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VOIP: Ein Neustart
Vor etwa 3,5 Jahren hatte ich meine VOIP-Ambitionen vorerst eingestellt und den Sipura-ATA nicht verkauft, sondern im Keller eingelagert. Nun geht es also von Neuem los.
Nicht das sich die Vorzeichen geändert hätten. Dank Festnetz-Flatrates, die praktisch zu jeden Telefonanschluss dazugehören, ist VOIP weiterhin ein Thema für Technik-Nerds. Selbst Auslands-Vieltelefonierer brauchen sich inhaltlich nicht mit VOIP herumschlagen, dank Seiten wie Voipcheap.com, wo man nur seine eigene Nummer und die des Angerufenen eingeben muss. Es klingelt dann das Festnetz-Telefon und man kann ganz normal Telefonieren. Seien wir ehrlich: VOIP ist eine Technik im Hintergrund, welche es Providern ermöglicht die Kosten zu drücken und nichts für den gewöhnlichen Computer-Benutzer.
Mich treibt eigentlich nur die Neugier mal wieder etwas zu basteln. Ich habe eine Fritzbox Fon, ein geliehenes Snom 360 VOIP-Telefon, Internet und einen ISDN-Telenfonanschluss mit Festnetz-Flatrate. Mehr brauche ich auch gar nicht. Vielleicht auch noch den Sipura-ATA, man weiss ja nicht wo die Reise hingeht.
Im Moment gehe ich die Sache von zwei Seiten an. An die Fritzbox kann man direkt kein VOIP-Telefon anschließen. Ein Kollege machte mich auf dtmfbox aufmerksam. Das bekommt man über Freetz, eine AVM Firmware-Erweiterung, auf die Box. Hat ein bischen gedauert bis ich ein Image fertig hatte, aber nun liegt es auf der Festplatte und wartet darauf eingespielt zu werden. Nebenbei installiere ich gerade Trixbox CE auf einer virtuellen Maschine, die Features lesen sich ganz angenehm. Naja, mal gucken was die Tage so bringen.
Schatzi, Dein Elektroschrott ist da!
Sprach Meike und zeigte auf den Karton. Drin ist die letzte Woche bei Ebay für einen Zehner gekaufte Fritz!Box Fon mit der ich in den kalten Wintertagen ein bischen Basteln möchte. Asterisk und son Foo.
Pimp my Phone
Für jeden der Gedacht hat ihn könnte in der IT nichts mehr überraschen:
Der Berliner VoIP-Telefonhersteller Snom will mit klarVoice “eine neue Klangdimension für die VoIP-Telefonie” eröffnen. Der Breitbandtelefonhörer deckt im Vergleich zu herkömmlichen Telefonhörern das doppelte Frequenzspektrum ab.
Golem
Ein Breitbandtelefonhörer! ZOMFG!
VOIP – Vielleicht später wieder
Eigentlich hatte ich vor mehr über Voice-over-IP zu schreiben, sogar eine eigene Rubrik hatte ich angelegt. Allerdings lohnt es sich die Sache im Moment nicht. Durch den Tarif-Wechsel bei Arcor gibt es keinen Grund VoIP zu betreiben. Erst wenn Telefon-Anschluß und DSL wirklich entbündelt sind wird die Sache wieder intressant werden. Bis dahin werde ich meinen Analog-AdapterSipura SP-2000 allerdings nicht behalten, sondern ihn die Tage bei Ebay reinsetzen.
Der VoIP-Adapter Sipura 2000
Der Sipura 2000 VoIP-Adapter ist in etwa so gross wie ein kleiner 4-Port Switch oder DSL-Router. Das Gehäuse verfügt oben über ein paar Löcher, die das Gerät auch benötigt denn es wird recht warm. Auf der einen Stirnseite befinden sich eine Link-Leuchte und die Strom- und Ethernet-Buchse. Während sich auf der anderen Seite zwei RJ11-Buchsen für Endgeräte (Telefon oder FAX) und eine Status-Leuchte befinden. Das Netzteil ist recht klein und verträgt 100-240V, es ist daher auch für den Einsatz im Ausland geeignet, denn es verfügt zusätzlich über austauschbare Einsätze für deutsche und amerikanische Steckdosen. Rein theoretisch könnte man das Gerät also mit auf Reisen nehmen und überall wo eine freie Ethernet-Dose und ein Internet-Zugang vorhanden ist, wäre man über seine Telefon-Nummer erreichbar – soweit die Theorie, aber dazu später mehr.
Wie schon eben angesprochen verfügt der SPA-2000 über keinen eigenen DSL-Router oder ähnlichem, daher ist er auf ein vorhandenes Ethernet und Internet-Zugang angewiesen. Praktischerweise sollte man DHCP im Einsatz haben, denn so wird dem Gerät nach dem Einschalten am einfachsten eine IP-Adresse zugewiesen. Damit man die zugewiesene Adresse auch erfährt kann man am angeschlossenen Telefon durch Eingabe von ****100# eine Sprachausgabe abhören. Über diese Funktionalität ist es weiterhin möglich die wichtigsten Netzwerk-Einstellungen vorzunehmen und einen Reset auszuführen. Näheres dazu erfährt man im Handbuch, welches leider für Anfänger keine grosse Hilfe ist, sondern nur so vor Techsprech und Kauderwelsch strotzt.
Für die Konfiguration verfügt der SPA-2000 über einen eigenen Web-Server und ist damit über einen Browser zu administrieren. Hier setzt sich fort, was sich schon im Handbuch andeutete, nämlich das man als Neuling vor vielen Bömischen Dörfern steht. Konfigurations-Wizard? Fehlanzeige. Trotzdem lässt sich mit ein paar Einträgen schon ein Telefonat führen und spätestens dann ist die Sache vergessen, weil sich später an der Konfiguration nichts mehr ändert.
Das Gerät ist (bei entsprechender Konfiguration) voll NAT-aware, d.h. es sind keine Portforwardings auf dem Internet-Router notwendig, er sollte allerdings die Kommunikation nach aussen grundsätzlich erlauben. Zudem sollte der Router in der Lage sein den Internet-Verkehr zu priorisieren, um zu verhindern das ein Download beim Telefonieren die Verbindung zum stottern oder gar abreissen bringt. Wer einen Linux-Router betreibt kann hier recht einfach mit dem SuperShaper behelfen, bei dem es eigentlich nur zweier Einträge braucht um korrekt zu funktionieren.
Im nächsten Teil werde ich dann auf die konkrete Konfiguration eingehen.
