irgendjemand hält es seit 9.04 für eine gute Idee STRG+ALT+BACKSPACE abzuschalten, immerhin die Funktion um auf die schnelle den X-Server neuzustarten. Wer den Original-Zustand wiederhaben will muss, soweit noch nicht vorhanden, dontzap installieren und dann mit dontzap -d die Tastenkombination wieder frei schalten.

Normalerweise würde mich das nicht jucken, nur haben die Ubuntu-Jungs sich entschloßen auch noch Bleeding-Edge Treiber für Intel-Grafikkarten mitzuliefern, weswegen bei mir der X-Server öfters stehenbleibt. Eine echte Win-Win Situation.

Update: Okok, wie in den Kommentaren angemerkt, ist das ist kein Ubuntu-Spezifika, sondern eine ‘Neuerung’ von X.org selbst. Da lag ich daneben.

Eine Pest namens NetworkManager

Große Dinge fangen meist klein an – seien es nun Katastrophen oder geniale Ideen. Leider zählt der NetworkManager unter Linux zur ersten Kategorie. Eigentlich fing es nur damit an, das ich mir einen UMTS-Stick zugelegt hatte. Der besitzt einen Huwawei e220 Chipsatz, also nichts exotisches und gut unterstützt von Linux.

Nach ein bischen Googlen entschied ich mich gegen umtsmon und für den NetworkManager, da hier alles ‘Out-of-the-Box’ funktionieren sollte und ich damit meine bisher statische Netzwerk-Konfiguration via /etc/network/interfaces in Ubuntu loswerden wollte. Soweit die Theorie.

Praktisch funktionierte nichts. Es ging kein WLAN, kein UMTS. Da sowieso gerade Kubuntu 9.04 herauskam stand ersteinmal ein Update an – wieder funktionierte nichts. WLAN ging nicht, weil knetworkmanager, egal was ich einstellte immer WEP 40/128 Hexadezimal als Verschlüsselung auswählte und sich davon nicht abbringen lies. Ich versuchte es dann mit dem Plasma-Widget für den NetworkManager. Hier ging WLAN, aber für die konfigurierte UMTS-Verbindung gab es nie einen ‘Wählen’ Button, das Widget reagierte nicht oder stürzte ab. Manchmal fror mir die grafische Oberfläche komplett ein.

Also zurück zum knetworkmanager. Es kostete mir einen halben Abend bis die Kombination aus statischer WLAN-Konfiguration und UMTS-Verbindung im NetworkManager stabil lief. Also jetzt nicht denken, das ich mich einwählen konnte, denn das scheiterte kläglich:

 >WARN<  dial_done(): Dialing timed out

Ein Verdacht keimte in mir auf: vielleicht wird die falsche Nummer gewählt. Nach ein bischen Suchen fand ich dann die vollkommen intuitive Lösung um die Unterhaltung auf der seriellen Schnittstelle zwischen NetworkManager und UMTS-Modem mitlesen zu können:

NM_SERIAL_DEBUG=1 /usr/sbin/NetworkManager --no-daemon

Das Ergebniss war ernüchternd: die zu wählende Nummer war #99***1*, während im Debug-Log #99***1****1* stand. Der NetworkManager hängt anscheinend selbsttätig (und undokumentiert) ein ***1* an. Also im knetworkmanager #99 eingestellt und siehe da die Einwahl funktionierte. Naja, nicht so ganz. Die Verbindung blieb nur für ein paar Sekunden stehen, bis meine Seite auflegte:

floyd pppd[4124]: Terminating on signal 15
floyd pppd[4124]: Connect time 3.4 minutes.
floyd pppd[4124]: Sent 55044 bytes, received 224642 bytes.
[...]
floyd pppd[4124]: sent [LCP TermReq id=0x2 "User request"]
floyd pppd[4124]: rcvd [LCP TermAck id=0x2]

Weiteres Suchen förderte diese Meldung

NetworkManager:   pppd_timed_out(): Looks like pppd didn't initialize our dbus module

zu Tage. Anscheinend gibt es viele andere mit dem gleichen Problem, aber eine echte Lösung habe ich noch nicht gefunden.

Was funktioniert: Rechner aus, UMTS-Stick rein, booten, anmelden, knetworkmanager starten, einwählen, geht. Was nicht funktioniert: auflegen und erneut einwählen.

Leben mit KDE 4

Mit Ubuntu Intrepid Ibex kam bei mir auch KDE 4.1. Es war lange nicht so schlecht wie erwartet, aber man merkt an jeder Ecke, das es noch nicht fertig ist. Die ganze Kontrollleiste mit der Traybar sah irgendwie merkwürdig aus, Kopete zeigte seine Popups immer oben rechts verschoben. Das neue KDE-Menü ist schlichtweg eine Katastrophe. Ist aber nicht so schlimm, denn mit Lancelot steht ein wirklich guter Ersatz zur Verfügung.

Heute hab ich mir KDE 4.2 Beta 1 installiert. Das ist zwar auch nicht der Weisheit letzter Schluss, aber es ist wieder ein Schritt in die richtige Richtung. Leider ist Konsole noch immer nicht voll D-Bus-fähig, aber viele andere Sachen haben sich doch stark verbessert. Die Kontrolleiste ist viel übersichtlicher geworden und Kopete hat sich auch in vielen Punkten verbessert. Die Lokalisierung ist noch nicht komplett, ich denke aber das wird noch bis zum Release. Leider gibt es auch kein Lancelot, das vermisse ich dann doch.

Ubunto

Bei Dell gibts jetzt Ubunto:

Dell wird für Netbooks mit Ubunto Linux

via Netz-Guru

Ubuntu 8.10: Ich hatte schlimmeres erwartet

So, am Wochenende daheim die Rechner auf Intrepid Ibex upgedated. Beim Großen gings ohne Probleme, auf dem Notebook ist adept mitten im Update zusammengebrochen. Der adept_manager war danach verschwunden, so das ich den Rest mit aptitude dist-upgrade erledigt habe. Das lief dann auch fehlerfrei durch. Nach dem Reboot funktionierte soweit wieder alles, auch meine Broadcom WLAN-Karte.

Die Kubuntu-Themes für KDM und den Desktop sind absolut scheußlich. Ansonsten gabs nur Kleinigkeiten, so wie die leeren Systemeinstellungen, was durch ein apt-get install kubuntu-desktop gefixt wurde. Dann gingen in der Konsole die Cursor- und Page-Up/-Down Tasten nicht. Dazu muss man in den Systemeinstellungen/Land/Region & Sprache/Tastatureinstellungen auf Evdev-managed Keyboard umstellen. Achja, Phonon jammerte noch rum, das irgendwas mit Audio nicht ging. Nach Umstellung von gstreamer auf xine war das auch weg.

Anschließend hab ich nach einer netten Docking-App umgeschaut. Kooldock sieht scheisse aus und Cairo-Dock ist mir viel zu verspielt. Ich möchte etwas einfach und schlichtes haben, habe aber noch nichts gefunden.

Freud’ und Leid bereitet mir die Konsole. Gefreut habe ich mich, das man nun Links über Maus Rechtsklick im Browser aufmachen kann. Geärgert hat mich das das D-Bus Interface nicht komplett ist. Bei KDE 3.5 konnte man via DCOP die Namen der Tabs ändern. Bei KDE4 ist das leider noch nicht möglich. Daher werde ich auf der Arbeit vorerst bei Hardy bleiben.

Alles im allem habe ich mit Schlimmeren gerecht. Besonders KDE4 ist lange nicht so schlecht wie erwartet. Ich denke mal auf uns rollt in den nächsten Wochen wieder eine Update-Lawine zu und danach läuft es wieder erträglich bis 9.04 rauskommt. Dann intressiert das auch niemanden mehr.

Alte Gewohnheiten ablegen

Nun da Ubuntu 8.10 raus ist werde ich ein paar alte Gewohnheiten ablegen müssen, denn es wird nur noch KDE 4.1 ausgeliefert. Viele Dinge werden ganz anders funktionieren, anders aussehen und reagieren. Aber hey, was beschwere ich mich. Gnome sieht seit einer halben Ewigkeit immer gleich aus und eigentlich verschwinden dort nur immer mehr Optionen *flame*

Ubuntu Dapper LTS – Sicherheits-Risiko mit Ansage

Das Thema Long Term Support für Ubuntu hatte ich schonmal. Genau genommen geht es um die Frage was bei Ubuntu 6.06 LTS fünf Jahre Support geniesst und was nicht. Mittlerweile wurde die FAQ auf Stand gebracht und was man da so liest jagt mir Schauer über den Rücken. Es fängt damit an:

How does the package system (apt) know what to install/update (server or desktop packages)?

It doesn’t. The sysadmin should know what he/she is installing. While upgrading/updating packages (apt-get update && apt-get upgrade) apt will update only the packages already installed on the system.

Ok, als Admin _sollte_ man wissen was man tut – die Wirklichkeit sieht leider anders aus. Fragt mal Server-Hoster. Richtig spannend wird es hier:

What (packages/repositories) will be supported?

Not all packages in the main repository are supported, there is a list of supported Dapper packages here: http://people.ubuntu.com/~cjwatson/seeds/ubuntu-server-dapper/server These packages are supported 5 years. All other packages in main are supported 3 years, all other packages (universe, multiverse) are not supported. Be aware that apt does not check if a package is supported or not, you have to do that on your own.

Die verlinkte Liste ist für mich nicht plausibel. Geht es nach ihr sind viele wichtige Teile nach drei Jahren nicht mehr Supported. Kein apt, kein dpkg, keine libc6 – nicht einmal die bash. Meinen die das ernst?

Ich habs mal ernst genommen und wenn man diese Liste, die imho die andere Liste genauer spezifiziert, mit einen Kubuntu Dapper abgleicht bleiben von ca. 1400 installierten Paketen nach dem Juni 2009 nur noch 300 supportete Pakete übrig. Viel Spass beim aufräumen!

Ganz ehrlich: Für mich ist das Konzept des LTS ziemlich unausgegoren und wenn Ubuntu nicht aufpasst wird das ein ausgewachsene Sicherheits-Debakel für sie.

Zitat des Tages

Mark Shuttleworth im Interview:

So one option that we considered was: “Let’s not call 8.04 the LTS, let’s call 8.04.1 the LTS”

Kurzer Augenblick der Einsicht – aber nur ein ganz kurzer.

Unser täglich Ubuntu-Update gib uns heute

Wenn mich nicht alles täuscht gab es seit meinen letzten Rant täglich Updates, sogar einen neuen Kernel. Unstable my Ass. Und ja, Ubuntu wird immer mehr zum neuen Windows. Letztens hab ich mich noch über den Neustart von Windows lustig gemacht, den das Acrobat Reader Update erforderlich machte. Heute gabs bei Ubuntu ein neues OpenSSL und die fordern mich tatsächlich penetrant dazu auf meinen Rechner neu zu starten *vogelzeig*

Feste Release-Zyklen sind Augenwischerei

Bei meinen Ausflug zu Fedora 8 fiel es mir zum erstenmal auf: Obwohl veröffentlicht, kamen fast jeden Tag Updates rein. Keine Sicherheits-Updates, sondern Updates für normale Programme. Es scheint bei denen zur Policy zu gehören, aber auch bei Ubuntu? Ich bin erstaunt, das sich fast jeden Tag der Update-Agent meldet. Kann passieren, aber die Menge und was dort alles Upgedated wird erstaunt doch sehr.

Anscheinend war es Ubuntu wichtiger den Release-Termin zu halten, als auf eine ausreichende Stabilität der mitgelieferten Pakete zu achten. Man wollte sich wohl nicht die Blöße geben wie bei Dapper, als man um 2 Monaten nach hinten verschieben mußte. Zumindest haben sie Glück gehabt und keinen großen Bock dabei geschossen – das ist ja auch schon was.

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