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NetApp vs. Sun - Lasst die Spiele beginnen

Otmanix hat sich in seinem Blog Gedanken über Sun und NetApp gemacht:

Bei der Meinungsmache spielen auch Emotionen einen große Rolle. So versucht Suns CEO Schwartz geschickt die wichtige Open Source Gemeinde auf seine Seite zu ziehen, frei nach dem Motto “ZFS=Open Source=gut gegen WAFL=proprietär=böse“.

Genau, Meinungsmache, das bringt es auf den Punkt. Es wird PR auf ungewöhnlichen Wege gemacht und versucht die eigenen Truppen hinter sich zu bringen.

Vielleicht sehen wir ja Ungewöhnliches, z.B. das Sun in Erwartung eines verlorenen Prozesses ZFS unter GPL stellt. Oder das NetApp sein eigenes OS, Ontap, unter CDDL-Lizenz freigibt. Ein durchaus denkbares Szenario, da NetApp im Moment auf RAID4 setzt, welches bei immer größer werdenden Platten nicht mehr nutzbar sein wird. Stünde OnTap unter CDDL, könnte NetApp ZFS implementieren, anstatt das eigene WAFL weiter zu entwickeln. So ein Schritt erfordert natürlich eine smarte Firma, Chuzpe und ein Verzicht auf das NIH-Syndrom. Wirklich zutrauen würde ich es NetApp nicht.

Sun hingegen hat die Open-Source Karte schon gezogen, wenn auch halbherzig. Zitat Otmanix:

Dabei wird der Streit zwischen der im Linux-Umfeld verbreiteten GPL-Lizenz und der dazu inkompatiblen von Sun verwendeten CDDL-Lizenz möglichst unter den Teppich gekehrt. Eine Freigabe von ZFS und weiterer unter CDDL-Lizenz stehender Software unter der GPL(v3) will Sun aber wohl tunlichst vermeiden oder zumindest hinauszögern, um sich im Storage-Umfeld und Servermarkt von Linux abgrenzen zu können.

Letztendlich wird weder Sun noch NetApp gut aus der Sache herauskommen. Gewinnen wird Open-Source im Allgemeinen, sei es weil OSS-Lizenzen bestätigt, Patente geschleift oder Firmen ihre Kultur ändern. Daher sollen sie sich verklagen bis der Arzt kommt, mir soll es egal sein.

Was ZFS nicht kann

Mal eben ein Filesystem auf ein vergössertes Volume anpassen - geht nicht. Unter Linux würde ein

ext2resize /dev/sdc3

reichen, für Windows existiert diskpart. Wenn ich das alles richtig verstanden habe ist das prinzipbedingt. Man müsste ein zweites Volume erstellen, dieses dem zpool hinzufügen und damit stände es zur Verfügung.Uff.

Nachtrag: Es geht doch. Man muss das Filesystem exportieren, den Disklabel entfernen, neu labeln und dann wieder importieren.

Whitepaper Wars

Von Sun gibt es ein Whitepaper das ZFS mit Veritas Storage Foundation vergleicht. Von Symantec, seit längeren Besitzer von Veritas, gibt es ebenfalls ein Whitepaper zum gleichen Thema und nun ratet mal wer in den jeweiligen Benchmarks vorne liegt…

Sympathiepunkte kann Sun sammeln, denn das Whitepaper ist mit Ergebnissen und deren Bewertung etwas zurückhaltender.

Es gibt keine Linux-Community

Es gibt ein untrügliches Zeichen in Artikeln über Linux um festzustellen, ob der schreibende weiss wovon er redet oder nicht. Fallen die Worte die Linux-Community kann man getrosst den Browser-Tab zumachen, denn es gibt die Linux-Community nicht.

Nein, da ist keine zentrale Steuerungs-Einheit, auch nicht die Linux Foundation, die festlegt wie es mit Linux weitergeht. Was es gibt sind viele Communities, die einen Größer, die anderen Kleiner, die alle einen Teil beitragen um etwas Grosses zu schaffen. Da gibt es eine Kernel-Community und Communities zu allen möglichen Open-Source Programmen. Aus diesen Pool bedienen sich die Distributions-Communities und fügen die Einzelteile zusammen. Sie stehen, wie eigentlich alle Communities, miteinander in Konkurenz. Sie schauen ab, was die anderen so machen und übernehmen Dinge, die in ihren Augen Sinn ergeben. Das schöne ist: jeder kann seine eigene Community aufmachen und teilnehmen, niemand sagt: das darfst Du nicht.

Vor diesen Hintergrund ist die Aussage von John Siracusa von Arstechnica zu sehen:

I’ve long seen the Linux community’s inability to design, plan, and act in a holistic manner [..] as its greatest weakness.

Windows Vista wurde nach den hollistischen (ganzheitlichen) Ansatz designed, geplant und programmiert. Ebenso Solaris, AIX, MAC OS und eigentlich jedes andere kommerzielle Betriebssystem. Trotzdem hat es Linux geschafft einen respektablen Marktanteil zu erreichen, ganz ohne Hollistik, so schlecht kann der Ansatz also nicht sein.

Und ein paar letzte Wort zu den Linux und ZFS-Sommertheater: Wenn ZFS Dateisystem und Volume-Management zusammenführt muss man einfach mal die eigene Denk- und Vorgehesweise hinterfragen und nicht von ‘across layer’ faseln. Auf der anderen Seite ist dieses kindische von den Solaris-Leuten immer wieder angeführte ‘Nänänänänä, falsche Lizenz, deswegen dürft ihr ZFS nicht benutzen,Nänänänänä’ kaum besser. Leute, ihr seid Erwachsen, benehmt euch auch so!