Artikel-Schlagworte: „Virtualisierung“
Konsolidierung – Does size matter?
Einige der wichtigsten Schlagworte der IT im Moment sind Konsoliderung und Zentralisierung. Egal ob es um das Zusammenlegen von Festplatten-Platz in großen Storage-Einheiten geht oder die Schaffung immer größerer Server Verbunde durch Virtualisierung (dazu hatte ich hier mal was geschrieben).
Ich war auch lange Anhänger der dahinter stehenden Überlegungen, das man so mehr Flexibilität gewinnt, es die Arbeit einfacher macht und billiger soll es auch werden. Ganz besonders im Bereich Storage habe ich da mittlerweile ganz starke Bedenken. Man schafft sich teilweise Monstren, die kaum zu warten sind und deren Nicht-Verfügbarkeit ganze Firmen lahmlegen kann. Mir schwebt dann immer so ein Spruch im Kopf rum: ‘Wenn Größe wirklich ein evolutionärer Vorteil wäre, warum sind die Dinosaurier dann ausgestorben?’.
Ich weiss, da steckt viel Polemik drin, aber ganz sicher auch ein Kern Wahrheit. Sicher, kann man viele dieser Größenprobleme mit Geld erschlagen, nur wo bleiben dann die Einsparungen? Irgendwie werde ich oft den Eindruck nicht los hier Zeuge einer Zeit zu sein, die dem Untergang geweiht ist. Schaut man sich z.B. an was Google mit ihrem Server-Clustern und dem GFS (nicht zu verwechseln mit Global File System) anstellt kommt man um das hochziehen der Augenbrauen kaum herum. Unterstützt wird die Entwicklung in meinen Augen noch durch den Umstand, das Internet Anwendungen eher in die Breite (=mehr Server) als in die Höhe (=schnellere Server) skalieren.
Eine andere Sache ist die Einfachheit. Sie geht leider mit dem Wachsen einer Storage-Infrastruktur verloren. Wie sagte letztens ein Vertriebler zu mir: ‘Zuerst RAID, dann Volume-Manager, File-System und dann stellt man davor noch was um zu Virtualisieren’. SAN ist da ein ganz eigenes Thema und einfach war es noch nie. SAN ist im Prinzip Tod, gestorben an Kompatibilitäts-Matrizen und einer Pseudo-Offenheit die es nie gegeben hat.
Bleibt noch die Flexibilität. Hier kann noch Gepunktet werden, besonders im NAS-Bereich. Mal eben ein paar TB drauflegen? Kein Problem. Per NFS, CIFS oder iSCSI? Ebenfalls nichts was Kopfschmerzen bereitet. Die Frage die sich mir stellt ist ob nicht mehrere kleinere Einheiten die bessere Wahl ist. Ja, sogar lokale Festplatten sind für mich wieder öfters die erste Wahl, eben weil Flexibilität keine Rolle spielt. Ich bin jedenfalls in letzter Zeit oftmals ins Grüblen gekommen, wenn es um Storage geht und es scheint nicht einfacher zu werden.
Abhängigkeiten in Computer-Systemen und deren Auswirkungen
Man kann sich spielend in Not bringen, wenn man nicht über Abhängigkeiten und deren Konsequenzen nachdenkt. Manchmal braucht es dazu kleine Katastrophen, wie der komplette Stromausfall in einen Rechenzentrum. Beim Wiederanfahren kann man schon mal in Probleme laufen:
If you have all your DNS servers virtualized which cannot be started because of network or shared storage issues, you can run into problems starting other servers and services that rely on DNS.
Recovering servers, virtual machines after power failure
Man sollte sich immer im Klaren darüber sein, das jede zusätzlich eingebrachte Komponente (Storage, Virtualisierung etc) Probleme machen kann – trotz Hochverfügbarkeit. Lieber viele kleine, als wenige grosse Systeme, ist zumindest meine Erfahrung.
Grenzen der Virtualisierung
Nachfolgend ein paar Gedankenspiele und Erfahrungen zu Grenzen der Virtualisierung, betreffend VMware und Solaris Zonen. Nicht vollständig, noch erhebe ich den Anspruch auf Vollkommenheit. Widerworte, Anregungen und eigene Erfahrung sind ausdrücklich gewünscht.
- Hoher Verbrauch an CPU/Memory Resourcen – die Instanz belegt dadurch überproportional Anteile vom Gesamtsystem und damit auch an den
Gesamtkosten des Virtualisierungssystems, so das es billiger sein kann dieses in eigener Hardware zu betreiben - Hoher Netz- bzw. Disk IO – Beeinträchtigt alle anderen Systeme in Bezug auf Verfügbarkeit dieser Rescourcen. Auch ist die Performance von
von virtualisierten Umgebungen und deren Instanzen nicht vergleichbar mit physikalischen Systemen - Zeitkritische Systeme – Alle Systeme die auf eine Taktgenauigkeit der Systemuhr angewiesen sind können nicht virtualisiert werden, da das Hostsystem diese nicht 1:1 durchreichen kann
- Besondere Hardware wie z.B. ISDN-Karten oder Dongles lassen sich nicht virtualisieren
- Die Applikations-Software ist nicht freigegeben für die Benutzung in virtuellen Umgebungen oder sie verhindert durch bestimmte Eigenschaften eine Virtualisierung. Beispiel: Die Applikations-Software ist an eine Host-ID/Mac gebunden welche sich durch Schwenk der Hardware ändern könnte.
- Betriebssystem lässt sich nicht virtualisieren wie z.B. Solaris 8/9
Man könnte meinen ich wäre Negativ eingestellt gegenüber der Virtualisierung, das Gefühl ich mitunter selbst. Allerdings möchte ich das Thema für mich sozusagen ‘von hinten’ aufrollen.
Virtualisierung gibts nicht umsonst
Oh, intressanter Punkt bei Register:
On the x86 platform, Ideas found that virtualization made it much easier to deploy new systems. But this comes at a cost. The ease of creating virtual servers increases the demand for them. Suddenly, there are more servers to manage than ever before. From a manageability standpoint, going virtual is not all that different than physical, but the burden can actually become worse.