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Artikel Tagged ‘ZFS’

ZFS unter CentOS

11. August 2013 5 Kommentare

Ich war noch nie ein Freund des LVM von Linux. Mir ist die Syntax viel zu kompliziert und man muss sich trotzdem noch mit Dateisystemen herumschlagen. Andererseits bin ich kein allzu großer Freund von Solaris, aber ZFS eignet sich sehr gut um viele Festplatten zu verwalten warum also nicht ZFS unter Linux? Ich wollte mal schauen ob das mittlerweile funktioniert und das geht so:

Zur Vorbereitung benötigt man ein CentOS 6.x und . Hat man das wird zuerst das Repo installiert:

yum localinstall --nogpgcheck http://archive.zfsonlinux.org/epel/zfs-release-1-2.el6.noarch.rpm

Dann die benötigten Sachen zum Kernel bauen:
yum update
yum install dkms gcc make kernel-devel perl

Dies sollte man auf x86_64 machen, sonst bauen die Kernel-Module nicht:
ln -s /usr/lib64/dkms/ /usr/lib/dkms

ZFS installieren nicht vergessen:
yum install spl zfs

Und vor dem Reboot dafür sorgen das es aktiviert wird:
chkconfig zfs on

Danach kurz testen ob es funktioniert:

server:~# zpool status
no pools available

Wer sich weitergehend mit ZFS auseinandersetzen will, dem sei der ZFS Best Practices Guide angeraten.

Am Ende kann es dann so aussehen:

server:~# zpool status
pool: zfs-data
state: ONLINE
scan: none requested
config:
NAME STATE READ WRITE CKSUM
zfs-data ONLINE 0 0 0
sdd ONLINE 0 0 0
sde ONLINE 0 0 0
sdf ONLINE 0 0 0
sdg ONLINE 0 0 0
sdh ONLINE 0 0 0
sdi ONLINE 0 0 0
sdm ONLINE 0 0 0
sdn ONLINE 0 0 0
sdo ONLINE 0 0 0
sdq ONLINE 0 0 0
sdr ONLINE 0 0 0
sds ONLINE 0 0 0
errors: No known data errors
server:~# zfs list
NAME USED AVAIL REFER MOUNTPOINT
zfs-data 388K 2.38T 31K /zfs-data
zfs-data/compressed 194K 2.38T 194K /zfs-data/compressed

Ich könnte mir gut vorstellen später auf meinem Heimserver das Root-Dateisystem auf einer SSD zu haben und die Daten auf einem großen ZFS-Volume, mal gucken wie stabil das ist.

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Es könnt‘ alles so einfach sein

5. Dezember 2008 1 Kommentar

Gibt es eigentlich irgendeine Neuheit in der IT, die nicht mit dem Attribut ‚einfach‘ wirbt? In der Realität sieht es dann immer wieder anders aus.

Storage-Virtualisierung zum Beispiel. Warum eine zusätzliche Komponente irgendetwas vereinfachen soll ist mir Schleierhaft.

VMware und NFS ist noch so ein Beispiel. So toll und ‚einfach‘ funktionieren, hat nur einen Haken. Wenn VMware ein Lockfile nicht schnell genug schreiben kann, weil das NFS gerade nicht schnell genug antwortet hat man doppelt laufende Instanzen. Abhilfe? War für U3 angekündigt, verspätet sich aber noch. Dann gibts eine Option für einen Timeout. Wie Originell.

Oder ZFS. Logisch, das Grundgerüst ist Kinderleicht, man darf nur nicht mehr darüber lesen. Dann stößt man auf ZIL, ARC und andere Dinge an denen man schrauben kann und manchmal muss. Der Umstand das Teile von ZFS noch single-threaded und damit große Pools keine gute Idee sind macht die Sache nicht leichter.

So, genug gejammert.

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ZFS Boot

13. November 2008 Kommentare ausgeschaltet

Seit der neuesten Version kann Solaris 10 also auch von ZFS booten und sogar das Jumpstart Enterprise Toolkit (Jet) unterstützt es, also mußte ich mal gucken wie es funktioniert. Tja, was soll ich sagen – es funktioniert nicht, zumindest das Zusammenspiel von JET und ZFS Boot.

Warum, das weiss ich auch nicht genau. Eine aktuelle Doku zu Jet gibt es nicht. Schaut man sich die profile Datei an, welche Jet für den normalen Jumpstart-Prozess erzeugt ist syntaktisch alles in Ordnung. Trotzdem kommt das normale Installations-Programm hoch, ein Zeichen das irgendwas nicht richtig ist.

Ich habs dann irgendwann abgebrochen, weil mir beim Lesen der Beschreibung zwei Dinge aufgefallen sind. Unter ZFS gibt es ja keine Partitionen mehr, sondern man hat einen Pool und kann zusätzlich Datasets anlegen. Im Installationsprogramm kann man nur wählen, ob man alles in den Pool installiert oder ob man /var mit einen Dataset separieren möchte – mehr geht nicht. Das ist keine sonderlich große Auswahl und weicht von dem ab, was ich normalerweise mache. Nun, aber selbst das geht nicht mit Jet. Alles in den Pool, mehr geht nicht. Natürlich könnte ich durch Scripting die Unzulänglichkeiten des Installers umschiffen, aber dazu habe ich ehrlich gesagt keine Lust. Da warte ich doch lieber auf bessere Zeiten.

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NetApp vs. Sun – Lasst die Spiele beginnen

28. Oktober 2007 4 Kommentare

Otmanix hat sich in seinem Blog Gedanken über Sun und NetApp gemacht:

Bei der Meinungsmache spielen auch Emotionen einen große Rolle. So versucht Suns CEO Schwartz geschickt die wichtige Open Source Gemeinde auf seine Seite zu ziehen, frei nach dem Motto “ZFS=Open Source=gut gegen WAFL=proprietär=böse“.

Genau, Meinungsmache, das bringt es auf den Punkt. Es wird PR auf ungewöhnlichen Wege gemacht und versucht die eigenen Truppen hinter sich zu bringen.

Vielleicht sehen wir ja Ungewöhnliches, z.B. das Sun in Erwartung eines verlorenen Prozesses ZFS unter GPL stellt. Oder das NetApp sein eigenes OS, Ontap, unter CDDL-Lizenz freigibt. Ein durchaus denkbares Szenario, da NetApp im Moment auf RAID4 setzt, welches bei immer größer werdenden Platten nicht mehr nutzbar sein wird. Stünde OnTap unter CDDL, könnte NetApp ZFS implementieren, anstatt das eigene WAFL weiter zu entwickeln. So ein Schritt erfordert natürlich eine smarte Firma, Chuzpe und ein Verzicht auf das NIH-Syndrom. Wirklich zutrauen würde ich es NetApp nicht.

Sun hingegen hat die Open-Source Karte schon gezogen, wenn auch halbherzig. Zitat Otmanix:

Dabei wird der Streit zwischen der im Linux-Umfeld verbreiteten GPL-Lizenz und der dazu inkompatiblen von Sun verwendeten CDDL-Lizenz möglichst unter den Teppich gekehrt. Eine Freigabe von ZFS und weiterer unter CDDL-Lizenz stehender Software unter der GPL(v3) will Sun aber wohl tunlichst vermeiden oder zumindest hinauszögern, um sich im Storage-Umfeld und Servermarkt von Linux abgrenzen zu können.

Letztendlich wird weder Sun noch NetApp gut aus der Sache herauskommen. Gewinnen wird Open-Source im Allgemeinen, sei es weil OSS-Lizenzen bestätigt, Patente geschleift oder Firmen ihre Kultur ändern. Daher sollen sie sich verklagen bis der Arzt kommt, mir soll es egal sein.

Was ZFS nicht kann

12. September 2007 6 Kommentare

Mal eben ein Filesystem auf ein vergössertes Volume anpassen – geht nicht. Unter Linux würde ein

ext2resize /dev/sdc3

reichen, für Windows existiert diskpart. Wenn ich das alles richtig verstanden habe ist das prinzipbedingt. Man müsste ein zweites Volume erstellen, dieses dem zpool hinzufügen und damit stände es zur Verfügung.Uff.

Nachtrag: Es geht doch. Man muss das Filesystem exportieren, den Disklabel entfernen, neu labeln und dann wieder importieren.

Whitepaper Wars

27. August 2007 1 Kommentar

Von Sun gibt es ein Whitepaper das ZFS mit Veritas Storage Foundation vergleicht. Von Symantec, seit längeren Besitzer von Veritas, gibt es ebenfalls ein Whitepaper zum gleichen Thema und nun ratet mal wer in den jeweiligen Benchmarks vorne liegt…

Sympathiepunkte kann Sun sammeln, denn das Whitepaper ist mit Ergebnissen und deren Bewertung etwas zurückhaltender.

Es gibt keine Linux-Community

6. Mai 2007 6 Kommentare

Es gibt ein untrügliches Zeichen in Artikeln über Linux um festzustellen, ob der schreibende weiss wovon er redet oder nicht. Fallen die Worte die Linux-Community kann man getrosst den Browser-Tab zumachen, denn es gibt die Linux-Community nicht.

Nein, da ist keine zentrale Steuerungs-Einheit, auch nicht die Linux Foundation, die festlegt wie es mit Linux weitergeht. Was es gibt sind viele Communities, die einen Größer, die anderen Kleiner, die alle einen Teil beitragen um etwas Grosses zu schaffen. Da gibt es eine Kernel-Community und Communities zu allen möglichen Open-Source Programmen. Aus diesen Pool bedienen sich die Distributions-Communities und fügen die Einzelteile zusammen. Sie stehen, wie eigentlich alle Communities, miteinander in Konkurenz. Sie schauen ab, was die anderen so machen und übernehmen Dinge, die in ihren Augen Sinn ergeben. Das schöne ist: jeder kann seine eigene Community aufmachen und teilnehmen, niemand sagt: das darfst Du nicht.

Vor diesen Hintergrund ist die Aussage von John Siracusa von Arstechnica zu sehen:

I’ve long seen the Linux community’s inability to design, plan, and act in a holistic manner [..] as its greatest weakness.

Windows Vista wurde nach den hollistischen (ganzheitlichen) Ansatz designed, geplant und programmiert. Ebenso Solaris, AIX, MAC OS und eigentlich jedes andere kommerzielle Betriebssystem. Trotzdem hat es Linux geschafft einen respektablen Marktanteil zu erreichen, ganz ohne Hollistik, so schlecht kann der Ansatz also nicht sein.

Und ein paar letzte Wort zu den Linux und ZFS-Sommertheater: Wenn ZFS Dateisystem und Volume-Management zusammenführt muss man einfach mal die eigene Denk- und Vorgehesweise hinterfragen und nicht von ‚across layer‘ faseln. Auf der anderen Seite ist dieses kindische von den Solaris-Leuten immer wieder angeführte ‚Nänänänänä, falsche Lizenz, deswegen dürft ihr ZFS nicht benutzen,Nänänänänä‘ kaum besser. Leute, ihr seid Erwachsen, benehmt euch auch so!